Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

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Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

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Ehrenamt

Unsere Kirche wäre nicht vorstellbar in ihrer Lebendigkeit ohne die vielen Menschen, die sich hier einsetzen, oft über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Kirche – das bedeutet Gemeinschaft, aber nicht nur in der gemeinschaftlichen sonntäglichen Feier, sondern in den vielen kirchlichen Gruppen und Einrichtungen, die das soziale Leben in unseren Dörfern ganz wesentlich tragen und bereichern. Es ist nicht nur ein Geben, wer mitarbeitet, bekommt auch etwas zurück.

„Ehrenamtliche Tätigkeit kann eine große Erfüllung sein: Menschen kennen lernen, sich in den Dienst einer gemeinsamen Sache stellen, anderen beistehen, die eigenen Fähigkeiten einbringen, Neues lernen, Sinn und Erfolg spüren.“ (Leitlinien für das Ehrenamt, herausgegeben von der Nordelbischen Kirche)

Zum ehrenamtlichen Engagement gehört maßgeblich die Motivation dazu. Zu diesem Thema hat Andreas Crystall, Kirchengemeinde Sterup auf dem Ehrenamtsforum in Schleswig am 20. Februar 2009 einen Vortrag gehalten. Die Zusammenfassung sagt das Wesentliche dazu aus:

Motivation entsteht durch Nachmachen
Wer motivierte Ehrenamtliche sieht, der bekommt möglicherweise auch von allein Lust aufs Mitmachen. Vielleicht entwickelt man sowieso nur so Lust aufs Mitmachen, wenn man welche vor Augen hat, die motiviert im Ehrenamt unterwegs sind. Der Mensch lernt durchs Abgucken und überlebt durchs Nachmachen…

Ehrenamt braucht Heimat
Wer sich nicht zu Hause fühlt irgendwo, der engagiert sich da auch nicht. Die Motivation für einen ehrenamtlichen Einsatz liegt in großer innerer Verbundenheit.

Ehrenamt erlaubt unerschrockene Selbständigkeit
Wer sich engagiert, muss sich Ziele selbst stecken dürfen. Und sinnvoll muss es sein und zufrieden machen. Ehrenamt ist freiwillig, es muss selbstbestimmt sein dürfen, und Ansprüche lassen sich nicht ableiten: Man muss auch fröhlich aufhören dürfen.

Gabenorientierung
Amt und Begabung müssen zueinander passen, dann wird es glücklich.

Ehrenamt braucht Liebe
Kein Ehrenamt wird gelingen und keine Energie wird aufgebracht, wo die Identifikation mit der Sache nicht sehr hoch ist. Weil Menschen etwas lieben, engagieren sie sich dafür. Ehrenamtliche sind in gewisser Hinsicht Liebende….

Ehrenamt ist Sinn-Erfahrung
Nur wer sich engagiert, der merkt, wie sinnvoll das ist. Wer sich nicht engagiert, der merkt nichts, dem entgeht eine elementare Sinn-Erfahrung. Glück schenken kann glücklich machen. Unegoistisch leben weitet manchmal enorm den Horizont, es ist ein Privileg der Ehrenamtlichen, ein Lohn, von dem man zehren kann und der reich macht.

Ehrenamt lernt man zu Hause
Ins Ehrenamt kann man hineinwachsen. Gelingendes Ehrenamt hängt vom Umfeld ab, von der Prägung, mit der einer aufwächst. Ehrenamt ist lernbar.

Ehrenamt braucht Ehrung
Ehrenamt kann man ja auch mal ehren durch eine aufwändige Betreuung, durch eine gute Ausbildung! Man muss Ehrenamtliche nicht von Fachleuten fernhalten! Also: Ehrenamt gelingt dort, wo es anspruchsvoll ausgebildet wird und wo Ehrenamtliche das Handwerkszeug bekommen, das sie brauchen. Und gut kann es sein, wenn kleine Ehrenamtliche und große Ehrenamtliche sich gemeinsam auf einen neuen Weg begeben.

Ehrenamt ist Lebenskunst
Ehrenamtliche können sich so sehr freuen, wenn sie andere glücklich machen. Und dann wird Ehrenamt plötzlich zu einer Lebenskunst. Lustvoll. Im Stillen. Manchmal auch zu anstrengend. Ein solches Ehrenamt muss einen zufrieden machen, sonst wird es eine Last. Aber Zufriedenheit und Stolz sind ein Lebenselixier: Helfen macht glücklich und verlängert das Leben.