Beck Mirja Foto Pfaff

Mirja Beck ist Präventionsbauftragte für die Kirche in Schleswig-Flensburg

22.06.2020

Super vernetzt, hochkompetent und sprudelnd vor Ideen: So hat Mirja Beck (40) am Pfingstmontag (1. Juni 2020) ihr neues Amt als Präventionsbeauftragte beim Ev. Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg begonnen. Ein neues Gesicht bei der Kirche in Schleswig-Flensburg also - und eine neue Arbeitsstelle dazu.

Pröpstin Johanna Lenz-Aude erklärt: „Die Nordkirche hat festgelegt, dass Prävention sexualisierter Gewalt zur Pflichtaufgabe wird, jeder Kirchenkreis eine bzw. einen Präventionsbeauftragte*n haben soll. Und das ist gut so. Wir haben aus Ahrensburg gelernt und wollen wachsam sein für das Thema, das in unserer Welt ist.“

Mirja Beck freut sich darauf, als Präventionsbeauftragte die neue Stelle zu gestalten, sie „brennt“ für das Thema: Schon während ihres Studiums zur Diplom-Pädagogin in Kiel hat Mirja Beck Sexualpädagogik als Wahlfach besucht und schnell war klar, dass Sexualität als Querschnittsthema weit über das hinaus geht, was Kinder zum Thema Fortpflanzung in der Schule lernen.

„Sexualität ist ein wesentlicher Teil unserer Identität“, sagt sie – und wollte es genauer wissen: Auf ihre Diplomarbeit zum Thema folgten Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kieler Uni, wo sie Wissenschaft und Praxis eng verknüpft hat. Unter anderem hat sie Jugendliche befragt, was die 16 bis 19-Jährigen wirklich beschäftigt, wenn sie an Liebe, Freundschaft, Beziehung und Sexualität denken.

Derzeit wertet sie die Interviews für ihre Doktorarbeit aus. Und obwohl die endgültigen Forschungsergebnisse noch ausstehen, kann sie schon jetzt zwei Fakten benennen, die sie berühren. Sie sagt: „Das eine ist, dass die Jugendlichen bei den Gesprächen sehr offen waren und reflektiert und vertrauensvoll mit mir gesprochen haben. Das freut mich. Das andere ist, dass sie weit mehr von Gewalterfahrungen berichtet haben, als ich das vorher vermutet habe.“

Unter anderem diese Erkenntnis treibt Mirja Beck an, sich künftig ganz praktisch um die Prävention vor Ort zu kümmern. Ab sofort berät und begleitet sie Kirchengemeinden und Einrichtungen, bedarfsgerechte und individuelle Schutzkonzepte zu erstellen. Dabei will sie gemeinsam mit den Einrichtungen viele unterschiedliche Faktoren in den Blick nehmen – vom Leitbild bis hin zur Selbstverpflichtung aller Mitarbeiter*innen, respektvoll und grenzachtend miteinander und insbesondere mit Kindern und Jugendlichen umzugehen.

Sie sagt: „Die Prävention sexualisierter Gewalt ist keine punktuelle Angelegenheit, bei der man einmal ein Papier erstellt, das dann lebenslang in der Schreibtischschublade liegt. Vielmehr geht es darum, eine Haltung zu erarbeiten. Prävention ist also ein lebensbegleitendes Querschnittsthema.“

Kitas, Konfirmandenarbeit oder Kindergruppen: Mirja Beck wird überall, wo Kinder und Jugendliche am kirchlichen Leben teilhaben, als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen – um Bewusstsein zu schaffen, zu sensibilisieren, zu vermitteln und um Fortbildungen anzubieten. Sie sagt: „Ich weiß, dass sexualisierte Gewalt ein schwieriges Thema ist. Deshalb gilt es, niemanden damit alleine zu lassen, sondern gut zu begleiten – Leitungskräfte und Mitarbeiter*innen, genauso wie die Kinder und Jugendlichen selbst.“

Für diese Aufgabe bringt sie eine hohe Fachexpertise und ein gutes berufliches Netzwerk aus Kiel mit nach Schleswig-Flensburg. Und auch privat spielen Netzwerke für die Marathon-Läuferin, die bis zum 6. Lebensjahr auf einem Binnenschiff aufgewachsen und anschließend mehrmals umgezogen ist, eine große Rolle. Intensiv pflegt sie gemeinsam mit ihrem „Mann des Lebens“, mit dem sie seit 17 Jahren verheiratet ist, auch ihre privaten Kontakte. Mirja Beck sagt lachend: „Ich habe fünf Patenkinder und eine große ausgesuchte Familie, zu der neben der eigentlichen Familie auch viele Freundinnen und Freunde gehören. Was Patenkinder angeht, gibt es allerdings gerade einen Aufnahmestopp.“

Mirja Beck ist erreichbar unter mirja.beck@kirche-slfl.de und Tel. 0170 7312527