Andacht zum Herbst 2019

 

Liebe Leserinnen und Leser,

ein durchwachsenes Jahr, sagte mir neulich jemand, als wir über das Wetter sprachen. Es stimmt.

Ein kaum merklicher Winter, ein kurzer heißer Sommer und jetzt meldet sich der Herbst an. Dass

wir zu essen und zu trinken haben, ist nicht selbstverständlich. Davon spricht auch Ps 145, den wir

Erntedank wieder beten: „Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Spei-se zur

rechten Zeit.― heißt es dort.

Ein Blick in die Medien vermittelt den Eindruck: Wir können derzeit diese Worte mit Dankbarkeit

und Leichtigkeit beten, wenn wir an die Opfer von Hungersnöten oder Naturkatastrophen denken

oder auch an Menschen in unserem eigenen Land, bei denen es nicht immer zum Sattwerden

reicht. So können wir danken für das, was uns zum Leben geschenkt wurde an Lebenskraft und

Freude, an lieben Menschen, an vielen schönen und an trostreichen Erlebnissen und

Begegnungen der letzten Monate und Jahre, die uns gut taten und zur rechten Zeit gestärkt

haben. Solche Erfahrungen und Erinnerungen sind Lebensfrüchte, Gott uns zur rechten Zeit

schenkt. Ihr Wachstum und Gedeihen stehen in Gottes Hand, wie es in dem Erntedanklied „alle

guten Gaben― heißt. Es ist ein Mut machendes Versprechen: Ob unsere Lebensfrüchte derzeit

eher herb oder süßlich schmecken, sie stehen unter dem Segen Gottes, der uns das Leben verheißt

und zur rechten Zeit weiß, wessen wir bedürfen. Wer auf Gott wartet und ihn im Leben erblicken

will, den wird er sättigen.

„Ich wünsche Ihnen eine gute und gesegnete Zeit

Jörg Jackisch, P.