Die erste Synodale Abstimmung dieser Legislaturperiode Wahl der heutigen Protokollanten Foto Pfaff
Die erste Synodale Abstimmung dieser Legislaturperiode: Wahl der Protokollanten (Foto: Anja Pfaff)

Erste Synodentagung mit richtungsweisenden Wahlen

12.03.2018

Am Sonnabend, dem 10. März 2018, sind die neuen Kirchenparlamentarier des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg zu ihrer ersten Synodentagung im Flensburger Gemeindehaus St. Jürgen zusammengekommen.

Pröpstin Johanna Lenz-Aude, die die Sitzung laut Verfassung als nach Lebensjahren älteste Pröpstin bis zur Wahl des Präses leitete, unterstrich in ihren einführenden Worten die Bedeutung des synodalen Amtes. Sie sagte: „Hohe Synode – so lautet die Anrede an Sie. Und das bringt die Bedeutung des Amtes zum Ausdruck. Sie sind das höchste Gremium unseres Kirchenkreises.“

Die Synode als „Parlament“ des Kirchenkreises setzt sich aus 54 ehrenamtlichen Mitgliedern aus den Kirchengemeinden, 18 Pastor*innen, 9 Mitarbeiter*innen, 9 Vertreter*innen der Dienste und Werke und 9 berufenen Mitgliedern zusammen. Pröpstin Lenz-Aude sagte: „Hier sind wir alle zusammen, um die Politik des Kirchenkreises zu bestimmen.“ Zu den Aufgaben der Synode gehört es auch, die Finanzmittel zu verteilen, über Einrichtungen des Kirchenkreises zu beschließen und die Pröpst*innen zu wählen.

Bevor die Tagung am letzten Sonnabend mit Wahlen des Präses, der Vize-Präses sowie des Kirchenkreisrates und des Finanzausschusses begann, haben die Pröpstinnen Johanna Lenz-Aude und Carmen Rahlf sowie Propst Helgo Jacobs die Synodalen in einem Gottesdienst in der St. Jürgen-Kirche in ihr Amt eingeführt. Dabei legten die 92 anwesenden Kirchenparlamentarier auch das Gelöbnis ab. Zur Eröffnung des Gottesdienstes sagte Pröpstin Lenz-Aude: „Mit Gottes Segen gehen wir fröhlich ans Werk. Lasst uns suchen, was dem Frieden und der Gerechtigkeit dient“.

Bei der Tagung im Gemeindehaus St. Jürgen wählten die Synodalen dann einstimmig mit 92 von 92 Stimmen Henning Lüthke aus Schleswig als ihren Vorsitzenden (Präses) und setzten damit auf Kontinuität. Lüthke, der beruflich Vorsitzender Richter am Schleswiger Verwaltungsgericht ist, war schon in der letzten Legislaturperiode Synoden-Präses. In seiner Vorstellung sagte er: „Aus meinem Beruf habe ich Erfahrungen mit widerstreitenden Interessen und Konflikten – und Erfahrungen in der Suche nach besten Lösungen. Mir ist bewusst, dass das Verfahren wichtig ist für die Akzeptanz von Entscheidungen. Ich wünsche mir eine interessierte und diskussionsfreudige Synode, die den Mut auch zu schwierigen Entscheidungen hat und eine Synode, in der auch mal gelacht werden darf.“

Unterstützt wird Präses Henning Lüthke künftig von zwei Vize-Präses: Dem ehrenamtlichen Synodenmitglied Ulrich Siebert, der ebenfalls wiedergewählt wurde, sowie von Pastorin Kerstin Jakobi.

Ein Zeichen für Neuerung und Nachwuchs setzten die Synodalen bei der Wahl des künftigen Kirchenkreisrates, indem sie die höchste Stimmzahl an das jüngste Mitglied des Gremiums vergaben. 68 der 92 Synodalen stimmten für die 23-jährige Linda Heiss. In ihrer kurzen Vorstellung berichtete sie von ihrer 10-jährigen Erfahrung in der Jugendarbeit, unter anderem als Teamerin im Konfi-Camp, und betonte, dass ihr als Physiotherapeutin der ganzheitliche Blick am Herzen liege.

Insgesamt gehören dem Kirchenkreisrat künftig acht Ehrenamtliche, eine Pastorin und eine Mitarbeiterin an, außerdem die drei Pröpst*innen qua Amt. Es sind die Ehrenamtlichen Linda Heiss (berufene Synodale) (68 Stimmen), Burkhard Gerling aus Husby (67 Stimmen), Rainer Hanf aus Flensburg (54), Thomas Thiesen aus Boren-Ulsnis (52 Stimmen) , Christian Lange von der Ev. Jugend (45 Stimmen), Martin Pankratz aus Sterup (42 Stimmen), Ute Weimar aus Flensburg (42 Stimmen) , und Kirsten Brandt aus Jübek-Idstedt (36 Stimmen). Aus der Mitarbeiterschaft haben die Synodalen mit 59 Stimmen Ina Voigt-Schöpel von den Pfadfindern der Region Angeln Süd gewählt, aus der Pastorenschaft Birgit Lunde, Pastorin in St. Petri zu Flensburg, mit 55 Stimmen.

In ihrer ersten Sitzung direkt im Anschluss an die Synode stimmte der Kirchenkreisrat erneut für Pröpstin Johanna Lenz-Aude als Vorsitzende. Zum stellvertretenden Vorsitzenden haben sie Rainer Hanf bestimmt.

In den Finanzausschuss des Kirchenkreises wählten die Synodalen während ihrer Tagung Norbert Wüstefeld aus Flensburg, der sich als ehemaliger Konkurs- und Insolvenzrichter vorstellte, (67 Stimmen), Pastor Ingo Gutzmann (57 Stimmen), Christine Matzen, Fundraising-Beraterin im Regionalzentrum mit 57 Stimmen, Rieke Kubisch aus der Ev. Jugend (56 Stimmen), Kai Lorenzen-Silbernagel aus Schleswig (53 Stimmen), Diakoniepastor Thomas Nolte mit 48 Stimmen, Andreas Roß aus Flensburg (47 Stimmen), Finn Lützler (Mitarbeiter im Jugendwerk, 46 Stimmen) sowie Hauke-Johannes Nissen aus Jübek-Idstedt mit 40 Stimmen.

Zusätzlich zu den Wahlen gab es bei der ersten Synodentagung auch gleich inhaltliche Tagesordnungspunkte, darunter die Kürzung der Pfarrstelle in Nübel auf 50%. Sie war vom Kirchenkreisrat beschlossen und ist von der Synode nach kurzer Diskussion bestätigt worden. Grundlage für diese Entscheidung ist der 2016 verabschiedete Pfarrstellenrahmenplan als eine Antwort auf den Pastorenmangel, den die Nordkirche ab Mitte der 2020er Jahre erwartet. Statt es dem Zufall zu überlassen, wo dann Pastor*innen sein werden und wo nicht, soll der Pfarrstellenrahmenplan sicherstellen, dass die Menschen in der Fläche auch künftig mit kirchlichen Angeboten und pastoraler Begleitung versorgt sind.