Auf dem Weg nach Emmaus (nach Lukas 24, 13-34)

Jetzt ist alles vorbei“, klagte Kleopas. „Jetzt sind wir ganz allein.“ „Ja, du hast recht“, antwortete sein Freund. „Was sollen wir jetzt bloß machen?“ Kleopas und sein Freund hatten einen weiten Weg vor sich. Von Jerusalem bis nach Emmaus, wo sie hinwollten, brauchte man zu Fuß etwa 2 Stunden. Sie gingen langsam und sahen sehr traurig aus. Und das waren sie auch. Alles hatte so gut angefangen.

Sie hatten Jesus kennen gelernt. Sofort waren sie von ihm begeistert gewesen. Jesus war anders als die Lehrer, die sie kannten. Wenn Jesus von Gott erzählte, spürte man, dass es wahr war. Und Jesus tat viele Wunder. Er machte Kranke gesund und weckte sogar Tote wieder auf. „Vielleicht ist er wirklich der Messias, der Retter, auf den wir schon so lange warten“, hatten sie sich überlegt. Und sie waren sich fast sicher. Immer wollten sie bei Jesus bleiben. Aller war wunderbar gewesen, bis vor 3 Tagen. Jesus wurde gefangen genommen und schließlich sogar getötet. Jetzt waren sie alleine. Jetzt war Jesus nicht mehr bei ihnen.

Traurig gingen sie die Straße entlang und unterhielten sich darüber, was geschehen war. Sie wunderten sich nicht, als plötzlich ein Mann neben ihnen her ging, schließlich waren oft anderen Menschen hier zu Fuß unterwegs. Der Mann schien denselben Weg zu haben, also gingen sie zu dritt weiter. Die Jünger waren so traurig, dass sie den Fremden gar nicht genau anschauen konnten. So sehr hatten sie geweint. 

Das merkte der Fremde und er fragte: „Warum habt ihr geweint?“ Traurig blieben Kleopas und sein Freund stehen. „Weißt du nicht, was in Jerusalem geschehen ist?“, fragte Kleopas. „Alle reden doch darüber.“ „Was meinst du denn?“, wollte der Fremde wissen.

Jetzt fing Kleopas an zu erzählen. „Du hast doch sicher von Jesus gehört. Er war ein Prophet. Er tat viele Wunder, machte Kranke gesund und hat sogar Tote wieder auferweckt. Wir waren dabei. Wir sind mit ihm mitgezogen und haben gehört, was er über Gott erzählt hat. Wenn er geredet hat, dann hat man gemerkt, dass er Recht hat.“ Kleopas seufzte. „Ich habe geglaubt, dass er der Retter ist. Ich wollte immer bei ihm sein.“

Jetzt wurde Kleopas noch trauriger. Aber es tat ihm gut, so mit dem Fremden zu reden und ihm alles zu erzählen. 

Kleopas erzählte weiter, warum er jetzt so traurig war. „Vor drei Tagen ist es dann geschehen. Jesus wurde verhaftet und dann gekreuzigt. Jetzt ist Jesus tot. Er ist nicht mehr bei uns.“ Er kämpfte gegen die Tränen an. Sein Freund half ihm und erzählte weiter, was noch geschehen war: „Jetzt ist es drei Tage her. Und heute früh ist etwas Sonderbares geschehen. Einige Frauen waren beim Grab von Jesus. Aber sie haben den Leib von Jesus nicht mehr gefunden, er war weg. Außerdem haben sie erzählt, dass sie Engel gesehen haben. ‚Er lebt!’, hätten die Engel gesagt.“

Kleopas nickte. Wenn das nur wahr wäre, was die Frauen erzählt hatten!  Aber Jesus war doch tot. Er war nicht mehr da. Kleopas sprach weiter: „Ein paar von uns Jüngern sind zum Grab gegangen und es war wirklich so, wie die Frauen gesagt haben, er ist nicht mehr da. Aber wo ist er denn? Wir haben ihn nicht gesehen.“ Er schwieg und dachte daran, wie schön es war, als Jesus noch bei ihnen war.

