Sto en an auf hohes ehrenamtliches Engagement Mareike Brombacher Propstin Carmen Rahlf und Susanna Frisch beim Dankesfest fur Heferinnen in Kirchenasylen Foto Pfaff
Stoßen an auf hohes ehrenamtliches Engagement: Mareike Brombacher, Pröpstin Carmen Rahlf und Susanna Frisch beim Dankesfest für Heferinnen und Helfer in Kirchenasylen (Foto: Pfaff)

Hohes Engagement bei Kirchenasylen: Kirchenkreis sagt Danke

02.11.2019

Am vergangenen Freitag (25.10.2019) hatten die beiden Flüchtlingsbeauftragten Susanna Frisch und Mareike Brombacher im Namen des Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg ins Elisabethheim Havetoft zu diesem Dankesfest eingeladen – zu Gespräch, leckerem Essen, inspirierender Klaviermusik von Julia Schirdewahn-Schulz und bester Unterhaltung.

„Der Ursprung des Asyls liegt im Schutzraum des Heiligen. Im Sinne dieses Wort-Ursprungs ist es ein heiliger Akt, jemandem Asyl, also Schutz zu geben. Wir werden so zu Boten Gottes“, sagte Pröpstin Carmen Rahlf bei dem Dankesfest für Helfer*innen, die in den letzten Jahren Menschen in einem Kirchenasyl begleitet haben bzw. aktuell begleiten.

Einer der Höhepunkte: Die Zaubershow von Thorsten Dankworth aus Kropp, die Susanna Frisch mit den Worten ankündigte: „Als Beauftragte für Kirchenasyl wünsche ich mir immer wieder, zaubern zu können. Zum Beispiel würde ich gerne Aufenthaltsgenehmigungen herbeizaubern oder Familienzusammenführungen, Gesundheit und am allerliebsten Frieden in den Ländern, aus denen Menschen fliehen müssen. Sie, liebe Haupt- und Ehrenamtliche haben für die Kirchenasyle häufig gezaubert: Oft haben Sie im nullkommanix irgendwoher ein Bett besorgt, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Dafür herzlichen Dank.“


Bekamen selbst Hilfe und helfen jetzt Menschen im Kirchenasyl: Faten und Angelo beim Fest fur Helferinnen (Foto: Ahrens)

Die Aufgaben, die die Helfer*innenteams für Menschen in Kirchenasylen bewältigen, sind vielfältig: Platz schaffen und Räume einrichten, Kümmern um Papiere, Behördengänge, Einkaufen, Kinder zur Schule bringen, Sprachkurse, für ärztliche Betreuung sorgen und das Verbringen gemeinsamer Zeit mit Nähen, Schnacken, Spielen zum Zeitvertreib gehören dazu. Wichtig auch: Immer wieder Mut zu machen während der zermürbenden Kirchenasyl-Zeit, die oft viele Monate dauert. Mareike Brombacher sagte bei ihrer Begrüßung: „Sie alle waren und sind für Mitmenschen da, die in der Zeit des Kirchenasyls oftmals in großer Angst und Isolation leben. Danke dafür.“


Dagmar Sitterlee mit der Dankesurkunde der Kirchengemeinde Grundhof (Foto: Pfaff)

Achtzehn Kirchengemeinden in Schleswig-Flensburg haben in den vergangenen Jahren Menschen auf der Flucht Kirchenasyl gewährt – zum Teil waren es geflohene Familien, zum Teil Einzelne oder Geschwister, die Schutz in Kirchen oder Gemeindehäusern gefunden haben. Immer waren es Menschen in großer Not, die von einer Abschiebung bedroht waren. Immer waren es individuelle Schicksale und immer gab es die Chance, dass eine weitergehende rechtliche Prüfung in Aussicht stellte, dass die Personen doch bleiben können – eine unabdingbare Voraussetzung, ein Kirchenasyl entsprechend den Vereinbarungen zwischen Kirche und Staat zu gewähren. Pröpstin Carmen Rahlf und die beiden Flüchtlingsbeauftragten überreichten jeder Kirchengemeinde eine gerahmte Dankesurkunde für ihr Engagement. Pröpstin Rahlf sagte während des Festes: „Die Kirchengemeinderäte haben jedes Mal individuell entschieden, nie leichtfertig und häufig unter hohem Zeitdruck. Danke für Ihre mutige und engagierte Bereitschaft, sich einzusetzen.“

Aktuell beherbergen vier Kirchengemeinden in Schleswig Flensburg sieben Personen in vier Kirchenasylen. Während der Kirchenasylzeit kommen bzw. kamen die Kirchengemeinden finanziell für die Beherbergten auf und mehrere hunderte Ehrenamtliche zeigen bzw. zeigten hohen Einsatz - und das häufig mit großer Freude und mit Selbstverständlichkeit. „Ich wollte, dass sich die Familie trotz ihrer Notlage bei uns willkommen und wohl fühlt“, sagte beispielsweise eine Ehrenamtliche, die als Gast beim Dankesfest dabei ist, als Grund für ihr Engagement. Und eine andere: „Mir war es schon immer eine Herzensangelegenheit, vor Ort zu helfen und als dann das Kirchenasyl kam, habe ich die Gelegenheit ergriffen.“ Gute Gründe, andere im Kirchenasyl zu unterstützen, haben auch Angelo und Faten, die ebenfalls mitgefeiert haben. Beide sind als Geflüchtete hier angekommen, Angelo aus dem Irak und Faten aus Syrien. Angelo arbeitet mittlerweile als Sprach- und Kulturmittler bei der AWO in Flensburg. Er sagt: „Ich selbst habe bei meiner Ankunft so viel Hilfe und Unterstützung bekommen und freue mich, etwas davon weitergeben zu können.“ 

Kirchenasyl

Kirchenasyl ist ein letzter, legitimer Versuch (ultima ratio) einer Kirchengemeinde, Flüchtlingen durch zeitlich befristete Schutzgewährung beizustehen, um auf eine erneute, sorgfältige Überprüfung ihrer Situation hinzuwirken. Es schafft Zeit für weitere Verhandlungen, für die Ausschöpfung aller Rechtsmittel und für eine sorgfältige Überprüfung des Schutzbegehrens. Die zuständigen Behörden werden immer über den Aufenthalt im Kirchenasyl unterrichtet.