Gemeindebrief

Liebe Gemeindeglieder!

Im Namen des Kirchengemeinderats und des Vorsitzenden Peter Harich wende ich mich an Sie in dieser bewegten Zeit.

Corona hat uns zur Zeit voll im Griff. Zwischen Hoffen und Bangen sitzen nun viele Menschen zu Hause mit den Kindern, im Homeoffice oder ganz allein. Das öffentliche, wirtschaftliche und das kirchliche Leben kommen immer mehr zum Erliegen. Einige, die noch dringend am Arbeitsplatz benötigt werden, um zu helfen und den Betrieb in unserem Land noch irgendwie aufrecht zu erhalten, gehen raus. Vielen Dank an alle!Und auch wir anderen sind ja nicht eingesperrt, sondern können bei schönem Wetter raus, wenn wir die auferlegten Abstandsregeln befolgen. 

„Fürchtet euch nicht!“ heißt es in der Weihnachtsbotschaft und auch an anderen Stellen in der Bibel im Vertrauen auf Gott und seine Hilfe. Und ich habe viele Menschen erlebt, die Kraft aus ihrem Glauben ziehen und die in dieser Zeit zuversichtlich und getrost bleiben bei allem, was da vielleicht noch auf uns zukommt. Das gibt mir auch Mut und Hoffnung.                      Und doch ist da natürlich die Angst vor Ansteckung, um die Lieben, die wir nicht treffen und umarmen können, um Oma und Opa, die Angst vor Vereinsamung und die Angst um den Arbeitsplatz und die unternehmerische Existenz.   Wenn der Druck zu groß wird und Sie ein Gespräch brauchen, rufen Sie an unter 04634/513.  Wenn ich nicht gleich erreichbar bin, sprechen Sie mir Name und Ihre Telefonnummer aufs Band. Ich rufe dann zurück.

Da auch den Kirchen aufgrund der Corona-Krise mittlerweile alle öffentlichen Veranstaltungen bis auf Bestattungen unter verschärften Bedingungen verboten sind, teilen wir schweren Herzens für unsere Kirchengemeinde folgendes mit: Alle Gottesdienste,  Mittwochsandachten, der Konfirmandenunterricht und die Kinderkirche, alle Termine für Mittagessen in Gemeinschaft, Frauen- und Seniorenkreis, Posaunenchor und Kirchenchor finden bis auf weiteres nicht statt. Das Gemeindezentrum und die Kirchen bleiben geschlossen. Die Konfirmationen am 10. Mai 2020 müssen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Und auch Taufen und Trauungen können nicht stattfinden, solange die Situation sich nicht verbessert. 

Beisetzungen werden nur am Grabe und im engsten Kreis stattfinden. Spätere Gedenkgottesdienste mit großer Öffentlichkeit nach Wiedereröffnung der Gottesdienstmöglichkeit in den Kirchen besprechen Sie bitte mit mir.

Damit wir aber nicht ganz ohne kirchliche und gottesdienstliche Begleitung durch diese schwere Zeit gehen müssen, bieten wir als Kirchengemeinde folgendes an:                               Jeden Tag um 12 Uhr schließen wir uns einer nordkirchenweiten Aktion an und werden unsere Glocken läuten. Dieses „Hoffnungsläuten“ ist eine Einladung zum Innehalten und zum Gebet. Eine Info zum Hoffnungsläuten und Gebetsvorschläge finden Sie beigefügt.                  Jeden Sonntag werden zur Gottesdienstzeit von 09.25-09.30 Uhr die Glocken in Hürup und Rüllschau läuten, um zum Gottesdienst zu Hause einzuladen.. Direkt im Anschluss ertönt vor der Marienkirche in Hürup die Trompete von Inga Adomeit mit zwei oder drei Chorälen. Den Gottesdienst können Sie mit der beigelegten Ordnung im Geist miteinander und vor Gott mitfeiern.

Um 10 Uhr spielt Inga Adomeit dann noch einmal vor der Michaeliskirche in Rüllschau zwei oder drei Choräle auf der Trompete.

Auf der website unserer Kirchengemeinde Hürup-Rüllschau, die Sie unter www.kirchenkreis-schleswig-flensburg.de finden, werden darüber hinaus Texte und Andachten für unseren sonntäglichen Gottesdienst zu Hause und Hinweise zu unseren Online-Gottesdiensten mit den Pastoren aus unserer Kirchenregion eingestellt.

Außerdem gibt es für jeden Sonntag / Feiertag einen Online-Gottesdienst, der am Vortag ab 18 Uhr abrufbar ist. Den aktuellen Link für jeden Sonn/Feiertag zu den Online-Gottesdiensten finden sie zunächst auf den websites der Kirchengemeinden Havetoft und Husby.

