St. Laurentius-Kirche zu Satrup

Geschichtliches aus der Kirchengemeinde Satrup
In der Mitte des großen Dorfes, nahe der Hauptkreuzung, steht auf einer Grünfläche, dem ehemaligen Friedhof, die um 1200 erbaute romanische Kirche aus Rechteckschiff und schmalerem Kastenchor. Der Zuweg führt durch ein 1766 aus Backstein gemauertes Friedhofstor.

Die Kirche war vielleicht ursprünglich als Granitquaderbau geplant. Mit der aufwändigen Quadertechnik kam man jedoch nicht über den schön profilierten Sockel hinaus, darüber führte man nur noch die Ecken in Quadern hoch und nahm für die Flächen Feldsteine. An der Nord- und Ostseite sind die schmalen romanischen Rundbogenfenster noch erhalten; die großen Segmentbogenfenster der Südseite wurden im späten Mittelalter eingefügt.

Vor das romanische Nordportal baute man wohl im 15. Jh. ein spätgotisches Vorhaus aus Backstein mit blendenverziertem Giebel. Der aus Backstein und Granit gemauerte Turm entstand 1903 nach Entwurf des Schleswiger Baurates Kosidowski. Er ersetzte einen der für Angeln typischen freistehenden Holztürme. Neben dem Turmportal fand der bis 1903 im Vorhaus eingemauerte "Satruper Reiter" seinen heutigen Platz. Auf dem wohl für die romanische Kirche geschaffenen Bildquader sprengt ein Reiter mit Helm, Schild und wehendem Mantel, eine Lanze schwingend, daher, wohl Sinnbild des Kampfes gegen das Böse.

 

Im Innenraum überspannt eine 1959 vom Restaurator Carl Fey-Thalmühlen ornamental bemalte flache Balkendecke das Schiff. Der Chor erhielt im späten 16. oder frühen 17. Jh. sein Kreuzrippengewölbe zusammen mit dem runden heutigen Chorbogen. Über den gemauerten Altar mit dem schlichten Holzkreuz hinweg blickt man heute auf das romanische Ostfenster. Der barocke, 1743 von Wilhelm Buchholtz in Flensburg geschaffene Altaraufsatz wurde 1983 an die Nordwand des Schiffes gehängt. Der zierliche, vom Sternensymbol Gottes gekrönte Aufbau umschließt ein 1854 von F. Rannje gemaltes Kreuzigungsbild.

Der Aufbewahrung der geweihten Hostien diente die spätgotische Sakramentsnische in der Nordwand des Chores, deren Tür auf ihrer Innenseite das Bild des Schmerzensmannes zeigt. Die Kuppa der aus gotländischem Kalkstein gehauenen Taufe aus der ersten Hälfte des 13. Jh. ist mit Rundbögen gegliedert, den Taufenfuss beleben die markanten Köpfe eines Bischofs, eines Teufels und einesWolfes.

Ein Balken im Chorbogen trägt die spätgotische Triumphkreuzgruppe. Das Kreuz Christi ist reich mit Krabben und Endscheiben, in welche die Symbole der Evangelisten geschnitzt sind, geziert. Der unbekannte Bildhauer der Triumphkreuzgruppe schuf wohl auch um 1500 die beiden, jetzt in den Ecken des Chores angebrachten kleinen Engel, die ursprünglich auf geschnitzten Stangen getragen werden konnten.

Unter dem Einfluss Heinrich Ringerings in Flensburg entstand 1607 die reichgeschnitzte Spätrenaissancekanzel, deren fünf Bildfelder aus dem Leben Christi von der Geburt bis zur Himmelfahrt erzählen. Von der Orgel, die Jürgen H. Angel 1781 in Flensburg schuf, ist noch der elegante Prospekt erhalten; das 1903 von Sauer, Frankfurt a. d. Oder, erbaute Werk wurde 1977 durch die Werkstatt v. Beckerath, Hamburg, erneuert. An Melchior Witte und seinen Sohn Albinus, beide im 17. Jh. Pastoren in Satrup erinnern die großen Schriftgrabsteine im Chor, an die Familie Went, darunter der "kunsterfahrene" Organist Alexander Went (gest. 1763) mehrere Grabsteine am Vorhaus und am Chor, anrührend der Stein mit den Gestalten zweier "in der besten Blüthe ihrer Jahre 1712 und 1716 entschlafenen Schwestern", die sich, gekleidet in modische Reifröcke , die Hände reichen.