Die Die Busch/Marcussen/Kemper Orgel

Eine Orgel ist aus einer Kirche nicht wegzudenken. Ab dem 9. Jahrhundert nach Christi Geburt zog die Orgel allmählich in Deutschlands Gotteshäuser ein und erhielt dort einen festen Platz. Jeden Sonntag zur Gottesdienstfeier,  bei Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten und sonstigen kirchlichen Feiern umrahmt und begleitet unsere Kemperorgel die Feierlichkeiten in der St. Laurentiuskirche zu Munkbrarup – zu unser aller Freude.

Den barocken Orgelprospekt schuf Johann Daniel Busch in Itzehoe 1740, das Werk wurde im 19. Jh. von Marcussen und Hansen gebaut. Ein Schwesterinstrument war seinerzeit für die Kirche in Broager bestimmt. 

Die Orgel wurde im Westen der St. Laurentius Kirche ebenerdig aufgestellt mit vorgesetztem Brüstungselement.  Ihre Einweihung beschreibt Pst. Warneck im ältesten hiesigen Kirchenregister ca. 1740 wie folgt:

In diesem 1740 Jahre ist unsere Kirche mit einer ganz neuen Orgel ausgeziehret worden, so ein Orgelbauer aus Itzehoe Herr Busch verfertiget und welches Werk über 400 Rthl. Gekostet, wozu Sr. Hochfürstl. Durchlaucht Herzog Friedrich 200 Rthlr. Gnädigst geschenket. Die Holeane Einweihung geschahe Dom. IX p. Trintatiz in Höchster Gegenwart der durchlauchtigsten Herrschaften und des gantzen Hofes unter einer wohlgesetzten Musique sowohl vor alß nach der Predigt, wie auch mit Absingung des Te Deum Laudamus unter Trompeten und Paukenschall… 1858 wurde von Marcussen eine neue Orgel gebaut für 1200 Rthlr. ( und wahrscheinlich das Material der alten Orgel), die 1895 unter Anleitung des Kirchl. Musikdirektors Heinebuch in Flensburg von den dortigen Orgelbauern  Hansen für reichlich 300 Mark gründlich gereinigt und renoviert namentlich auch in der Weise verbessert wurde, daß die Terz 1 3/5‘ durch Doppelflöte ersetzt wurde. 

1937 wurde die Marcussenorgel von Tellingstedt nach Munkbrarup verkauft und hinter dem Buschprospekt aufgestellt, wo sie heute noch ein sehr gutes Klangbild erzeugt. 1973 erfolgte der Umbau der Orgel zu ihrer aktuellen Gestalt durch die Firma Kemper, die die Wartung in den nächsten 2 Jahrzehnten inne hatte. 

1996 erfolgte die Ausreinigung durch die Firma Babel die jetzt wieder ansteht. Der Orgelsachverständige der Ev. – Luth. Kirche in Norddeutschland KMD Michael Mages beschreibt in einem Gutachten die Orgel als zeittypisches Beispiel der neobarocken Aesthetik. Die Klangausrichtung dieses sogenannten,,Neo-Barock" wird heute als problematisch und ungenügend empfunden – auch aufgrund der verwendeten Materialien und der schwergängigen Spielweise.  Wenn das Instrument sorgfältig nachintoniert wird, ist der Klang sicherlich für die gemeindlichen und gottesdienstlichen Aufgaben sehr  zufriedenstellend. Dazu trägt das alte Pfeifenwerk von Marcussen bei, das noch in großer Anzahl vorhanden ist, aber auch die akustisch günstige, ebenerdige Aufstellung. 

KMD Mages empfiehlt auch eine Restaurierung des Prospektes und der Orgelfiguren.  Es soll zudem geprüft werden ob sich die bestehende Spieltraktur in Leichtbauweise verbessern lässt, angeraten wird allerdings ein kompletter Neubau der Spieltraktur. „Durch diesen Umbau könnte das wertvolle historische Erbe, das derzeit in der Orgel schlummert, wieder aktiviert werden. Immerhin ist noch der alte Prospektprinzipal vorhanden - gut möglich, dass dieser noch aus der Busch-Orgel stammt und beim Ankauf der Marcussenorgel im Jahr 1937 übernommen wurde. Im Innern der Orgel sind noch die alten Windladen und ein großer Teil des Pfeifenwerks der Marcussenorgel erhalten. All diese Bestandteile des ,,gewachsenen" Zustandes ließen sich mit überschaubarem Aufwand überarbeiten, so dass durch den Neubau der Traktur und eine maßvolle Umdisponierung eine interessante, klangvolle und spieltechnisch zufriedenstellende Orgel entstehen könnte. Auch im Hinblick auf den imposanten Kirchenraum mit seiner erhaltenen, wertvollen Ausstattung wäre die durchgreifende Instandsetzung der Orgel notwendig und soll jetzt durchgeführt werden.