Diana Sanabria und das Team des "Politischen Abendgebets"

Landraub - vom Umgang mit Grundbesitz am Beispiel Südamerikas

07.09.2021

Welche Folgen Landraub für bäuerliche Kleinunternehmen hat, davon berichtete Diana Sanabria eindrücklich beim Politischen Abendgebet am 6. September in St. Nikolai zu Flensburg

Diana Sanabria weiss, wovon sie spricht. Doppelt. Ihrer Familie in Kolumbien wurde ihr Land unrechtmäßig weggenommen, enteignet, ihrer Existenzgrundlage beraubt. Ein Grundbuch gibt es dort nicht. Als Referentin für Weltwirtschaft bei nordkirche-weltweit kann die Fachjuristin für Wirtschaftsrecht Auskunft geben, welche Folgen Landraub für bäuerliche Kleinunternehmen hat. Davon berichtete sie eindrücklich beim Politischen Abendgebet am 6.9.2021 in St. Nikolai zu Flensburg.

Was versteht man unter Landraub oder Landgrabbing? Es ist die teils legale, teils illegale Aneignung von Land durch Firmen oder staatliche Akteure in großflächigem Maßstab. Häufig wird fruchtbares Land von ausländischen Investoren gepachtet oder gekauft und als Agrarflächen zur Produktion von Nahrungsmitteln oder Energiepflanzen genutzt, oft für den Export. Was sich zunächst abgehoben und abstrakt anhört, hat einschneidende Folgen für Betroffene. Viele der Landbevölkerung, deren Zahl ständig wächst, leben unterhalb der Armutsgrenze. Ihr Einfluss in der Politik ist schwach. Einflussreiche Reiche haben kein Interesse an einer gerechten Landverteilung. Manche in staatlichen Institutionen sind korrupt, Strafverfolgung wird vereitelt. Was sollen die Verantwortlichen in einer Landkommune tun, wenn ein internationaler Konzern an sie herantritt, Arbeitsplätze und Einnahmen verspricht? Die Philosophie des Wirtschaftswachstums, die mit dem Versprechen, dass alle teilhaben, hängt in Wirklichkeit die Schwächsten wie Indigene ab. Doch letztlich trifft es uns alle. Denn z. b. die Massenproduktion von Lebensmitteln, die riesige Flächen benötigt, schadet dem Weltklima. Zurückverfolgen können wir diese Entwicklung bis in die Zeit der Kolonisation Lateinamerikas. Die spanischen Eroberer bekamen die größten Flachen und bis heute sind Umverteilung auch nach dem Friedensschluss der Regierung mit der FARC nicht in Sicht.

Was können wir tun?
Persönlich geht es um unser Kaufverhalten. Genau hinsehen, unter welchen Bedingungen, die Waren, die wir konsumieren, produziert werden. Gesellschaftlich können wir uns für ethisches Wirtschaften einsetzen. Politisch können wir prüfen, welche Partei wir demnächst wählen.

Umrahmt mit temperamentvoller Musik des chilenischen Musikers Gabriel Macaya und unter Leitung des ehrenamtlichen Teams des politischen Abendgebetes an St. Nikolai in Kooperation mit der „Aktionsgruppe Klima Flensburg“ AKF gab uns der Abend Gedanken- und Handlungsanstöße, die uns weiter begleiten werden.

Interessante Links:
https://www.dkfev.de
https://www.youtube.com/watch?v=QrwSlfRZgfo
https://www.youtube.com/watch?v=9v89adptaN4