Foto: Ahrens

Digitalisierung: Die Kirche in Schleswig-Flensburg startet durch

18.08.2021

Mit ihrer 2.000-jährigen Geschichte gilt die Kirche manchmal als altmodisch; aber immer wieder zeigt sie sich auch hochmodern: Zum Beispiel in Digitalisierungsfragen geht die Kirche in Schleswig-Flensburg derzeit mit großen Schritten voran und ist vorne dabei.

Ihr neustes Projekt: Die Einführung von KRZ.ChurchTools – einer Software, die das Kirchenleben vor Ort digital organisiert. Mit dabei sind seit 1.7.2021 die fünf Kirchengemeinden Harrislee, Kappeln, Oeversee-Jarplund, Sieverstedt sowie Eggebek-Jörl. Ab 1.8.2021 folgen St. Petri und St. Nikolai zu Flensburg, Mürwik und Schleswig, weitere werden im Laufe der nächsten Monate dazukommen.

Diese Kirchengemeinden werden künftig über KRZ.ChurchTools ihre Kalender verwalten, Räume und Veranstaltungen koordinieren und Personen gruppenbezogen informieren und über einen Chat miteinander in Kontakt bringen können. Marina Werner, die Digitalisierungskoordinatorin des Kirchenkreises sagt: „Mit KRZ.ChurchTools können die Kirchengemeinden ihr Gemeindemanagement ganz neu aufstellen. Und es ist gut geeignet, sich auch mit mehreren Gemeinden zusammen zu organisieren. Gerade jetzt, wo viele Gemeinden eng in ihrer Region kooperieren, kann dies eine große Hilfe sein.“

Was die Einführung angeht, arbeitet sie im Dreier-Team: Mit dabei sind neben Marina Werner, die das Projekt für den Kirchenkreis Schleswig-Flensburg koordiniert, auch Matthias Huber von der ChurchTools Innovations GmbH und Dr. Reiner Weick von der Stiftung Kirchliches Rechenzentrum Südwestdeutschland. Sie ist der Vertragspartner des Kirchenkreises.

Matthias Huber kümmert sich als Software-Anbieter um die Installationen vor Ort und um die Schulungen. Dr. Reiner Weick vertritt das Kirchliche Rechenzentrum, das als ökumenische kirchliche Stiftung dem evangelischen und katholischen Datenschutz verpflichtet ist. Er sagt: „Wir arbeiten gemäß TÜV Dual Site Level 3, das ist schon „Champions League“ in der Branche. Mit dem sicheren Umgang großer Datenmengen sind wir also bestens vertraut.“

Derzeit ist KRZ.ChurchTools aber nur ein Digitalisierungsprojekt von Vielen, die der Kirchenkreis angeschoben hat. So arbeitet die Kirche in Schleswig-Flensburg beispielsweise seit Januar mit der Bewerbermanagement-Software d.vinci und in 32 von 47 Kitas des Kindertages-stättenwerkes ist die Famly-App eingeführt. Sie dient der schnellen und einfachen Kommunikation zwischen Eltern und Erzieher*innen. In Vorbereitung ist auch die Benutzung von Archikart, einer Software zur digitalen Verwaltung der kirchlichen Liegenschaften.

Ein weiteres wegweisendes Pilotprojekt: Seit 1.3.2021 ist die Kirche in Schleswig-Flensburg für alle Fragen rund um Kirche, Glauben und Leben datenschutzkonform auch per WhatsApp und Co. erreichbar. Anja Ahrens, die das Projekt koordiniert, sagt: „Immer mehr Menschen greifen auf WhatsApp und Co. zurück statt zum Telefonhörer zu greifen. Wir als Kirche wollen uns mit diesem Pilotprojekt auf die veränderten Gewohnheiten einstellen und einen Schritt auf die Menschen zugehen.“ Wer die Nummer 04621 96300 in sein Handy speichert, kann über WhatsApp sofort losfragen.

Im Jahr 2018 hatte sich das Leitungsgremium der evangelischen Kirche in Schleswig-Flensburg, der Kirchenkreisrat, entschieden, einen Fokus auf Digitalisierung zu setzen. So hat er damals eine Arbeitsgruppe Digitalisierung eingesetzt, zu der Andreas Link und Pastorin Birgit Lunde als Mitglieder des Kirchenkreisrates gehören und in der Anja Ahrens als Beauf-tragte für Presse und Kommunikation sowie der Leiter der EDV-Abteilung, Marc Schmidt, mitarbeiten. Seit 2020 ist federführend die Koordinatorin für Digitalisierung, Marina Werner, mit an Bord. Sie hat im letzten September als hauptamtliche Mitarbeiterin für Digitalisierungsthe-men ihren Dienst bei der Kirche begonnen. Pastorin Birgit Lunde vom Arbeitskreis Digitalisie-rung sagt: „Es ist ein Segen, dass sich Marina Werner nun auch hauptamtlich um Digitalisierung kümmert. Das hat den Prozess und uns als Kirche richtig nach vorne gebracht.“