Kirchensanierung

Nach mehreren baulichen Untersuchungen mussten wir unsere Kirche im August 2019 vorläufig schließen. Aufgrund der „Allgemeinen Verkehrssicherungspflicht“ haben seinerzeit das Landeskirchenamt und die „Denkmalschutzgesellschaft des Landes Schleswig-Holstein“ angeordnet, dass wir die Kirche für den Publikumsverkehr sperren mussten.

Der Unterschied liegt darin, dass ein historisches Gebäude saniert wird
Seitdem ist ein Jahr vergangen, und sie fragen sich vielleicht, weshalb das marode Dach denn noch nicht instand gesetzt wurde. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es ist eben ein erheblicher Unterschied, ob ein historisches Gebäude saniert werden muss, oder ein Einfamilienhaus. Im September 2019 fanden mehrere Besichtigungen des Daches mit anschließenden Besprechungen statt, an denen die beauftragte Architektin Frau Lambrecht, der Statiker Herr Reichenberger, der Architekt des Kirchenkreises Schleswig - Flensburg Herr Pintat-Witt, unsere Pastorin Frau Svarer und als Vertreter des Kirchengemeinderates Herr Petersen teilnahmen. 

Nicht nur ein Dachschaden – auch einen Wandschaden
Um die Schäden genauer untersuchen zu können, wurden, wegen der sehr engen räumlichen Verhältnisse auf/unter dem Dach, die Traufbereiche von einer Dachdeckerfirma freigelegt. In der Folge, haben ein Vermessungstechniker, ein Statiker, ein Sachverständiger für Holzschäden, ein Artenschutzbeauftragter (Fledermäuse), ein Restaurator, ein Brandschutzbeauftragter, ein Gutachter der den Boden untersucht hat auf dem die Kirche steht(Gründungsbeurteilung), ein Orgelsachverständiger, ein Tischler (Sicherungsmaßnahmen für die Orgel), ein Elektriker, und fast immer dabei die Architektin Fr. Lambrecht, ihre, für die Sanierung vorbereitenden spezifischen Arbeiten durchgeführt. Bei Untersuchungen der tragenden Bauteile durch eine Baufirma, wurden besorgniserregende Zustände von Mauerkrone und Wänden festgestellt. Durch den Westgiebel, der mit einem Granitquadermauerwerk aufgebaut ist, dringt Wasser in das Innere des Gebäudes ein. Bei der Untersuchung des Westgiebels wurde außerdem festgestellt, dass die Maueranker, am Giebel als Metallzahlen zu erkennen, innerhalb der Mauer völlig verrostet sind. Durch zwei Öffnungen an der Nordwand (z. Zt. mit Kunststofffolien zugestopft), wurde entdeckt, dass sich dort runde, glatte Feldsteine ohne Mühe entnehmen lassen, da diese nicht mehr mit Mörtel verbunden sind. Proben des ehemaligen Mörtels wurden an ein Labor geschickt. Von dem Ergebnis ist abhängig, mit welchem Material an dieser Stelle saniert werden kann. In dieser Wand werden mehrere Hohlräume vermutet. Diese Wand ist also instabil und wird eine neue Dachkonstruktion nicht tragen können. Zusammen mit den Architekten und dem Statiker, hat sich ein Mitarbeiter einer Firma, die mit einem speziellen Verfahren ähnliche Schäden in Kirchen im Kreis SL-FL mit Erfolg saniert hat, die Wände angesehen und das Verfahren der Firma vorgestellt. Damit diese Arbeit durchgeführt werden kann, wurden, um die Hohlräume zu orten, in der 28. KW durch einen Professor und dessen Mitarbeiter der CAU Kiel, mit einem speziellen Verfahren, die Rundlingsfeldsteinwände untersucht.

Unsere Kirche muss substanzerhaltend und ertüchtigend saniert werden
Nach im Laufe der Zeit, zunehmend entdeckten Schäden, fanden mehrfach Baubesprechungen statt, bei denen beraten wurde, wie unsere Kirche saniert werden kann. Auch mit Vertretern des Landesamtes für Denkmalpflege, der Landeskirche und des Kirchenkreises, die sich die Schäden angesehen haben, fanden Besprechungen statt. Inzwischen, hat der Statiker eine Dachkonstruktion entworfen. Dabei musste er berücksichtigen, dass noch vorhandene, mittelalterliche Balken, aufgrund des Denkmalschutzes erhalten werden, obwohl sie keine tragenden Eigenschaften mehr haben.

Kürzlich hat ein, vom Landesamt für Denkmalschutz beauftragter Bauhistoriker, erkundet, dass es in dem Kirchendach auch noch Balken aus dem 19. Jahrhundert gibt, die ebenfalls zu erhalten sind.

Danke für jede Spende!
Die erheblichen Schäden, verbunden mit den Auflagen durch den Denkmalschutz, führen dazu, dass die Sanierung unserer Kirche eine große Geldsumme erfordert. Durch gutes Wirtschaften in den zurückliegenden Jahren, kann ein Teil davon aus dem Etat unserer Kirchengemeinde aufgebracht werden. Eine größere Summe aus den Gemeinschaftsrücklagenwurde bereits vom Kirchenkreis Schleswig- Flensburg bewilligt. Von der LKA (Ev. Luth. Kirche in Norddeutschland) und vom Landesamt für Denkmalpflege wurden auch bereits Gelder bewilligt. Außerdem wurden Anträge bei diversen Sponsoren gestellt. U. a. bei der ZE IT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Reemtsma-Stiftung, Fielmann-Stiftung, Sparkassen-Stiftung, Commerzbank-Stiftung. In diesem Zusammenhang, bedankt sich der Kirchengemeinderat für die Großzügigkeit der Gottesdienstbesucher, wenn um eine Kollekte für die eigene Gemeinde gebeten wird. Bei dem sehr großen Sanierungsbedarf und den damit verbundenen hohen Kosten, taucht vielleicht die Frage auf, ob es überhaupt sinnvoll ist, dieses Kirchengebäude zu erhalten. Die gesetzliche Antwort darauf ist: „Eigentum verpflichtet, ein Denkmal, im Rahmen des Zumutbaren, zu erhalten.“ Was jedoch zumutbar ist, wurde nie festgelegt. Anmerkung: unsere Kirche gehört zu den ältesten Backsteindorfkirchen Norddeutschlands. Die Errichtung wird den Maurern der Bauhütte des Schleswiger Domes zugeschrieben. Außerdem sei unsere Orgel, deren Sanierung auch noch aussteht, laut dem Orgelsachverständigen, ein Kleinod. Es gäbe zwar noch mehrere vergleichbare Orgeln, aber in keiner gibt es noch so viele Originalbauteile. Wir hoffen, dass wir im Frühjahr mit der Stabilisierung der Wände beginnen können, damit auch das Dach saniert werden kann .

Für den KGR Nübel Karl – Heinz Petersen

Online-Spende

  "Nübel hat einen Dachschaden"
Sie haben hier die Möglichkeit, online zu spenden:
www.nuebel.kirche-foerdern.de