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Hinten v.l.: Maja Meng, Julia-Marie Gerster, Tim Andresen, Sven Lasse Petersen, Sönke Schodder, Arnold Willemer. Vorn v.l.: Sophie Preuß, Lisa Marxsen (Foto: Pfaff)

Frischer Wind für die Synode

03.05.2019

25.800 junge Leute können im Mai eigene Interessenvertreter für das höchste Gremium im Kirchenkreis wählen

Die Bude ist voll: Heute treffen sich die acht Kandidaten für die Wahl zur Jugendvertretung im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg zum ersten Mal, und sofort ist die Stimmung gut. Einige kennen sich schon von den Pfadfindern, aus der Jugendkirche oder – natürlich – vom Konfi-Camp in Neukirchen. Andere sind sich noch nie begegnet. Was alle gemeinsam haben, ist das Engagement für ein christliches Miteinander und die Sehnsucht nach einer modernen Kirche, einer, in der mitreißende Musik gespielt und gesungen wird, in der der Einsatz digitaler Medien selbstverständlich und der Austausch untereinander transparent, international und grenzenlos ist. „Wir wollen voneinander lernen, über die Generationen hinweg zusammenarbeiten, gemeinsam Spaß haben, gestalten und gehört werden”, wünschen sich die Acht. Und sie wollen selbst ein offenes Ohr für andere junge Menschen haben, ihnen im Kreis der etablierten Kirchen-Entscheider eine Stimme geben. Dafür treten sie als Kandidaten einer künftigen Jugendvertretung zur Wahl an.

Die Jugendvertretung ist ein Pilotprojekt, im Land bisher einmalig: Zwar kennt die Nordkirche Jugendvertreter mit Rederecht, aber, dass alle getauften Jugendlichen die Möglichkeit zur Briefwahl haben und über Soziale Medien einen direkten Draht  zu ihren Kandidaten bekommen, ist neu. Es passt zum erklärten Ziel der Nordkirche, junge Leute künftig mehr in das politische Geschehen mit einzubinden, erläutert Andrea Stoltenberg, Diakonin beim Kirchenkreisjugendwerk, das das Projekt Jugendvertretung unter dem Titel „Jugend macht Kirche“ begleitet. Schließlich gehe es darum, die Kirche der Zukunft zu gestalten und „es sind die jungen Leute, die hier Verantwortung tragen werden”.

Verantwortung tragen – das tun die acht Kandidaten trotz ihrer Jugend schon seit Jahren. Sie engagieren sich in ihren Heimatgemeinden, bei den Pfadfindern, im Zeltlager oder der Jugendkirche zwischen Flensburg, Kappeln und Schleswig, in Dorf und Stadt. „Kirche – das ist viel mehr, als sich am Sonntag im Gottesdienst zu langweilen”, lautet ihre Botschaft. „Kirche – das bedeutet für uns Begegnung, Musik, Miteinander sein.”

Und wie das geht, das miteinander sein, demonstrieren die christlichen Schüler und Studenten dann gleich bei ihrer ersten Begegnung: Sie diskutieren, als ob sie sich schon ewig kennen. Spielen sich im Gespräch gegenseitig die Bälle zu und bilden nach kurzer Zeit ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt: den christlichen Glauben modern und fröhlich unter die Menschen zu bringen.

Ab 3. Mai werden nun Briefwahlunterlagen an 25800 Kirchenmitglieder im Alter von 14 bis 27 Jahren verschickt. Bis zum 23. Mai können sie ihre Stimme abgeben und sechs der acht Kandidaten in ihre Jugendvertretung wählen. Informationen und Bewerbervideos im Internet unter www.jugendmachtkirche.de

(Text: Anette Schnoor)

Kandidaten:

Tim Andresen, Flensburg, 17 Jahre, Schüler
Julia-Marie Gerster, Sörup, 23 Jahre, Auszubildende
Maja Meng, Flensburg, 19 Jahre, Schülerin
Lisa Marxen, Scholderup (Gem.Taarstedt), 17 Jahre, Schülerin
Sven Lasse Petersen, Kropp, 17 Jahre, Schüler
Sophia Preuss, Harrislee, 15 Jahre, Schülerin
Sönke Schodder, Stolk (Flensburg), 22 Jahre, Student
Arnold Willemer, Norgaardholz (Gem. Steinberg), 22 Jahre Student