Proepstin Lenz Aude berichtet uber Pfarrstellenplan Foto Pfaff
Pröpstin Lenz Aude berichtet über den Pfarrstellenplan (Foto: Pfaff)

Bericht von der Synodentagung des Ev.-Luth. Kirchenkreis-Schleswig-Flensburg

10.02.2019

Die Verteilung von Geld und von Pfarrstellen: Das waren die beiden Hauptthemen der Synodentagung des Ev.-Luth. Kirchenkreis-Schleswig-Flensburg am Sonnabend, 9.2.2019.

Die Kirchenkreisparlamentarier (Synodale) verabschiedeten im Havetofter Elisabethheim den Haushalt 2019. Sie hörten Berichte zur Pfarrstellensituation und aus der Landeskirche, erhöhten die Pfarrstelle für Konfirmandenarbeit auf 100%, gaben sich eine Geschäftsordnung, brachten einen Antrag an die Nordkirche bezüglich der Namensgebung bei Gemeindefusionen auf den Weg und wählten die Mitglieder für ihren Ausschuss zur Bewahrung der Schöpfung.

Zur derzeitigen Pfarrstellensituation berichtete Pröpstin Johanna Lenz-Aude, dass der Kirchenkreis den Pfarrstellenrahmenplan mit Ernst umsetze, so wie ihn die Synode 2016 beschlossen hatte: Statt 79,5 Gemeindepfarrstellen im Jahr 2015 sollten demnach langfristig noch 67,75 bleiben. Laut aktuellem Stand gebe es 73,5 Gemeindepfarrstellen. Bei den übergemeindlichen Pfarrstellen sei bis heute beispielsweise bei der Notfallseelsorge gekürzt worden, die Schleswiger Regionalpfarrstelle und die Pfarrstellen für innovative Seniorenarbeit und für Kirche in der Arbeitswelt seien weggefallen.

Gleichzeitig kündigte Lenz-Aude an, dass die Planzahlen des Kirchenkreises vermutlich von der Landeskirche überholt würden. Diese berät auf ihrer nächsten Nordkirchen-Synodentagung Ende Februar ein Gesetz „zur Steuerung der Pfarrstellen“. Der Grund: Mehr Pensionierungen von Pastoren als Berufsanfänger. Pröpstin Johanna Lenz-Aude sagte: „Wir waren damals die Pastorenschwemme. Nun schwemmen wir alle gleichzeitig in den Ruhestand.“ Allein in Schleswig-Flensburg sei von heute an bis Ende 2023 mit 25 Pensionierungen zu rechnen. Um den Nachwuchs gleichmäßig im Land zu platzieren, will die Nordkirche eine Höchstgrenze einführen, wie viele Pastorenstellen pro Kirchenkreis besetzt werden. Für Schleswig-Flensburg wären das – wenn das Gesetz so verabschiedet wird – im Jahr 2025 noch 74,5 Pfarrstellen, also 21 weniger seit 2015.

Sie sagte: „Jetzt ist die richtige Zeit, Entscheidungen zu treffen, wie unsere Kirche in 10 Jahren aussehen soll. Da müssen die pastoralen Aufgaben neu definiert werden. Wir brauchen geteilte Aufgaben, exemplarische Projekte, Ergänzungen und eine Wertschätzung dafür, wie andere Kirche sind. Gott hat viele Möglichkeiten, und sein Geist ist kreativ und macht kreativ. Und um diesen Geist bitten wir.“

Um das Gestalten von Inhalten ging es auch beim Haupt-Tagesordnungspunkt der Synode, dem Haushalt. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pastor Ingo Gutzmann, sagte: „Geld einzusetzen bedeutet auch immer, sich für Inhalte zu entscheiden. Hinter all den Zahlen stecken Menschen an verschiedenen Orten, die Kirche gestalten.“

22,7 Millionen Euro hat die evangelische Kirche im Kreisgebiet 2019 zur Verfügung, das ist ca. 1 Million Euro mehr als im Vorjahr – 500.000 Euro davon fließen zusätzlich in die Arbeit der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises, der Rest in den Etat für Gebäude. Erstmals hat das Kirchenparlament darüber entschieden, welche Baumaßnahmen davon bezuschusst werden sollen. Um die Mittelvergabe transparenter zu gestalten, war ein neues Vergabeverfahren eingeführt worden. Aus gemeinsamen Mitteln werden demnach der Architektenwettbewerb für die Kita in Ellenberg sowie die Kirchendächer in Thumby-Stuxdorf /und in Nübel mitfinanziert.

Zum Haushalt der Kindertagesstätten berichtete der stellvertretende Verwaltungsleiter Johannes Müller, dass es – wie von der Synode vor einigen Jahren vorgegeben – in einem Verhandlungsmarathon gelungen sei, die Eigenanteile an den Kitas im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zu reduzieren, bis 2020 seien die Eigenanteile in 32 Kitas auf 0 reduziert. Die Kosten für die Fortbildung und Gesamtverwaltung der Kitas im Kita-Werk sei gestiegen, unter anderem weil zahlreiche Kitas beigetreten sind und das Betreuungsangebot deutlich ausgeweitet worden ist. Insgesamt investiere die Kirche in Schleswig-Flensburg 1,3 Millionen Euro in die Kitas, davon knapp 600.000 Euro in Betriebskostenanteile und gut 700.000 Euro in das Werk.

„1,3 Millionen Euro für Kita-Arbeit ist doch nicht nichts“, sagte Pastorin Kerstin Popp aus Schuby. „Darauf können wir stolz sein, auch wenn die Kommunen das in den Verhandlungen manchmal anders sehen.“ Zuvor hatte Pastor Dr. Philipp Kurowski gefordert, dass die Kirche ein verlässlicher Partner bei den Kita-Angeboten vor Ort bleiben müsse, auch wenn sie für diese staatliche Aufgabe nicht selbst bezahle.

„Es geht darum, wie wir als Kirche in Zukunft generell im ländlichen Raum präsent sind“, so der Leiter des Regionalzentrums, Pastor Ingo Gutzmann, der gemeinsam mit anderen Kirchenkreisen das Projekt „Kirche im ländlichen Raum 2030“ auf die Beine gestellt hat. Seine Erkenntnis nach der ersten Sitzung: „Die Kirche ist schon immer im Wandel und sah zum Beispiel vor 100 Jahren ganz anders aus als heute. Wir brauchen uns vor Veränderung nicht fürchten, sondern können sie aktiv gestalten.“