Entzünden der ersten Adventskerze
Beim feierlichen Entzünden der ersten Adventskerze (Foto: Ahrens)

Jahresempfang läutet den Advent ein

04.12.2017

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Am Vorabend des ersten Advent (02.12.2017) haben knapp 250 Gäste im Schleswiger Dom den Wechsel des Kirchenjahres gefeiert. Zum Jahresempfang eingeladen hatte der Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg.

Begrüßt wurden die Gäste schon vorher mit adventlicher Blechbläsermelodien vor der Tür; drinnen empfing sie zur Einstimmung eine fortlaufende Videopräsentation mit den Fotos der Patinen und Paten der Aufkleber-Aktion zur Reformation. Etliche von ihnen waren an dem Abend der persönlichen Einladung gefolgt.

Ein besonderer, emotionaler Höhepunkt war für viele Besucherinnen und Besucher das feierliche Entzünden der ersten Adventskerze. Tim Schröder nahm hierfür seine Tochter Lotta auf die Arme. Der Mädchenchor unter Leitung von Christina Selle und Rainer Selle an der Orgel sorgten für festliche Musik.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto "einfach gut leben" - dem 96. Slogan der Aufkleberserie "Dank Reformation" des Kirchenkreises. In ihrer Begrüßung sagte Pröpstin Johanna Lenz-Aude: "Das Reformationsjubiläum hatte im vergangenen Kirchenjahr einen besonderen Schwerpunkt.

Aber die Reformationsgeschichte ist nicht zu Ende, wir sind mittendrin, wenngleich wir unsere kirchenkreiseigenen Sonderaktionen, wie zum Beispiel die Aufkleberaktion, heute offiziell beenden - in der Hoffnung, dass wir unser lutherisches Erbe ein bisschen bewusster leben in Zukunft. Jeder Mensch steht unmittelbar vor Gott, so wie er ist und niemand hat das Recht, ihm die Lebensfreude zu nehmen. Der Glaube macht stark, nicht ängstlich."

Pröpstin Carmen Rahlf ging in ihrer Predigt auf die 96. zukunftsgerichtete These "Einfach gut leben" ein und gleichzeitig auf die Geschichte vom Bau der Arche Noah, die Kinder aus Ev. Kitas vorher im Gottesdienst in einem "Dingenskirchen-Video" erklärt hatten . Das Fazit von Stadtpastor Johannes Ahrens im Gottesdienst: Die Arche Noah war quasi ein Transformationsmobil erster Klasse in eine andere Zeit."

So fragte Pröpstin Carmen Rahlf auf die heutige Zeit übertragen: "Was gibt Halt im Wandel und in unsicheren Zeiten?" Ihre Antwort: "Immer wieder die Orientierung am Mitgehen und an der Führung Gottes - der sagt: Ich bin da in allen und durch alle Krisen hindurch! Und der uns führt durch die entwaffnende Liebe eines Kindes, das sich uns anvertraut."

Bevor die Gäste nach dem Gottesdienst mit Wein, Luther-Bier und Wasser beim Schnack auf den Advent anstießen, blickte der Präses der Synode, Henning Lüthke auf das letzte Jahr zurück und formulierte - passend zur Weihnachtszeit - seinen persönlichen Wunschzettel. Er sagte: "Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, einer zunehmend egoistischer werdenden Gesellschaft eine christliche Alternative der Nächstenliebe und der Gemeinschaft zu zeigen. Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der eine Bank meint, Sympathien mit dem Werbespruch "unter´m Strich zähl ich" gewinnen zu können? Wollen wir dieser Haltung nicht etwas gegenüberstellen? Und ich wünsche mir, dass die Partner des Kirchenkreises in Tansania, Estland, England, El Salvador, Israel und Palästina noch stärker in unseren Blick und unser Bewusstsein gelangen. Christ sein heißt auch, sich der Verbindung mit weit entfernt lebenden Menschen bewusst zu sein."