St. Nikolai in Quern

 

Nach dem Vorbild von Sörup und Munkbrarup wurde sie um 1200 als Granitquaderbau begonnen. Mit dieser aufwendigen Bauweise kam man allerdings nicht über den schön profilierten Sockel hinaus, dann stellte man nur noch die Ecken mit Quadern her und zog die Mauerflächen mit Feldsteinen hoch. Die ursprüngliche Kirche bestand aus einem Kastenchor und einem relativ kurzen Schiff, dessen Nordseite noch drei kleine Rundbogenfenster und - westlich anschließend - ein vermauertes Portal aufweist. Die Bögen dieser Öffnungen sind bereits aus Backsteinen gemauert. Schon im zweiten Viertel des 13. Jh. begann man, die Kirche nach Westen um eine neue Portalachse und zwei Fensterachsen in Feldsteinen zu verlängern. Das nördliche der beiden jüngeren Portale ist mit Rundbogen und gestufter Rahmung durch umlaufende Bänder aus runden Formziegeln noch spätromanisch. Fortschrittlicher und aufwendiger ist das erst nach 1250 entstandene frühgotische Südportal in dem 1909 erneuerten Vorhaus. In seiner aus glasierten und naturroten Ziegeln im Wechsel gemauerten Rahmung stehen zwei Paar dünne Säulchen mit Formsteinkapitellen.

Die im Spätmittelalter vergrößerten Südfenster erhielten 1904 ihre heutige Form. In der Spätgotik (14./15. Jh.) entstand der massige Backsteinturm. Mit der im Nord- und Ostgiebel noch erhaltenen Blendengliederung und dem gedrungenen achtseitigen Helm ähnelt er seinem Nachbarn in Esgrus.

Den ursprünglich flachgedeckten Innenraum überspannen seit 1521 spätgotische Gewölbe wie große, tief ansetzende Baldachine, das des Chores und die beiden westlichen des Schiffs mit vier, das östliche besonders eindrucksvolle des Schiffs mit acht vierkantigen Rippen. Im Zuge der gründlichen Renovierung 1958 erhielten die Bögen im Raum eine eigenwillige symbolisch-abstrakte Bemalung durch den Flensburger Künstler Ernst Günter Hansingk, ein vielbeachteter, gelungener Versuch, Mittelalter und Moderne zu verbinden. Um den romanischen Chorbogen malte Hansingk Passionssymbole und das österliche Strahlenkreuz.
Von der Erstausmalung entdeckte man 1958 in den Leibungen der damals geöffneten Nordfenster einige Reste, darunter im Chor einen bärtigen Prophetenkopf. Farbiges Licht fällt durch die 1905 gestifteten Bleiverglasungen der Werkstatt Ferdinand Müller, Quedlinburg, ein, die in fantasievollem neugotischen Rankenwerk die Taufe Christi und die Evangelisten zeigen.

Die Vorderseite des romanischen Altarblockes bedeckte einst eine Frontplatte (Antemensale) der Zeit um 1200 mit vergoldeten Kupferreliefs Christi und der Apostel. Sie wurde 1881 für nur 300 Mark verkauft und zählt heute zu den bedeutendsten romanischen Kunstwerken des Germanischen Museums in Nürnberg. Seit 1958 steht das große spätgotische Triumphkreuz auf dem Altar. In die Nordwand des Chores wurde im 15. Jh. eine Sakramentsnische eingefügt, deren Tür an der Innenseite Christus als Schmerzensmann zeigt. Besonders originell ist die Holztaufe vom Anfang des 17. Jh.. Ihre halbkugelige Kuppa ruht auf einer Platte, die von den Evangelisten getragen wird. Die Spätrenaissancekanzel mit Brüstungsreliefs der Passion entstand um 1620 im Umkreis der Flensburger Ringeringwerkstatt. 1993 erhielt die Kirche eine in spätgotischer Art geschnitzte Statue ihres Patrons Nikolaus. Auf der 1696 errichteten Westempore mit biblischen Brüstungsbildern, steht die 1982 von Hinrich Paschen gebaute Orgel.