Marienkirche Esgrus

Das geräumige, seit 1725 von Emporen im Norden und Westen eingefaßte Schiff überspannt eine flache Balkendecke. Der Chor wurde nach seiner Erweiterung um 1500 mit Rippengewölben versehen, die dann eine Bemalung mit spätgotischen Rankenornamenten erhielten. Wie eine Kuppel überspannt das tief ansetzende Achtrippengewölbe das romanische Chorquadrat.

Das Apsispolygon füllt ein breiter geschnitzter Flügelaltar mit der figurenreichen Kreuzigung im Mittelschrein und den Aposteln in den Flügeln. Das spätgotischeWerk des späten 15. Jh. suchte man in der zweiten Hälfte des 17. Jh. in einen Barockaltar umzuwandeln, indem man einen Aufsatz mit Säulengliederung, darin Bilder der Auferstehung und Himmelfahrt Christi, sowie geschnitzte Seitengehänge hinzufügte. 1750 erhielt der Altar die zierlich geschnitzten Schleierbretter über den Feldern und die bestehende lebendige Farbfassung.

Die Wände des Chorschlusses enthalten drei spätgotische Sakramentsschränke, von denen die Tür des nördlichen innen mit dem Bild des Schmerzensmannes bemalt ist. In weiteren Nischen des Apsispolygons stehen die geschnitzen Figuren der thronenden Madonna, wahrscheinlich die im 15. Jh. geschaffene Kopie eines frühgotischen Werkes des 13. Jh., sowie einer um 1500 vielleicht in Lübeck geschaffenen Anna Selbdritt.

Den runden Chorbogen füllt eine ausdrucksvolle spätgotische Triumphkreuzgruppe. Michael Dibler, Flensburg, goß 1619 die zierliche Bronzetaufe, deren von den Evangelisten getragener Kessel acht Apostelreliefs zeigt. Gleichzeitig fertigte H. Jacobs den bis ins Gewölbe ragenden Taufdeckel mit reichem Figurenschmuck.

Ausdruck der adeligen Patronatsherrschaft der Gutsherren des Kirchspiels sind die drei Gestühlskästen, welche die Familie v. Rumohr 1607 von Hans Gudewerdt d. Ä. in Eckernförde in reichen Renaissanceformen schnitzen ließ. Der größte und schönste für Rundhof steht noch im Chor, die beiden kleineren für Brunsholm und Ohrfeld wurden 1983 unter die Westempore versetzt. Den Korb der barocken Kanzel von 1681 zieren flott gemalte Bilder aus dem Leben Christi. Die Orgel mit dem übergiebelten neoklassizistischen Prospekt baute die Werkstatt Marcussen, Apenrade, 1911-12.