Kinder mit Bo Drums III Foto Pfaff
Kinder mit Bo Drums (Foto: Pfaff)

Bo-Drums, Bewegung und ein Lied: Sprachentwicklung im Mittelpunkt

27.05.2019

„Auf die Bildung, fertig, los!“: Unter diesem Motto sind am 15. Mai ca. 150 Mitarbeiter*innen von 33 Kitas zwischen Brunsbüttel und Flensburg in der Flensburger Goethe-Schule zusammengekommen, um ihre Ideen auszutauschen, sich zu vernetzen und gemeinsam nach vorne zu blicken.

Alle 33 Kitas der insgesamt 15 Träger sind so genannte „Sprach-Kitas“ und organisiert in drei Sprach-Verbünden. Jede Kita wird von der Bundesregierung mit 25.000 Euro pro Jahr gefördert. Zusätzlich finanziert der Bund je eine Fachberaterin pro Verbund, die die Kitas begleitet und berät. Das Ziel ist für alle Kitas das Gleiche: Sprache fördern als ein Baustein für gleiche Bildungschancen für alle.

Sprachliche Bildung bleibt sehr wichtig
Die Gründe, warum sprachliche Bildung wichtig ist, seien vielfältig, führten Gastgeberin Gesa Görrissen vom ADS-Grenzfriedensbund und Christine Hansen vom Ev. Kitawerk in der Begrüßung aus. Ein Faktor ist beispielsweise die intensive Handynutzung der Eltern, die sich auf die Kommunikation der Kinder auswirkt.

Viele Möglichkeiten zur Information und Vernetzung
Neben den Kolleg*innen der 33 beteiligten Kitas begrüßten die Gastgeber auch Leiter*innen und Mitarbeiter*innen nicht-geförderter Kitas zum Vernetzungstag. An der „gute Praxis-Börse“ erfuhren diese von zahlreichen Erfolgsbeispielen direkt aus den Kitas und erlebten so, in welcher Vielfalt sprachliche Bildung direkt in den Alltag integriert werden kann – mit Hör- und Lauschprojekten genauso wie im Klatschen, in Fingerspielen, Bewegung, Rhythmus, Reimen und Musik.

"Bo-Drums" helfen
Eindrücklich zeigten Kinder der ADS-Kindergarten Jupiterweg (Flensburg) beispielsweise, wie „Bo-Drums“ helfen, Rhythmus und Worte zu finden. Und Silvia Höpfner von der Kita Paulus Nord in Brunsbüttel ließ die ca. 150 Gäste gleich selbst erfahren, wie gebärdenunterstützendes Singen wirkt, so dass alle zusammen in Bewegung „ein Vogel kommt geflogen“ trällerten. Anschließend berichtete sie von einer Studie, nach der sich die Sprachförderung auch auf den Schulabschluss auswirken kann – immer wieder kämen Kinder einen Schulabschluss weiter als ohne Förderung.


Gebärdenunterstütztes Singen. Im Vordergrund Oberbürgermeisterin Simone Lange und Amin Hamadmad, Ministerium für Soziales (Foto: Pfaff)

Sprachliche Bildung ist wie ein Langstreckenlauf
Oberbürgermeisterin Simone Lange nahm in ihrem Grußwort den Veranstaltungstitel „auf die Bildung, fertig, los“ zum Anlass, die sprachliche Bildung mit einem Langstreckenlauf zu vergleichen. Dies sei kein Wettlauf in Konkurrenz, sondern eine Art Staffellauf als Mannschaftssport. „Für einen Langstreckenlauf gilt es, gut trainiert zu sein“, sagte sie und bezeichnete den Tag als Zwischenstopp zur Wegbestimmung, bevor sich alle wieder auf die Langstrecke machen. Für diese sagte sie den Staffelläufer*innen bestmögliche politische Unterstützung zu.


Vivien Sturm und Anke Fiebig übergeben die Gießkannen (Foto: Pfaff)

Sprach-Projekte "blühen auf"
Vivien Sturm, Fachberaterin des Nord-Verbundes II, Mitarbeiterin des ADS Grenzfriedensbundes und Initiatorin des Vernetzungstages, verglich gemeinsam mit ihren Kolleginnen Natascha Wolter (Sprachverbund Nord) und Anke Fiebig (Verbund Nord-West) die Sprach-Projekte mit einer Blumensaat, die sie in den Kitas gesät haben. „In jeder Kita gehen andere Blumen auf. Heute zeigen wir eine bunte Wiese, die hoffentlich neue Samen bringt“, so Natascha Wolter. Um die Saatverteilung zu fördern, übergaben die Kolleg*innen allen beteiligten Kitas zum Abschluss ein Geschenk: Eine Samentüte und eine Gießkanne.