Schwamm drunter...

21.04.2021

In der St. Andreas-Kirche steht eine dringende Sanierung an: Die Baufachleute unseres Kirchenkreises haben bei einer turnusmäßigen Begehung im letzten Jahr Schwamm- und Schimmelbefall an Dachstuhl und Mauerwerk an der Nordost-Seite unserer Kirche festgestellt.
Es ist zu feucht in der Kirche. Der Schaden ist gravierend. Gesichert ist diese Erkenntnis durch eine kontinuierliche Temperatur und Feuchtigkeitsmessung mit
Datenloggern in der Kirche. Die Zahlen sind eindeutig: Die Luftfeuchtigkeit in der Kirche muss gesenkt werden. Erste Sofortmaßnahmen dazu haben wir
eingeleitet, etwa mit weiteren Öffnungen des Kirchendachs zur Belüftung und mit dem Kauf eines Lufttrocknungsgeräts. Außerdem wird die Einstellung der Heizung optimiert. Das trägt zur Veränderung des Klimas bei, aber der Schaden an Mauerwerk, Dachstuhl und Balken ist damit noch nicht beseitigt.

Um zu verstehen, in welchem Umfang der Schaden die Kirche betrifft und um eine seriöse Planung für eine nachhaltige Sanierung  erstellen zu können, müssen die betroffenen Bereiche grundlegend untersucht werden. Die weitere Planung wird eng mit der Bauabteilung des Kirchenkreises und mit der Referentin für Denkmalschutz im Baudezernat der Nordkirche abgestimmt und koordiniert. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg ist beteiligt, denn in der Kirche
wohnen Fledermäuse, und die müssen geschützt werden.
Gefragt: Sachverstand und Erfahrung
Ein Sachverständiger für Holzschutz und Bausanierung ist beauftragt; der Auftrag für ein Gutachten und eine Empfehlung für die Sanierung der betroffenen Gebäudeteile ist erteilt. Auf der Grundlage des Gutachtens können dann die Sanierung geplant, die Arbeiten ausgeschrieben und eine Kostenschätzung erarbeitet werden.
Die 12. Jh. errichtete Haddebyer Kirche ist in der Vergangenheit immer wieder mit Sanierungsarbeiten an Balken, Mauerwerk und Dacheindeckung erhalten worden.
Gerade an den alten Balken ist zu erkennen, dass manches bereits ausgetauscht und saniert wurde. Insgesamt sind Wände, Dach und Gebälk aber in einem
guten Zustand; die letzte Sanierung des Daches 2007 liegt nicht lange zurück. Deshalb ist es nun auch zu klären, ob der Pilz- und Schimmelbefall ein Altschaden ist oder ob in den letzten Jahren ein intensives Wachstum zum jetzigen Ausmaß des Schadens geführt hat.
Eine umfassende Sanierung ist in jedem Fall erforderlich, ebenso eine Veränderung des Raumklimas in der Kirche. Nun haben die Fachleute das Wort, und wir erwarten gespannt das Gutachten des Sachverständigen.

Reinhard Nehrdich