Einigkeit bei der Abstimmung im Vordergrund Susanne Jurgensen Foto Pfaff
Einigkeit bei der Abstimmung - im Vordergrund Susanne Jürgensen (Foto: Pfaff)

Große Einigkeit bei der Frühjahrstagung des Kirchenkreis-Parlamentes

16.02.2020

Auf ihrer Frühjahrstagung am Sonnabend, 15.2.2020 im Havetofter Elisabethheim stimmten die Synodalen des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg über den Haushalt für 2020 ab. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Satzung des Kita-Werkes und bestätigten den Antrag, dass die Flensburger Kirchengemeinden Adelby und Engelsby, künftig eng in einem Pfarrsprengel zusammenarbeiten.

Mit leichter Sorge nahmen die Synodalen zur Kenntnis, dass die Kirchensteuerzuweisung seit zehn Jahren erstmals leicht rückläufig ist: 2019 lag sie bei 22,3 Millionen Euro, für 2020 wird sie auf 22 Millionen Euro geschätzt. Netto bedeute dies allerdings einen höheren Rückgang, weil jährlich 3% Personalkostensteigerungen einzurechnen seien, führte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pastor Ingo Gutzmann aus.

Tendenz: Geld aus Rücklagen einplanen
Dass sowohl der Kirchenkreis als auch das Diakonische Werk und das Regionalzentrum Geld aus der Rücklage einplanen, sei ein Tendenz-Zeichen, warnte er. Insgesamt wendet der Kirchenkreis 2020 ca. 6,6 Mio. Euro für die Besoldung der Pastor*innen auf, ca. 1,2 Mio. für die Kita-Arbeit und ca. 2,7 Mio. für die Verwaltung. 6,9 Mio. Euro fließen 2020 laut Planung in die Kirchengemeinden, 3,3 Mio. in die Arbeit des Kirchenkreises.


Auch das Synodenpräsidium stimmt für den Haushalt. Links: Ulrich Siebert, rechts: Henning Lüthke (Foto: Pfaff)

300.000 Euro für Digitalisierung
Fast einstimmig beschlossen die Synodalen die einzelnen Haushaltsposten. Der Synodale Ralph Schmidt begrüßte, dass erstmals 300.000 Euro für Digitalisierung eingestellt werden. Unter anderem könnten so die sozialen Medien stärker in den Fokus rücken. Er regte an, auf einer der nächsten Tagungen generell die Angebote für die 25-40-Jährigen in den Blick zu nehmen, weil in dieser Altersgruppe die Kirchenaustritte höher sind als in anderen Gruppen.

Besonderes Projekt: Kirchberg in Neukirchen
Als besonderes Projekt soll in den nächsten Jahren der Kirchberg in Neukirchen ausgebaut werden, damit auch größere Jugendgruppen das Gelände nutzen können. „Hier verbinden wir Glauben, Leben und Bildung“, so der Leiter des Regionalzentrums, Pastor Ingo Gutzmann.

Seelsorge in welchen Kliniken?
Pastor Jörn Engler richtete sein Augenmerk auf die Seelsorge in den Krankenhäusern. Er bat, bei weniger werdenden Mitteln zu überprüfen, in welchen Krankenhäusern die Seelsorge finanziert werden soll. Derzeit liegt der Schwerpunkt in nicht-evangelischen Häusern, nämlich bei Helios (Schleswig) und beim katholischen St. Franziskus-Hospital in Flensburg.


Haushaltsabstimmung - im Vordergrund Linda Heiss vom Kirchenkreisrat (Foto: Pfaff)

Kitareformgesetz bringt große Veränderungen mit sich
Große Veränderungen sind 2020 in der Kita-Arbeit zu erwarten, unter anderem weil am 1.8.2020 das Kitareform-Gesetz des Landes in Kraft tritt: Mittelfristig soll es laut diesem Gesetz keinen finanziellen Trägeranteil für die Kita-Standardanforderungen geben. Der stellvertretende Leiter des Kita-Werks, Ernst-Peter Rodewald, berichtet, dass die meisten Ev. Kitas sowie unterdessen ohne Eigenanteil finanziert werden. Er rechnet für 2020 mit einem hohen Stellenaufwuchs, weil im Gesetz der Betreuungsschlüssel neu errechnet wird und mehr freigestellte Stunden für Kita-Leitungen vorgesehen sind. „Das Kita-Werk muss bis 1.8.2020 alle 240 Kita-Gruppen neu berechnen“, kündigte er an.

Neue Satzung des Kitawerkes
Auch verabschiedeten die Synodalen die Satzung des Kita-Werkes. Zuvor hatten sie diskutiert, wie die Kirchengemeinden zu beteiligen sind, wenn Leitungsstellen in Kitas neu besetzt werden und welche Ein- und Austrittsmodalitäten gelten sollen. Neu ist, dass ein religionspädagogischer Beirat eingerichtet wird, der sich mit dem christlichen Profil in der Kita-Arbeit beschäftigt.

Mehr Stellen in der heilpädagogischen Tagesstätte des Diakonischen Werkes
Wegen des neuen Kita-Gesetzes sind voraussichtlich auch in der heilpädagogischen Tagesstätte, die zum Diakonischen Werk gehört, neue Stellen einzurichten. Der Geschäftsführer, Ernst-Otto Löwenstrom sieht dies mit Sorge. Er sagt: „Es ist jetzt schon schwierig, Fachkräfte zu finden. Derzeit können wir deshalb nicht alle Kinder aufnehmen, künftig wird sich die Lage verschärfen.“

Ein Thema der nächsten Tagung: Die künftige Leitungsstruktur im Kirchenkreis
Zum Abschluss der Tagung richtete der Präses der Synode, Henning Lüthke den Blick nach vorne: Auf der nächsten Tagung am 25.4.2020 wird der Kirchenkreisrat ein Modell zur künftigen Leitungsstruktur im Kirchenkreis zur Diskussion stellen, in dem es unter anderem um die künftige Anzahl der Pröpst*innen gehen soll. Hintergrund ist, dass Ende 2021 bzw. 2022 zwei der drei Pröpste in den Ruhestand verabschiedet werden. Nach der synodalen Diskussion im April soll der Vorschlag dann überarbeitet und im Herbst zur Abstimmung gestellt werden.