Marchenerzahler vor Klasse 1a Bugenhagenschule SL Foto Pfaff
Der Märchenerzähler vor der Klasse 1a in der Bugenhagenschule (Foto: Anja Pfaff)

Fesselnder Märchen-Vormittag an der Bugenhagenschule – oder „warum das Meer salzig ist“

22.11.2018

Der Förderverein des Diakonischen Werkes hatte es möglich gemacht, dass für einen ganzen Vormittag der professionelle Märchenerzähler Gerhard B. Bosche aus Lensahn zu Gast war.

Stillsitzen, gebannt zuhören, mitfiebern – und das ganz ohne jegliche Ermahnung: Das gelang gestern (Mittwoch, 21.11.2018) mehr als 120 Erst- und Zweitklässlern der Schleswiger Bugenhagenschule. Für einen ganzen Vormittag war dort der professionelle Märchenerzähler Gerhard B. Bosche aus Lensahn zu Gast, der die Schüler*innen klassen– bzw. jahrgangsweise für je 45 min in seinen Bann zog. Ermöglicht hat dies der Förderverein des Diakonischen Werkes, der den Kindern damit laut Schulsozialarbeiterin Nicole Reinberg ein „großes Geschenk“ gemacht hat.

Mit Worten, Gesten, Trommeln und Musik erlebten die Schüler*innen das finnische Märchen „warum Meerwasser salzig ist“ und erfuhren eindrücklich, warum es gefährlich ist, mit Geschenken falsch umzugehen. Dazu erzählte Bosche fesselnd von einem großen, dicken, reichen und geizigen Mann und seinem kleinen, dürren, armen, aber von Herzen guten Bruder und erklärte nebenbei, was zum Beispiel ein Schmied, ein Scheffel, eine Mühle und ein Holzhacker ist.

Die Kinder, die jede Sekunde an den Lippen des Märchenerzählers hingen, erfuhren, wie der kleine, dürre, arme, aber von Herzen gute Bruder dem Teufel – einer Gestalt mit feuerroten Augen, einer Nase bis zum Kinn, langen spitzen Ohren, zwei vergoldeten Hörnchen und einem Huf statt eines Fußes – eine ganz besondere Mühle abjagte und wie diese Mühle den wechselnden Besitzern Glück und bei zu großer Gier auch Unglück gebracht hat.

Einen ganzen Vormittag lang zauberte Bosche Bilder in die Köpfe seiner Zuhörer*innen. Er sagte: „Studien belegen, dass über die Bilder das Sprach- und Sprechvermögen des Kindes wächst und die Fähigkeit, anschaulich zu denken.“ Als Märchenerzähler erlebe er regelmäßig, dass Kinder auch in Zeiten von Gameboy und Youtube Märchen liebten wie eh und je. „Märchen haben wichtige Funktionen. Sie machen Mut, spenden Trost, lassen Gefühle zu und vermitteln Werte“, so Bosche.

„Der Märchenvormittag“ ist als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk an die Kinder gedacht und ein Beitrag, Kinder zu integrieren und so manchen, die zuhause wenig oder gar nicht vorgelesen bekommen, dieses Erzähl-Erlebnis zu ermöglichen“, sagte Klaus Keil-Stienen vom Förderverein des Diakonischen Werkes. Dieser hat den Vormittag finanziell ermöglicht. Mit den Beiträgen seiner 31 Mitglieder und mit Spenden finanziert der Förderverein neben solchen besonderen Events auch zusätzliche Hilfsangebote im Diakonischen Werk, die nicht staatlich gefördert werden – von Gruppenangeboten für Kinder und Eltern in Trennungs- und Scheidungssituationen über eine Freizeit für jugendliche Mütter bis hin zu Gruppen- und Sprachförderung für Kinder aus Zuwandererfamilien.