The three magi 160632 1280
Auf ihrem Weg nach Bethlehem: Die Heiligen Drei Könige

Gedanken zur Woche

06.09.2016

Gedanken zur Woche von Pastor Joachim Thieme-Hachmann, Kirchengemeinde Schleswig

Das Lächeln der Könige

Die Könige lächeln. Unergründlich, von weit her kommt dieses Lächeln. Die Strapazen des langen Weges, die Irrtümer ihrer Suche, der Terror der Macht ist nicht mehr zu spüren. Was hat es mit diesem Lächeln auf sich?

Die drei Männer haben einen weiten Weg hinter sich. Nicht nur in der biblischen Geschichte, die ihre Reise erzählt. Auf einer jahrhundertelangen Reise sind sie vom Osten in den Westen gelangt. Sie haben sich verändert: Aus den Weisen sind Könige geworden. Sie haben Namen bekommen: Kaspar, Balthasar, Melchior. Jeder steht für etwas Besonderes: ein Junger, ein Alter, einer auf der Höhe des Lebens. Sie werden zu Vertretern der Weltgesellschaft: Sie stehen für die Kontinente Europa, Asien und Afrika. Einer von ihnen ist ein Schwarzer.

Die Könige lächeln. Die Geschichte ihres Weges, den sie durch die Jahrhunderte genommen haben, um inzwischen Teil unserer christlich-abendländischen Kultur zu sein, lässt erahnen, dass sich unsere Gegenwart, unsere Identität aus verschiedenen Wurzeln speist. Immer wieder waren sie Teil einer anderen Gegenwart. Jedes Mal ein anderes Kapitel in einem Buch, das noch nicht zu Ende geschrieben ist. Wer das erfahren hat, braucht sich nicht bedroht zu fühlen.

Sie lächeln – die drei Könige.
Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wer weiß, wie sie sich verändern werden, wenn ihnen nun auch Menschen begegnen, die aus anderen Kulturen kommen. Die aus Ländern geflohen sind, die sie auf ihrer ersten Reise durchquert haben.

Für den "Tag des Offenen Denkmals" waren sie herausgeputzt. In vielen Kirchen und anderen Denkmalen gibt es Vergangenheit zu entdecken, die einmal Gegenwart war. Was Menschen wichtig war. Was auch unseren Glauben noch prägt. Man kann staunen. Und lächeln.