Bischof Magaard und Propstin Lenz Aude gratulieren Luthke Foto Pfaff
Bischof Magaard und Pröpstin Lenz-Aude gratulieren Henning Lüthke (Foto: Anja Pfaff)

Jahresempfang des Kirchenkreises: Henning Lüthke erhält Bugenhagenmedaille

02.12.2018

Beim Jahresempfang des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg am Vorabend des ersten Advents (Sa., 01.12.2018) hat Bischof Gothart Magaard Henning Lüthke aus Schleswig die Bugenhagenmedaille verliehen. Diese Medaille ist die höchste Auszeichnung der Nordkirche für ehrenamtliches Engagement und für herausragenden und langjährigen Einsatz.

Vor der Verleihung begrüßten ein kreisweiter Bläserchor und Pfadfinder mit Fackeln die ca. 250 Besucher*innen des festlichen Gottesdienstes aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stimmungsvoll vor der Kappelner St. Nikolai-Kirche. Propst Helgo Jacobs dankte allen kirchlichen Partner*innen für die gute Zusammenarbeit zum Wohle der Bürger vor Ort. Er sagte: „Hier sind viele Gaben im Raum. Wir ergänzen einander und arbeiten das ganze Jahr über zusammen, so dass wir heute auch zusammen feiern wollen.“

Im Anschluss erlebten die Gottesdienstbesucher*innen den Wechsel des Kirchenjahres und damit den Beginn der Adventszeit - eingeleitet von Capella Vocale Angeln unter Leitung von Kreiskantor Thomas Euler und einer hochkarätigen Darbietung des Chorstücks „Nun treten wir ins neue Jahr“. Danach wechselten Kappelner Kirchengemeinderatsmitglieder stimmungsvoll die Altarbehänge und entzündeten die erste Adventskerze.


Pastor Petersen entzündet die Adventskerze (Foto: Pfaff)

In seiner Predigt verband Bischof Gothart Magaard das Gedenken von Martin Luther Kings 50. Todestag, zitierte Johannes Bugenhagen auf dessen plattdeutscher Mundart „Christus lieben ist besser als alles Wissen“ und würdigte ehrenamtliches Engagement am Beispiel des geehrten Henning Lüthke. Er sagte: „Wir ehren in Schleswig-Holstein jährlich zwei Personen mit der Bugenhagen-Medaille stellvertretend für viele Ehrenamtliche in der Nordkirche. Wir alle sind berufen, kirchlich und gesellschaftlich mitzugestalten.“

Henning Lüthke bekleidet als Präses der Kirchenkreissynode seit 2015 das höchste ehrenamtliche Amt im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Bischof Gothart Magaard freute sich, dass die Bugenhagenmedaille einer Person überreicht wird, die sich über viele Jahre hinweg mit hohem Engagement in der Leitung der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises eingebracht hat und dessen Rat und Fachkompetenz, aber auch Mitmenschlichkeit und Humor gehört und geschätzt wird.

In ihrer Laudatio hob Pröpstin Johanna Lenz-Aude hervor, dass Henning Lüthke auch ein Mensch mit einem „ökumenischen Herzen“ sei. Sie sagte: „Dazu gehört ein politisch wacher Geist. Er hält als ehrenamtlich Vorsitzender des Nahostausschusses die engen Kontakte zu unseren Partnern in Israel und in Palästina und ist auch vernetzt in die Gremien, die Nahostpartnerschaften von Deutschland aus begleiten. Partnerschaftsarbeit ist untrennbar mit Friedenspolitik und Nachhaltigkeitsdenken verbunden; dafür steht Henning Lüthke als Christ ein. Er lebt nicht missionierend durch gewaltige Worte oder moralische Appelle, sondern überzeugend durch ein Leben zwischen Spiritualität und kirchenpolitischem Denken, Entscheiden und Handeln.“


Henning Lüthke mit Kantor Evan Cohen von der jüdischen Reformgemeinde Har El in Jerusalem.

Henning Lüthke selbst sagte in seiner Rede vor der Eröffnung des Empfangs: „Die heutige Auszeichnung hat mich bewogen, darüber nachzudenken, warum ich das eigentlich alles mache. Was motiviert jemanden dazu, sich über mehrere Jahre in kirchlichen Gremien zu engagieren? Eine einfache, aber dennoch nicht unzutreffende Antwort ist: Es ist interessant und kann Freude bereiten. Kirche ist ein Ort, an dem man die Chance hat, viele freundliche Menschen kennenzulernen und – meistens – mit ihnen gemeinsam etwas Gutes zu bewirken. Und bei mir hat es damit zu tun, wie ich zum Glauben gefunden habe. Wie es dazu gekommen ist, dass ich sagen kann: Ja, es gibt einen Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und ich möchte einen Beitrag leisten: Kirche so zu gestalten, dass immer wieder Menschen die Chance erhalten, die gute Botschaft zu hören und ihren manchmal ganz eigenen und gewundenen Weg zum Glauben zu finden. Eine Kirche, der es nicht wichtig ist, ob sie das größte Haus am Platze ist oder hat, die aber Wert darauflegt, dass ihre Türen geöffnet sind, dass sie einladend ist, und der bewusst ist, dass sie den Menschen auch heute und in Zukunft etwas zu sagen hat. Und wenn wir uns dann immer noch mal wieder klar machen, dass wir nicht nur Christen in Angeln, Flensburg und Schleswig sind, sondern Teil einer weltweiten Gemeinschaft, dann ist es gut.“