Die geplanten Online-Gottesdienste:

29.03.2020: Gottesdienst aus Husby mit Pastor Gerber
05.04.2020: Gottesdienst aus Satrup mit Pastor Böttger
09.04.2020 (Gründonnerstag): Gottesdienst aus Hürup mit Pastor Christiansen
10.04.2020 (Karfreitag): Gottesdienst aus Havetoft mit Pastor Jörg Arndt
11.04.2020 (Ostersonntag): Gottesdienst aus Großsolt mit Pastor Kurowski
19.04.2020 Gottesdienst aus Husby mit Pastor Gerber
26.04.2020: Gottesdienst aus Satrup mit Pastor Böttger

Bleiben Sie gesegnet und behütet!                Jan Christiansen, Pastor

Zum Schluss:

2018 kursierte in den Netzwerken dieses Gedicht:

Leben heißt auferstehen

Nein, die Wahrheit ist
Dass das Leben nur Arbeit und Mühe und vergänglich ist.
Ich glaube nicht
Dass ich in diesem Leben zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann, auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass das Leben endet
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen
Christus ist auferstanden!

Und nun lies den Text von unten nach oben!

(Text nach: Iris Macke; aus: Der andere Advent; 2018)

 

Gebete für das Hoffnungsläuten um 12 Uhr

 

 

 

GEBET 1 ( für mich allein oder zusammen )

 

Hoffnungsläuten

 


Den Klang hören und durchatmen.

 

Mit Gott sprechen. Vielleicht so:

 

Gott, sei bei mir.

 

Höre meine Sorgen.

 

[Stille]

 

Höre meine Bitten:

 

Für die Kranken.

 

Für ihre Angehörige.

 

Für die Pflegenden.

 

Für die, denen das Geld ausgeht.

 

Für die Erschöpften.

 

Für die Sterbenden und die Trauernden.

 

Tröste, trage, liebe alle, die dich brauchen.

 

[Stille]

 

 

 

[Vaterunser]

 

 

 

Gott sagt:

 

Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir.

 

Lass mich darauf vertrauen.

 

Danke für alles, was stärkt.

 

Amen.

 

 

 

 

 

GEBET 2 [für Menschen ohne christlichen Hintergrund]

Hoffnungsläuten

 

Es ist Zeit, eine kurze Pause einzulegen.

Ich denke an Menschen, die es schwer haben.

Ich erinnere mich an alles, was mich tröstet und stärkt.

Ich halte einen guten Gedanken fest.

Ich verbinde mich mit Menschen, die gerade auch die Glocken hören.

Ich bin nicht allein.

 

GEBET 3 ( mit mehreren )

Hoffnungsläuten

 

Es ist Zeit innezuhalten, durchzuatmen, zu beten.

Wir bringen vor Gott, was uns bewegt.

Wir bitten für die Menschen, die jetzt für uns ihren Dienst tun.

Wir bitten für die Kranken.

Wir bitten um Hoffnung und Herzenskraft.

Wir sind verbunden mit allen.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Amen

Hoffnungsläuten – Innehalten und Beten am Mittag

 

Die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche rufen zu einer nordkirchenweiten Aktion auf. In ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sollen mittags um 12 Uhr die Glocken läuten, ein Hoffnungsläuten und die Einladung zum Innehalten, zum Gebet.

 

Wir läuten die Glocken als Zeichen der Hoffnung in schwerer Zeit.

Sie laden ein:

Halte inne, denk an das, was dich tröstet und stärkt.

Bitte für die Menschen, die Kraft brauchen!

 

Glocken erreichen die Ohren und Herzen sehr vieler Menschen auch bei Ausgangsbeschränkungen. Wer hört, gehört schon dazu. Wir sind verbunden.

 

Glocken rufen Christen seit vielen Jahrhunderten zum Gebet.

In dieser Zeit können sie zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen und neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen.

Die Glocken erinnern:  Es ist an der Zeit, sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns weiterträgt angesichts dieser globalen Krise.

 

Glocken unterbrechen den Tag - die Sorgen, die Angst, die Ohnmacht, das Grübeln, die Einsamkeit, die Überforderung. Sich stärken lassen von tiefer Hoffnung und einem Ritual, das schon viele Menschen vor uns in Krisen und schweren Zeiten getragen und ermutigt hat – das alles liegt im Klang der Glocken.

 

Wir brauchen Formen, die halten und tragen. Diese Formen zerbrechen gerade auf vielfältige Weise. Wir sind persönlich und als Gesellschaft zutiefst getroffen. Wenn unsere Kirchen verschlossen sind, ist es umso wichtiger, ein Ritual zu haben, das uns erinnert: Wir gehören zusammen. Das uns fragt: Was ist jetzt wichtig?