Maren Kotting erlautert ihre Friedenscollage
Maren Kötting erläutert ihre Friedenscollage.

Collagen zum Frieden im Kappelner Rathaus

"Die Saat des Friedens muss befeuchtet werden" 08.07.2018

Seit Juni 2018 sind sie im Rathaus Kappeln auf zwei Fluren zu sehen: Collagen, inspiriert durch das Zitat von Mahatma Gandhi: "Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg." Entstanden sind sie bei einem Kunstworkshop im Rahmen der interkulturellen Wochen des Kreises Schleswig-Flensburg im September 2017.

Diakon Detlef Flüh und Ökumene-Pastorin Susanne Thiesen organisierten ihn und Behrus Basiar aus Uelsbyholz übernahm die künstlerische Leitung. Zwölf Menschen aus Persien und dem hohen Norden Deutschlands trafen sich im Regionalzentrum Kappeln.

Zuerst war Zeit, sich kennen zu lernen. Schnell war gegenseitiges Verstehen da, trotz der unterschiedlichen Herkünfte. Der Austausch über den Wunsch nach Frieden machte Lust darauf, eigene Gedanken und Erfahrungen "ins Bild zu bringen". Nachdem Behrus Basiar alle mit der Technik der Collagen vertraut gemacht hatte, wählte jeder Motive aus den Zeitungen, riss Teile aus und fügte sie zusammen. Es entstanden Landschaften voll Hoffnungen inmitten von Unfrieden. 

Jetzt kann man dank der freundlichen Bereitschaft von Bürgermeister Heiko Traulsen und dem stellvertretenden Bürgervorsteher Helmut Schulz die Ergebnisse öffentlich sehen. Bei der Vernissage fragten die Besucher interessiert nach den Bedeutungen der ausgestellten Werke:

Auf Detlef Flühs Bild sind neben alten und jungen Menschen die Abdrücke von Patronen aus den Libanonkrieg zu sehen, aus denen kleine Kreuze gearbeitet wurden, - ein Symbol für die Umwandlung von Gewalt zum Frieden.


Alwin Dordani vor seiner Friedenscollage.

Auf Alwin Dordanis Kunstwerk sind viele Kinder und Tiere beim Zitat von Mahatma Gandhi unter dem Titel „Friedensmarsch“ zu finden. Vanessa Dordanis erstes Bild hat den Titel: "Ein Leben ohne Frieden ist wie die Erde ohne Wasser". Sie fügt hinzu: "Die Saat des Friedens muss befeuchtet werden". Ihr zweites Bild ist ein Puzzle. Der Wunsch nach Zusammenklang wie bei schöner Musik, Liebe und Gemeinschaft taucht hier auf. Das Beste wäre, wenn alle wie in einem Dorf zusammenlebten. Ihre Aufmerksamkeit liegt bei den Menschen in Afrika, weil diese besonders Unterdrückung erfahren.

In Gholam Mahramis Bild steht ein glühendrotes Herz im Mittelpunkt. Wenn Herzen stark sind, kommen wir zueinander!

Dieses Thema leuchtet auch bei Parvaneh Nouroozie und Yasamin Amini auf: Die Solidarität fügt uns zusammen. Rohollah Amini bringt eine Waage ins Bild, die den Wunsch nach Ausgleich und gerechtem Teilen verkörpert. Krieg, Trennung und Gleichgültigkeit spaltet die Menschheit und dies alles muss überwunden werden! Durch die Kinder und ihr selbstverständliches Zusammenspielen entsteht Frieden.

Alex Dordani gestaltet ein Dorf von früher, wo Krieg herrschte, kontrastiert mit Kindern, die sich über Wasser, Nahrung und Bildung freuen. Yasin Amini fügt den Gedanken der einen Menschenfamilie dazu, während Maren Kötting den Kreis als Einheit des Lebensraums von Personen, Natur und Schöpfung hervorhebt.

Behrus Basiar beschäftigt die Brüchigkeit und Zerbrechlichkeit des Friedens. Eine Hand streckt sich nach ihm aus. Wichtig ist Behrus der Friede unter den Menschen, aber auch der mit der Natur. Mitten in Susanne Thiesens Collage entdeckt man ein Heilungsbild aus dem Neuen Testament, wo Jesus einen Kranken gesund macht. Für sie gehören Heilung und Frieden eng zusammen. 

Die Grussworte bei der Vernissage riefen ebenfalls dazu auf, den Lernweg des Friedens zu gehen.  Der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz meinte: "Das Miteinander muss gestärkt werden. Nur so gelingt Integration. Die Ausstellung und ihre Entstehung tragen dazu bei." 

Sylke Willig, Bildungskoordinatorin des Kreises, dankte den Workshop-Teilnehmern "für die Ermutigung, die in den Bildern liegt". Ingo Gutzmann, Leiter des Regionalzentrums, sah  in der Ausstellung ein kleines Zeichen zum aktuellen Trend der Abgrenzung. Frieden ist der Weg.