Luther und der rote König

Das Oratorium vom Weg der Reformation nach Dänemark

Im Auftrag der Kirchengemeinde Schleswig und als Beitrag zum Reformationsjubiläum hat der Schleswiger Komponist Björn Mummert das Oratorium „Luther und der rote König“ komponiert, das am 11.06.2017 im Dom aufgeführt wurde.

Viele werden bei dem Namen Björn Mummert an das von ihm komponierte „Oratorium einer Stadt“ zum 1.200-jährigen Geburtstag der Stadt Schleswig denken. Es wurde 2004 und 2008 im Dom aufgeführt. Dieses Stück war von hoher Musikalität und großem Einfallsreichtum geprägt.

Inhalt

Das Oratorium erzählt von der Freundschaft zwischen Martin Luther und dem im Exil lebenden König Christian II. Immer wieder besucht dieser mit seiner Frau Elisabeth Wittenberg, um das lutherische Gedankengut nach Dänemark zu tragen. Inspiriert durch Luthers Arbeit übersetzt er das Neue Testament ins Dänische. König Friedrich regiert das Land zu dieser Zeit von Schleswig aus. Christian versucht mit Eifer die Krone Dänemarks zurückzuerlangen. Es gelingt ihm nicht, dennoch wird Dänemark das erste Land, das offiziell „lutherisch“ ist.

Martin Schwarz Laustens Buch „Die heilige Stadt Wittenberg“ dient als Grundlage für dieses Oratorium. Prof. Eberhard Harbsmeier, der als Sprecher mitwirkte, hat in einem Vortrag die geschichtlichen Hintergründe zu den einzelnen Stücken des Oratoriums aufbereitet (siehe "Tipp").

Musik

Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Klassik und Pop. Martin Luther, Christian II sowie seine Frau Elisabeth werden von Vokalsolisten interpretiert. Ein Sprecher wird durch die Geschichte führen, in der ein großer Chor vor allem kommentierend eingreift. So wird er reformationsprägende Lieder singen oder etwa Lutherzitate intonieren.

Begleitet wird der Gesang von einem kleineren Instrumentalensemble. Klangprägend wird sicher der Einsatz eines Synthesizers sein, ebenso sind ein Vibraphon und ein Bajan, ein Knopfakkordeon, zu hören.

So werden die Zuhörer neue Klangwelten erleben, so wie Luther selbst mit seinen neuen Liedern die sakralen Klänge erneuert hat.

Moderne Tontechnik sowie Lichteffekte waren weitere unterstützende Höhepunkte der Aufführungen.

Das Konzert in Schleswig ist mitgeschnitten worden und ist im freien Handel sowie in der Domküsterei zum Preis von 20 Euro erhältlich.

Mitwirkende

Tine Fris, Aarhus (Sopran)
Christian Svane, Aarhus (Tenor)
Martin Backhaus, Berlin (Bass)
Schleswiger Domchor, Domkantorei Schleswig
Axel Riemann (Synthesizer)
Nils Rohwer (Vibraphon)
Igor Vlassow (Bajan)
Michael Becker (Cello/Effekte)
Justus Reiff, Jakob Borggrefe (Posaunen)
Alexander Flamm, Hans Lehmann (Trompeten)
Wolfgang Berger (Sprecher deutsch)
Eberhard Harbsmeier (Sprecher dänisch)

Leitung: Domkantor Rainer Selle

Deutsch-dänisches Projekt

Das Projekt war als deutsch-dänische Zusammenarbeit angelegt und wurde über die "europäische territoriale Zusammenarbeit" (Interreg) und die Nordkirche maßgeblich finanziert. Daher wirkten nicht nur dänische Solisten mit, sondern das Werk wurde auch in Dänemark (Ribe, Løgumkloster und Sonderburg) aufgeführt. In Deutschland war es in Meldorf und Schleswig zu hören.
Björn Mummert hat eine zweisprachige Internetseite erstellt, auf der alle Informationen auch in dänisch hinterlegt sind. Mehr