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Sprechende Steine auf dem Arnisser Friedhof

05.02.2019

Sprechende Steine auf dem Arnisser Friedhof 

Die Steine auf dem Arnisser Friedhof lernen das Sprechen. Mit dem Handy kann man sich seit Dezember 2018 auf dem Friedhof die Lebensgeschichten einiger hier beerdigter Arnisser erzählen lassen. Ein QR-Code macht es möglich. Dieser befindet sich als kleines Edelstahlplättchen neben dem jeweiligen Grabstein. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 hat der Kirchenbauverein Arnis-Rabenkirchen mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein zu ausgewählten Grabsteinen die Lebensgeschichten einiger Arnisser recherchiert und über Audiodateien zugänglich gemacht. Auf www-schifferkirche-arnis.de kann man auch direkt hineinhören und findet dort u.a. Information zu den Kunstwerken in der Kirche. 

Das Projekt wurde vom gebürtigen Arnisser Nicolaus Schmidt initiiert und umgesetzt. Im Zuge des Projektes wurde auch zwei nicht mehr standfeste Grabsteine wieder aufgerichtet und teilweise restauriert. Dies hatte ein kleines Wunder zur Folge. Im Falle des wieder aufgestellten Grabsteins der Eltern des im Ersten Weltkrieg Künstlers Otto Soltau, tauchte plötzlich wieder ein Gedenkstein zu Otto Soltau selbst wieder auf, von dem derzeit keiner weiß, wo er sich zwischenzeitlich befand, und wer ihn dort wieder hingelegt hat. Mit diesem Stein in der Form eines Eisernen Kreuzes hat Arnis wieder Artefakt zurückerhalten, das unmittelbar auf den Künstler hinweist, dessen Hauptwerk „Der Philosoph" auf Schloss Gottorf hängt. 

Die Aktion „Sprechende Steine“ geht weiter. Zusätzlich zu den derzeit zehn Steinen kommen im Laufe der nächsten Jahre weitere hinzu, zu denen die Lebensgeschichten der dort beerdigten Arnisser über eine Audiodatei abrufbar sind.
Nicolaus Schmidt