Jugenddisco Beritan 15 Jahre Ehrenamtlicher am Dancefloor Foto Ahrens
Beritan (15 Jahre), Ehrenamtlicher am Dancefloor (Foto: Ahrens)

Kinder- und Jugenddisco St. Johannis: Chillen bei gutem Sound

05.01.2020

Chillen, Freunde treffen, gute Stimmung haben und neue Leute kennenlernen: Das waren für die Jugendlichen Alexander, Kia, Ilhan und Diego wichtige Gründe, die Kinder- und Jugenddisco am Freitag, dem 13.12.2019 zu besuchen.

Einmal monatlich findet sie im Jugendcentrum St. Johannis statt, einem der Flensburger Häuser der offenen Tür (HOTs). Zu Gast sind meist zwischen 150 und 300 Kinder und Jugendliche. Zum Teil sind sie zum ersten Mal dabei, manche bezeichnen sich als Stammgast und Alexander geht sogar so weit, von seinem Zuhause zu sprechen.

Kinder- und Jugenddisco seit 30 Jahren
Alle sind zwischen 11 und 17 Jahren. Wer jünger ist, hat noch keinen Zutritt und alle ab 18 müssen ebenfalls draußen bleiben. Iris Bongartz, genannt Isi und Leiterin des HOTs, sagt: „Wer 18 ist, kann auch eine normale Disco besuchen. Bei uns sollen die Kinder und Jugendlichen einen geschützten Raum für sich haben.“ Seit 25 Jahren organisiert sie die Kinder- und Jugenddisco in St. Johannis, die Disco selbst gibt es schon 30 Jahre. Heute im Angebot: Sandwichs und Shakes an der Bar, Kicker, Billard, gemütliche Sitzgruppen und ein Dancefloor mit Lightshow, Nebelmaschine und gutem Sound.

Viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen
Dass der Abend so reibungslos, organisiert, locker und in guter Stimmung verläuft, ist kein Zufall. Im Hintergrund arbeiten durchschnittlich 20 bis 25 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus dem Jugendwerk des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg und den Häusern der offenen Tür St. Johannis, Alsterbogen, Engelsby und Tarup Hand in Hand – die gute Kooperation der kirchlichen Einrichtungen macht die Disco möglich.

Klare Regeln
Vor Ort sind auch der Sozialarbeiter, der für das städtische Kinder- und Jugendbüro aufsuchende Jugendsozialarbeit macht, und zwei erfahrene Securities. Die meisten Mitarbeiter*innen sind über Funk verbunden und alle sind gut erkennbar durch ihre „Staff“-Hoodies. Jedes Teammitglied übernimmt einen Bereich: Vor der Tür, beim Einlass, an der Garderobe, im Discosaal, der Küche, an der Bar. Und auch die Regeln sind klar: Kein Alkohol, Rucksäcke werden abgegeben, genau um 21.30 Uhr ist Schluss, damit alle um 22.00 Uhr zuhause sein können, so wie es das Jugendschutzgesetz vorsieht, und rein kommt überhaupt nur, wer seinen Ausweis zeigt.

Die Disco sei toll, sagen die Jugendlichen – die Sache mit dem Ausweis allerdings finden manche doof. Ilhan beispielsweise hatte seinen heute vergessen und während seine Freunde drinnen schon fröhlich feierten, musste er vor der Tür warten, bis seine Mutter ihm ein Ausweisfoto per Handy geschickt hatte.

Wichtiger pädagogischer Beitrag in der Stadt
„Genau an solchen Stellen lernen Jugendliche Regeln“, sagt der Mitarbeiter des Jugendcentrums, Klaus Krych. Und deshalb sei es so wichtig, ganz klar zu sein. Das Gesamtkonzept des Abends sei aus pädagogischer Sicht nötig, weil es eine hohe Sicherheit gewährleistet. „Und die steht für uns ganz oben“, ergänzt Michael Tolkmitt, Leiter des Flensburger Jugendwerkes im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Er ist stolz auf die Jugenddisco. Sie sei ein wichtiger pädagogischer Beitrag in der Stadt, der in dieser Form einmalig ist. Er sagt: „Die Kinder und Jugendlichen haben hier eine gute Möglichkeit, um sich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Sowohl die hohe Anzahl der Gäste als auch die technische Ausstattung machen die Jugenddisco zu etwas ganz Besonderem. Was die Technik angeht, brauchen wir uns hinter keinem Club der Stadt zu verstecken.“

2020 geht es weiter...
Auch wenn sich die Kinder- und Jugendarbeit in den 30 Jahren, in denen es die Disco schon gibt, viel verändert habe, gehe es doch damals wie heute darum, das Miteinander einzuüben und möglichst gut zu gestalten, so Tolkmitt . Am Freitag, dem 13. gelingt das: Eine große gemeinsame alkoholfreie Party, bei der der größte Aufreger ein Feuermelder ist, der den Nebel aus der Nebelmaschine als Brand gemeldet hatte. Technisch versierte Ehrenamtliche haben den Fehlalarm schnell behoben. Isi sagt: „Das Team ist ein Geschenk. Wir arbeiten gut zusammen, können uns aufeinander verlassen und wir haben einen guten Draht zu den Jugendlichen.“ Einer der Gründe für sie, sich auf ihr 26. Disco-Jahr 2020 zu freuen.