Wort zur Woche 14102017 Foto Samuel Liebmann
Foto: Samuel Liebmann

Gedanken zur Woche: "Was ist das Wichtigste im Leben?"

14.10.2017

Gedanken zur Woche von Prediger Samuel Liebmann, Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche Flensburg

„Das Wichtigste im Leben ist, sich zu fragen, was das Wichtigste im Leben ist.“ So lautet die Antwort eines spirituellen Meisters. Während hier alles offen ist, haben andere sehr konkrete Vorstellungen: Der Eine denkt ans Glücklichsein oder Gesundbleiben. Andere an Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung. „Treue zu sich selbst und Güte zu anderen“ soll Hermann Hesse mal gesagt haben.

Die Frage nach dem Wichtigsten im Leben ist eine große Frage, die viele Antworten mit sich bringt. Und mit den Antworten stellt sie uns vor eine neue, große Frage: Wem glaube ich? Welcher Antwort kann ich mich anschließen und anvertrauen? Auch Jesus wurde eine ganz ähnliche Frage gestellt: Was ist das höchste Gebot? Sie geht in die Gleiche Richtung: Was ist das Wichtigste im Leben?

Was ist das, was vor allem geboten ist, um das Leben in seiner ganzen Fülle zu (er-)leben? Die Antwort von Jesus lautet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.

Das andre ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Markus 12,30-31). Jesus spricht von „Lieben“ und „Geliebt werden“. Das sei das Wichtigste (Gebot) im Leben. Das Besondere an seiner Antwort ist, dass er nicht von einem allgemeinen 'Habt einander lieb!' spricht. Er stellt das Gebot, Gott zu lieben, allem voran. Der Blick zu Gott und eine gelebte (Liebes-) Beziehung zu ihm ist der Anfang von erfülltem Leben. Gleichzeitig macht er deutlich: „Wer bei Gott eintaucht, taucht bei den Menschen wieder auf!“

Die Liebe zu Gott schließt die Liebe zu meinen Mitmenschen voll mit ein. Ich frage mich: Geht es in dieser Welt vielleicht gerade deswegen oft so kalt und lieblos zu, weil wir Menschen so wenig in eine gelebte Beziehung zu Gott wert legen? Und dabei ist ER es doch, der uns alle, jeden Menschen, ins Leben geliebt hat ...