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Frauenmahl: Inspirierender Abend in Tarp

31.10.2016

"Nicht vom Brot allein- Nahrung für Leib und Seele": Unter diesem Motto haben am letzten Sonntag (30.10.2016) circa 100 Frauen und einige Männer zwischen 16 und 80 Jahren "beim zweiten Frauenmahl" einen wahrhaft genussreichen Vorabend des Reformationstages mit köstlichen und inspirierenden Elementen in der Tarper Kirche erlebt.

Wunderten sich die Gäste, die aus ganz Schleswig-Flensburg kamen, zu Beginn der Veranstaltung noch über kahle, ungedeckte Tische, erlebten sie auf ein Startsignal, wie das Team aus Hauptamtlichen und 19 Ehrenamtlichen des Frauenwerkes im Ev.-Luth. Kirchenkreis diese im Nullkommanix in festliche Abendmenue-Tafeln verwandelte. Aus mitgebrachten Geschirrkörben zauberten die "Gastgeberinnen", die jeweils vier Personen bewirteten, Tischdecken, Servietten, Tischdeko, Teller und Besteck hervor. Sie bildeten damit den Auftakt für einen rundherum inspirierenden Abend mit Rede-Impulsen, Tischgesprächen, stimmungsvoller Musik von Rebecca Marder am Kontrabass und Katharina Götz am Klavier, liebevollen Zwischen-Moderationen und fünf bio-fairen Menuegängen von Gaumenfreuden aus Westerholz.

Die Organisatorin Claudia Niklas-Reeps, Diakonin und Referentin im Frauenwerk, sagt: "Frauenmahle werden in ganz Deutschland gefeiert und haben ein bewährtes Konzept. Mit diesem beliebten Veranstaltungsformat beleben wir erfolgreich eine reformatorische Tradition wieder - ein Konzept, das wir sicher fortsetzen und das aufgeht."

So auch am Sonntagabend in Tarp: Die Rede-Impulse lieferten dabei unterschiedlichsten Stoff für die Tischgespräche - so berichtete Gunda Sierck als Geschäftsführerin der Meierei Geestfrisch in Kropp beispielsweise von ihrem "Abenteuer Selbstvermarktung" und warb dafür, industriell verarbeitete Lebensmittel möglichst zu reduzieren. Stattdessen sollten natürliche Lebensmittel selbst zubereitet werden, weil Essen in Deutschland nicht nur bedeute, satt zu werden, sondern auch Gefühl und Genuss eine Rolle spiele.

Professorin Monika Eigmüller von der Europa-Universität Flensburg ging als Soziologin auf den Aspekt des Teilens ein: "Wir brauchen Brot, aber auch jemanden zum Teilen, denn in Deutschland sind wir so reich beschenkt, dass es das Teilen ist, das uns satt macht."

Nach einem "verheißungsvoll duftenden Suppenglück" aus Apfel und Sellerie, wie der dritte Gang angekündigt wurde, gab dann Bettina Boll als Atomkraftgegnerin aus Geesthacht Einblicke in die Anti-Atomkraft-Bewegung, bevor als vierte Rednerin Claudia Rackitz-Busse, Diakonin und Konviktmeisterin der Brüder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses in Hamburg, von der Gemeinschaft als "Seelenbrot" berichtete. Diese sei von elementarer Bedeutung, weil Leben immer im Kontext mit anderen zu gestalten sei. Zuhören, sich Mitteilen, in Kontakt zu sein und das Teilen von Freud und Leid seien Schlüssel zur gegenseitigen Annahme.

Bevor die Gäste zum letzten Gang mit süßen Trauben im Frischkäsemantel verwöhnt wurden, hörten sie die Märchenerzählerin Micaela Sauber aus Hamburg, die beispielhaft von der Symbolik der Märchen berichtete und alle mit ihrer Geschichte einer großen durstigen Büffelkuh und einem kleinen lustigen Fischlein in den Bann zog.