Der Fremde hatte sich alles angehört. „Ihr versteht noch so wenig“, sagte er jetzt. „Warum glaubt ihr nicht, was die Propheten im Alten Testament geschrieben haben? Dort steht doch, dass der Christus leiden und sterben muss.“ Kleopas und sein Freund hörten ganz gebannt zu. Das hatten sie schon mal gehört. Der Fremde erklärte den Freunden die alten Worte aus der Bibel. Die Zeit verging so schnell, dass sie schon bald bei Emmaus waren.

Der Fremde tat so, als wolle er weitergehen. „Komm doch mit uns nach Hause“, sagte Kleopas. „Es ist schon Abend und wird dunkel. Du kannst bei uns übernachten.“ Das Angebot nahm der Fremde gern an. Kleopas und sein Freund waren nicht mehr so traurig wie vorher. Jetzt bereiteten sie alles fürs Abendessen vor. Als das Brot auf dem Tisch lag, setzten sie sich hin. Da nahm der Fremde nahm das Brot in die Hand. Er  dankte Gott dafür und brach das Brot in Stücke und gab es den beiden Freunden.

Das hatte Jesus oft genau so getan! Und plötzlich erkannten sie, dass es Jesus selbst war, der mit ihnen am Tisch saß. „Jesus lebt wirklich! Er ist ja bei uns!“ Aufgeregt sprangen die Jünger auf: „Das müssen wir den anderen erzählen! Komm schnell!“ Aber im selben Moment war Jesus nicht mehr zu sehen.

Trotzdem wussten sie jetzt, dass Jesus lebte, und nicht mehr tot war. „Jesus ist nicht mehr tot!“, jubelten sie. „Eigentlich hätten wir es doch schon auf den Weg merken müssen. Es hat uns so tief berührt, als er mit uns sprach. Das konnte doch nur Jesus sein.“ 

Also aßen sie nur schnell etwas und machten sich sofort wieder auf den Weg nach Jerusalem. Wieder war es ein langer Weg zu Fuß, aber sie waren so voller Freude, dass sie ganz schnell gingen. Sie wussten, wo sich die anderen Jünger trafen und gingen sofort zu Petrus und den anderen. Kleopas wollte sofort berichten, aber dazu kam er erst einmal gar nicht, denn die anderen Jünger begrüßten ihn sofort mit einer Neuigkeit: „Stellt euch vor, der Herr ist wirklich auferstanden. Petrus hat Jesus gesehen. Er lebt!“ Alle zusammen freuten sich riesig und dann berichteten auch Kleopas und sein Freund davon, wie Jesus ihnen begegnet war.

Jetzt waren sie nicht mehr traurig. Jetzt fühlten sie sich nicht mehr allein, denn sie wussten und hatten erlebt, dass Jesus lebt. 

Jesus hat einmal gesagt: „Siehe, ich bin bei euch bis an der Welt Ende!“  Das gilt uns hier und jetzt und heute und alle Zeit! 

Auf dem Weg nach Emmaus
erleben die beiden traurigen Jünger, wie sich mit Hilfe des Fremden, den sie gar nicht erkennen, ihre Traurigkeit wandelt. 

Wie oft schon haben wir in der Kinderkirche das Lied gesungen:
Du verwandelst meine Trauer in Freude, du verwandelst meine Ängste in Mut. Du verwandelst meine Sorge in Zuversicht – guter Gott, du verwandelst mich!“ 

Habt ihr Lust, mit Wachsmalern ein Kratzbild herzustellen? 

Zuerst schraffiert ihr mit lauter bunten Farben den Untergrund. Das ist die Fröhlichkeit.

Dann malt ihr mit dem schwarzen Stift alles über. Das Bild muss ganz schwarz werden. Manchmal ist die Welt ganz dunkel und traurig. Die Jünger haben sich auch so gefühlt, als Jesus gestorben ist. 

Dann nehmt ihr einen Kratzer oder ein Messer und holt aus eurem Bild die Fröhlichkeit wieder heraus. Malt ein fröhliches Bild. Als die Jünger gemerkt haben: Jesus ist auferstanden! Da ging es ihnen genau so. Sie waren nicht länger traurig. Sie hatten verstanden: Jesus ist ja immer bei uns. 

So möge es uns auch gehen! Mut und Hoffnung und Zuversicht: Gott ist ja da! 

Vielleicht habt ihr ja Lust, uns das Bild zuzumailen? Dann können wir es allen zeigen. Unter njoehnk.ostangeln@kirche-slfl.de freue ich mich auf euer Bild!