Yannik als Seelsorger in der Kummerbox Foto Pfaff
Yannik als Seelsorger in der Kummerbox (Foto: Anja Pfaff)

Jugendkirche jetzt mit Kummerbox: Jugendliche als Seelsorger für Jugendliche

14.02.2017

Sie heißen Finn, Jan, Celina, Johanna, Henriette, Yannik, Paula und Kaja: Acht "ganz normale" Jugendliche, aber doch mit einer Besonderheit: Sie alle sind in der Flensburger Jugendkirche zu Seelsorgerinnen und Seelsorgern ausgebildet worden.

Damit sind sie geschult, anderen Jugendlichen bei Kummer ihr Ohr zu leihen und bei Sorgen für sie da zu sein - niederschwellig und als Jugendliche unter sich. Die Flensburger Jugendkirche am Ochsenmarkt hat dafür eine "Kummerbox" eingerichtet, einen gemütlichen Raum, der immer zur Zeit des Juki-Cafés am Donnerstag von 17.00 bis 19.30 Uhr geöffnet ist.

"Schulstress oder Streit in der Familie, Mobbing oder Ess-Störungen, das sind typische Themen, über die wir sprechen", sagt Henriette, die abwechselnd mit den anderen jugendlichen Seelsorgern donnerstags vor Ort ist. Doch auch zu anderen Zeiten sind Verabredungen möglich. Der Anspruch von Paula: "Ich bin Seelsorgerin 24 / 7 und damit immer da, wenn jemand reden will."

Der häufigste Weg in die Kummerbox führt allerdings über das Juki-Café. In der Regel kommen Jugendliche dorthin, um Jugendkirchenluft zu schnuppern, bei Snacks und Getränken Musik zu hören oder einen Schnack zu haben. "Daraus entwickeln sich häufig dann die Themen, zu denen wir uns dann zu Zweit vertraulich in die Kummerbox zurückziehen", erklärt Finn.

Die Ausbildung für die jugendlichen Seelsorger_innen in zwei Kursen hat Jugendkirchenpastorin Susanne Guhl geleitet, unterstützt wurde sie von ihrer Kollegin Saskia Behrmann und von der Psychologin Lina Suhodolskiene.

Pro Kurs haben sich die Jugendlichen an acht Nachmittagen je drei Stunden lang in Gesprächsführung, aktivem Zuhören und in wertschätzendem Umgang geübt. Für Finn und Paula sind das Felder, aus denen sie ganz viel für sich persönlich mitnehmen konnten, weshalb sie "echt froh sind, teilgenommen zu haben", wie Finn zusammenfasst.

Auch verschiedene typische Problemthemen und Rollenspiele standen auf der Tagesordnung der Fortbildung. Susanne Guhl sagt: "Ganz wichtig war auch, in der Fortbildung genau die Grenzen der Seelsorge-Gespräche zu beleuchten. Die Jugendlichen haben nicht nur gelernt, wie sie auf andere eingehen, sondern auch, wo es Grenzen gibt, sprich, wo professionelle Hilfe her muss."

Weitere Kurse

Weitere Kurse auf Anfrage bei Pastorin Susanne Guhl, Tel. 0461-6741542 oder susanne-guhl@foni.net