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Hoch über dem Steilhang am Ufer der Schlei ragt die stattliche Nikolaikirche auf und prägt noch heute die Wasserfront der Stadt. Ihr Name weist auf die vielleicht schon im 12. Jh. vorhandene, im späten 13. Jh. erneuerte Kapelle für die Seefahrer und Fischer hin, die hier den ersten sicheren Hafen der Schlei anlaufen und ihrem Schutzpatron, dem hl. Nikolaus, für die Bewahrung in den Gefahren der See danken konnten.
Der 1357 erstmals urkundlich genannte Backsteinbau war lang und schmal und hatte Gewölbe. Im 18. Jh. war er baufällig und für die Bevölkerung des aufblühenden Hafenstädtchens zu klein. So entschloss sich der Patron der Kirche, Hans Adolf v. Rumohr auf dem nahen Gut Roest zu einem Neubau, als dessen Vorbild er die 1775-85 von Ernst Georg Sonnin errichtete Kirche in Wilster vor Augen hatte. 1788 beauftragte er den von Sonnin geschulten Landbaumeister Johann Adam Richter in Kiel mit Entwurf und Bauleitung. Sein Können im Kirchenbau hatte Richter bereits u. a. in Großenaspe und Schönberg bei Kiel bewiesen. Ungefähr an der Stelle ihrer 1789 abgebrochenen Vorgängerin wurde die neue Nikolaikirche 1789-93 erbaut.
Der stattliche Backsteinbau wirkt im Äußeren noch spätbarock. Der langgestreckte Baukörper unter einem hohen Walmdach mit zierlichem Dachreiter ist im Osten und Westen dreiseitig geschlossen. Die Längsfronten im Nor-den und Süden sind als repräsentative Schauseiten palastartig durch dreiachsige, leicht vorgezogene Mittelrisalite mit geschwungenen Giebeln ausgezeichnet. Flache Pilaster und Rechteckblenden fassen die großen, gerahmten Rundbogenfenster ein. Das kräftige Relief ba-rocker Wandstrukturen ist einer zarten Flächengliederung gewichen. Alle Gebäudeecken sind gerundet. Portalrahmungen und Giebeldreiecke sind in feiner Steinmetzarbeit aus Sandstein hergestellt. Am Erdgeschoß des Turmes vor der Stirnseite des Westpolygons wird die Gliederung des Schiffes weitergeführt. Darüber sind zwei Geschosse durch Ecklisenen zusammengefasst und stehen infolge der Abwalmung des Kirchendaches allseitig frei. Eine geschweifte Haube , eine offene Laterne und eine hohe, zwiebelförmig ansetzende Spitze in grüner Kupferpatina bekrönen den Turm und die Stadtsilhouette.

Einige Ausstattungsteile der alten Kirche blieben beim Neubau erhalten, vor allem der 1641 von Hans Gudewerdt d.J. in Eckernförde geschaffene Altaraufsatz, ein Hauptwerk des norddeutschen Knorpelbarocks. Landbaumeister Richter ließ dessen Mitteltafel mit der bewegten Abendmahlsszene zwischen Kanzel und Altar in den neuen Aufbau einfügen. Auf den Kanzeldeckel setzte man die Figuren des Mose und des Täufers Johannes. Der überaus reich geschnitzte, ursprünglich ungefasste Rahmen wurde der Gesamtfarbgebung der Kirche angepasst und wie ein Epitaph an der Nordseite des Altarbereiches aufgestellt. In das Mittelfeld fügte man dabei die Flügelreliefs der Kreuzigung und der Auferstehung ein. Das Weihnachtsbild in der Predella mit der höchst lebensnahen Anbetung der Hirten gehört zu den schönsten Zeugnissen evangelischer Kirchenkunst im Lande.
Sie können unsere St. Nikolai-Kirche auch in einem interaktiven Rundumblick ansehen. Die drei Panoramen wurden uns freundlicherweise von Christian Clewing zur Verfügung gestellt:
Ganzjährig werden Kirchen-Führungen angeboten durch Dr. Johannes Bohne, Flensburger Str. 32. Bitte vereinbaren sie einen Termin: Tel: 04642-1432.
Spezielle Orgelführungen finden regelmäßig statt (ca. 1 Std.) oder können individuell mit dem Kirchenmusiker Thomas Euler vereinbart werden. Tel. 04642-91 11 27 oder