Der Letzte Segen in der aktiven Amtszeit: Pröpstin Carmen Rahlf geht am 01.12.2021 in den Ruhestand (Foto: Ahrens)

Pröpstin Carmen Rahlf: Ruhestand nach 36 Jahren Pastorenamt in Flensburg

29.11.2021

In einem festlichen Gottesdienst zum ersten Advent ist Pröpstin Carmen Rahlf am Sonnabend, 27.11.2021 in der Flensburger St. Marien-Kirche in den Ruhestand verabschiedet worden.

36 Jahre lang lebte und wirkte sie als Pastorin in Flensburg – zuerst als Vikarin in Mürwik, dann als Gemeindepastorin in Fruerlund und ab 1999 als Diakoniepastorin. Seit 2007 hat sie sich als Pröpstin für die Menschen in der Stadt und dem Umland eingesetzt und das gesellschaftliche Leben maßgeblich mitgeprägt.

Sowohl Bischof Gothart Magaard als auch zahlreiche Grußwort-Redner*innen hoben Rahlfs Offenheit und Kommunikationsstärke, ihr hohes Engagement und ihre Zugewandtheit hervor, die immer auch theologisch getragen waren. Zum Beispiel formulierte das Landrat Dr. Wolfgang Buschmann so: „Ich war immer ein bisschen neidisch, denn Ihre Profession, liebe Pröpstin Rahlf, war auch durch den Glauben beflügelt. So viel Red Bull kann ich gar nicht trinken.“

Bevor Pröpstin Carmen Rahlf von Bischof Gothart Magaard entpflichtet wurde und sie dem Bischof das Amtskreuz zurückgab, predigte sie zum Thema Übergänge. Sie sagte: „Übergänge sind Zeiträume, in denen Gewohntes wegbricht oder dazukommt und wir uns auf unvertrautem Terrain befinden. Das Schwierige ist, dass wir etwas loslassen müssen, das uns vertraut war, wir aber noch nicht wissen, was sein wird.“ Anlässe dafür gäbe es schöne wie traurige, so Pröpstin Rahlf. Als Beispiele nannte sie die Geburt eines Kindes, eine Hochzeit, einen Verlust durch Tod oder Trennung oder auch den Ruhestand. In solchen Zeiten gelte es, Gelungenes und Zersprungenes vor Gott zu bringen und seine Begleitung zu erbitten. „So können Abschied und Aufbruch gelingen“, sagte Rahlf.

Im zweiten Teil ihrer Predigt ging sie auf eine andere Art des Übergangs ein – nämlich den Beginn des neuen Kirchenjahrs mit dem Einläuten des ersten Advents. Sie sagte: „Ein Licht kommt in die Welt. Gott verheißt uns sein Kommen. Etwas Neues bricht an inmitten all unserer Fragen und Probleme, unserer Krisen und Übergänge.“ Was mit dem Advent kommt, falle aus dem Rahmen des Erwartbaren, so Rahlf. Sie sagte: „Zusage statt Ansage, Heil und Leben statt Programmatik, Menschlichkeit und Trost statt Schuldzuweisung.“ Sie glaube an die Bilder dieser Verheißung. „Sie können uns von der Enge in die Weite, von der Mutlosigkeit in die Tapferkeit des Herzens führen“, fasste die Pröpstin zusammen.

Das Anbrechen des Advents erlebte die Gottesdienstgemeinde im Anschluss an die Predigt in einem Ritual: Die Glocken läuteten, die Altarbehänge wurden gewechselt und die Enkeltochter der Pröpstin, Philine Engel, entzündete feierlich die erste Adventskerze, bevor der St. Nikolai-Chor festlich „Macht hoch die Tür“ erklingen ließ. Unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Mages und mit Begleitung von Solist*innen gestalteten sie den gesamten Gottesdienst musikalisch.

Dafür fand die Pröpstin zum Abschluss der Veranstaltung herzliche Dankesworte, genauso wie für die neun Grußworte Außerdem dankte sie ihren pröpstlichen Kolleg*innen, ihrem Pastor*innenkonvent und ihren Mitarbeiter*innen, bevor sie als allerletzten Satz sagte: „Ich danke Gott, dass er es mir ermöglicht hat, diesen wundervollen Beruf so lange auszuüben.“