St. Matthäus Kirche Medelby

Calixt

Spuren aus der Vergangenheit für die Zukunft

Am 14. Dezember 1586 wird Georg Callisen (später Calixt) als Sohn des Pastors Johannes Callisen in Medelby geboren. Sein Vater, also Johannes Callisen, hat an der Universität in Wittenberg bei dem Reformator, Humanisten und Freund Martin Luthers Philipp Melanchthon studiert. Seinen Sohn Georg hat er von Melanchthon beeinflusst erzogen. Die ersten Kinderjahre verlebt Georg in seinem Elternhaus, dem Pfarrhaus in Medelby. Von 1598-1603 besucht Georg Callisen die Lateinschule in Flensburg. Vermögende Verwandte machen dem Jungen diese Ausbildung möglich. im Medelbyer Pfarrhaus wie auch in der Lateinschule begegnen ihm reformatorischer Glaube und eine starke humanistische Orientierung.

mit 16 Jahren geht Georg Calixt, der seinen Namen, wie es damals üblich gewesen ist, latinisierte, zum Studium an die Universität nach Helmstedt. Dort studiert er Theologie. Georg Calixt wird dort später Professor. 1616 schreibt er als Widmung in seine Dissertation für den Rat der Stadt Flensburg, dass er ,,urbem vestram paene natalem" nennen könne. Als Geburtsort ist daher von ihm selbst Medelby belegt. Frieden und Eintracht versucht er zwischen Katholiken und Protestanten zu stiften. Über die Grenzen Deutschlands hinaus innerhalb Europas ist er ein geachteter Wissenschaftler.

1631 stiftet er für die Kanzel seiner Heimatkirche St. Matthäus in Medelby zwei weitere Tafeln.

Bis heute begegnet Theologiestudenten an den Universitäten der Name Georg Calixt als der erste Professor der Ökumene, des Dialoges zwischen Katholischer und Evangelischer Kirche.

Ein Nachfahr seiner Familie, Christian Thorsten Callisen, schreibt 2010 seine Diplomarbeit für den Master of Arts an der Universität Queensland über seinen Großonkel Georg Calixt in 10. Generation. Darin stellt er nicht nur den berühmten Theologen Georg Calixt vor, sondern auch sein humanistisches Erbe. Diese Arbeit belegt nicht nur, dass Georg Calixt auch immer schon ein Forschungsgegenstand im englischsprachigen Raum ist, sondern dass seine Gedanken bis heute aktuell sind. So lohnt es sich immer wieder, einen Blick in die Geschichte zu tun oder sich über Inschriften auf Kanzeln oder anderem zu wundern und nachzuforschen. Spuren, die von der Vergangenheit in die Gegenwart führen, weisen in die Zukunft.