Fruehjahrssynode 2017
Zustimmung der Synodalen zum Entschluss über die Jugendarbeit. Im Vordergrund: Ingo Gutzmann als Verantwortlicher (Foto: Pfaff)

Bericht von der Frühjahrstagung der Kirchenkreissynode

26.03.2017

Am Sonnabend, dem 18.3.2017 traf sich die Kirchenkreissynode von Schleswig-Flensburg im Havetofter Elisabeth-Heim zu ihrer Frühjahrstagung. Im Mittelpunkt standen zwei Themen: Der Haushalt für die Jahre 2017 und 2018 sowie die Kinder- und Jugendarbeit der Kirche im Kreisgebiet.

Wie eng die Themen "Geld" und "inhaltliche Arbeit" zusammengehören, erläuterte die Vorsitzende des Kirchenkreisrates, Pröpstin Johanna Lenz-Aude. Sie sagte: "Der Haushalt ist ein Spiegelbild der inhaltlichen Arbeit. Mit dem Haushalt entscheidet die Kirchenkreissynode über die tatsächliche Durchführung kirchenpolitischer Entscheidungen."

Einer der konkreten Tagungs-Inhalte: Die Kinder- und Jugendarbeit, für die Pastor Ingo Gutzmann (Regionalzentrum) sowie Michael Tolkmitt und Andrea Stoltenberg vom Jugendwerk eine Entschließung einbrachten. Demnach sollen die Kirchengemeinden und Einrichtungen bestärkt werden, Kinder- und Jugendarbeit partizipatorisch und selbstbestimmt zu gestalten: "Selbstbestimmung, Eigenverantwortlichkeit und Selbstwirksamkeit stehen im Mittelpunkt", so Pastor Gutzmann. Dies reiche von den Angeboten für Kinder über Jugend- und Konfirmand_innenarbeit bis hin zur Mitarbeit der Jugendlichen in Gremien, wie der Synode.

Nach Diskussion über die einzelnen Punkte brachte die Kirchenkreis-Synode die Entschließung auf den Weg. Gutzmann sagt: "Ich bin dankbar, dass wir nun einen Rahmen geschaffen haben, an den wir praktisch anknüpfen können."

Ebenfalls ganz praktisch ging es im zweiten Tagungsteil dann um die Haushaltszahlen. Erstmals beschlossen die Synodalen einen Doppelhaushalt für 2017 und in abgespeckter Form auch für 2018. Die Entscheidung für einen Doppelhaushalt hatte ebenfalls praktische Gründe: Zum einen ist nach der Prognose des Landeskirchenamtes von stabilen Zuweisungen auszugehen, zum anderen wird sich nach den Wahlen der neuen Kirchengemeinderäte genau Anfang 2018 eine neue Synode bilden, die dann mit Wahlen, Bildung von Ausschüssen und anderen Gründungsaufgaben beschäftigt ist.

Für 2017 erwarten Kirchenkreis und Kirchengemeinden im Vergleich zum letzten Jahr mit leicht erhöhten Kirchensteuerzuweisungen in Höhe von 20,4 Millionen Euro. Dies ist allerdings nicht auf wesentlich steigende Kirchensteuern zurückzuführen, sondern darauf, dass die Landeskirche Versorgunglasten stärker aus Erträgnissen der Stiftung Altersversorgung mitfinanziert. Auf Empfehlung des Finanzausschuss-Vorsitzenden, Pastor Thomas Nolte, beschließt die Synode pauschal 400.000 Euro für Investitionsmaßnahmen und 100.000 Euro als Planungsreserve zurückzustellen. Trotz dieser Pauschalen, steigender Umlagen bei den Pfarrgehältern, Tarifanpassungen bei den Mitarbeiter_innengehältern und weiterer gestiegener Kosten wird es nach diesem Finanzplan 2017 möglich, 235.000 Euro mehr an die Kirchengemeinden auszuschütten als im Jahr 2016 und 113.000 Euro mehr an den Kirchenkreis.

Den Haushalt für das Kita-Werk, in dem ca. 750 Mitarbeiter_innen in 46 Kitas mit 215 Gruppen über 3.600 Kinder bilden, erziehen und betreuen, brachte der Leiter des Kitawerks, Gerd Nielsen, ein. Er führte aus, dass neben der Leistung als Träger der Einrichtungen derzeit aus Kirchensteuermitteln rund 1,7 Millionen Euro in die kirchlichen Kindertagesstätten fließen - und das, obwohl die Finanzierung eine öffentliche Aufgabe ist. Dabei wisse er wohl um das erklärte Ziel der Synode, die Eigenmittel künftig weiter zu reduzieren, sagte Nielsen.

Das Diakonische Werk, in dem 157 hauptamtliche und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter_innen soziale Arbeit für die Menschen leisten, erhält vom finanziellen Anteil des Kirchenkreises ca. 1 Million Euro aus Kirchensteuermitteln und muss weitere 200.000 Euro aus Rücklagen beisteuern. Über 5 Millionen Euro des Gesamtbudgets sind drittmittelfinanziert.

Das Regionalzentrum mit den verschiedenen Einrichtungen vom Jugend- über das Frauenwerk, der Konfirmandenarbeit bis hin zu den Arbeitsbereichen Spiritualität und dem neu entstehenden Arbeitsbereich Klimaschutz erhält 1,15 Millionen Euro vom Kirchenkreisanteil. Eine Klimaschutzstelle wird eingerichtet, nachdem die Landeskirche in einem Klimaschutzgesetz beschlossen hat, dass sich die Kirchenkreise mit 0,8 Prozent des Haushaltes dem Klimaschutz widmen sollen.

Ein weiterer Beschluss der Kirchenkreis-Synode: Gemeinsam werden Kirchenkreis und die Kirchengemeinden die Sanierung des Schleswiger Doms, dem überregional eine besondere Bedeutung zukommt, in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 950.000 Euro aus gemeinsamen Rücklagen unterstützen. Die Kirchengemeinde Schleswig gibt 50.000 Euro, weitere Förderungen kommen vom Bund, dem Land, der Landeskirche und der Stadt Schleswig.