Marchenerzahler Bosche im Kontakt mit den Schulerinnen links im Bild Vorstand Forderverein Beate SChossler Ulrike Klein Klaus Keil Stienen Foto Pfaff
Märchenerzahler Bosche im Kontakt mit den Schüler*innen. Links im Bild: Der Vorstand des Fördervereins Beate Schössler, Ulrike Klein und Klaus Keil-Stienen (Foto: Pfaff)

Fesselnder Märchen-Vormittag an der Schleswiger St. Jürgen-Schule – oder „warum das Meer salzig ist“

18.12.2019

Stillsitzen, gebannt zuhören, mitfiebern – und das ganz ohne jegliche Ermahnung: Das gelang am Mittwoch, 18.12.2019 den Schüler*innen der Schleswiger St. Jürgen-Schule. Für einen ganzen Vormittag war dort der professionelle Märchenerzähler Gerhard B. Bosche aus Lensahn zu Gast, der die Schüler*innen der Schule in seinen Bann zog. Ermöglicht hat dies der Förderverein des Diakonischen Werkes – eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, das laut Vorstandsmitglied Klaus Keil-Stienen ein Beitrag ist, Entspannung in die oft so angespannte Vorweihnachtszeit zu bringen.“

Mit Worten, Gesten, Trommeln und Musik erlebten alle Schüler*innen klassen- und jahrgangsübergreifend das finnische Märchen „warum Meerwasser salzig ist“ und erfuhren eindrücklich, warum es gefährlich ist, mit Geschenken falsch umzugehen. Dazu erzählte Bosche fesselnd von einem großen, dicken, reichen und geizigen Mann und seinem kleinen, dürren, armen, aber von Herzen guten Bruder und erklärte nebenbei, was zum Beispiel ein Almosen, ein Scheffel oder eine Mühle ist. Intensiv nahm er Kontakt zu den Schüler*innen auf und beteiligte sie immer wieder aktiv an seinen Erzählungen.

Die Kinder, die jede Sekunde an den Lippen des Märchenerzählers hingen, erfuhren, wie der kleine, dürre, arme, aber von Herzen gute Bruder dem Teufel – einer Gestalt mit feuerroten Augen, einer Nase bis zum Kinn, langen spitzen Ohren, zwei vergoldeten Hörnchen und einem Huf statt eines Fußes – eine ganz besondere Mühle abjagte und wie diese Mühle den wechselnden Besitzern Glück und bei zu großer Gier auch Unglück gebracht hat.

Bilder in die Köpfe seiner Zuhörer*innen gezaubert
Einen ganzen Vormittag lang zauberte Bosche Bilder in die Köpfe seiner Zuhörer*innen. Er sagte: „Studien belegen, dass über die Bilder das Sprach- und Sprechvermögen des Kindes wächst und die Fähigkeit, anschaulich zu denken.“ Als Märchenerzähler erlebe er regelmäßig, dass Kinder auch in Zeiten von Playstation und Youtube Märchen liebten wie eh und je. „Märchen haben wichtige Funktionen. Sie machen Mut, spenden Trost, lassen Gefühle zu und vermitteln Werte“, so Bosche.

Dass diese Art der emotionalen Ansprache mit wahrhaftigen Momenten eine ganz besondere Bedeutung für die Kinder hat, beschreibt auch Schulsozialarbeiter der St. Jürgen-Schule, Thomas Koppen. Er sagte: „Mit einem solchen Vormittag werden für die Kinder emotional positive Momente geschaffen, die ihnen den Rücken stärken. Das ist im sonst oft stressigen Schulalltag, der ja auch immer wieder mit Frust verbunden ist, besonders wichtig. Solche Begegnungen tragen die Kinder manchmal durch die gesamte Woche.“

Märchenerlebnis dank Förderverein des Diakonischen Werkes
Das Märchenerlebnis haben die 140 Schüler*innen dem Förderverein des Diakonischen Werkes zu verdanken. „Es ist mein Lieblingsprojekt“, sagt Vorstandsmitglied Ulrike Klein, „weil so viele davon profitieren. Und es ist berührend, das Leuchten in den Augen der Kinder zu sehen und wie sie mitfiebern. Die Atmosphäre zeigt mir, dass auch Kinder, die als schwierig gelten, emotional gut ansprechbar sind. Schwierig sind oft die Umstände, nicht die Kinder selbst.“

Der Förderverein des Diakonischen Werkes finanziert laut Vorstandsmitglied Beate Schössler mit den Beiträgen seiner ca. 30 Mitglieder und mit Spenden neben diesem besonderen Vormittag auch zusätzliche Hilfsangebote im Diakonischen Werk – von Gruppenangeboten für Kinder und Eltern in Trennungs- und Scheidungssituationen über Projekte der interkulturellen Wochen bis hin zu Gruppen- und Sprachförderung für Kinder aus Zuwandererfamilien.

2019 standen zusätzlich der Fachtag zum Thema „sexualisierte Gewalt“ und die Fachtagung mit Ausstellung zum Thema „Schwangerschaft, Alkohol und ihre Folgen“ auf der Förderliste. Wer den Förderverein unterstützen möchte, kann dies mit einer Mitgliedschaft oder einer Spende unter IBAN De76 2175 0000 0050 0079 79.