Foto: Anja Ahrens

Rebecca Lenz wird neue Pröpstin im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

05.09.2021

Mit 66 Ja-Stimmen von 80 abgegebenen hat das Parlament des Ev.-Luth. Kirchenkreises Schleswig-Flensburg am letzten Sonnabend (28.8.2021) Pastorin Rebecca Lenz zur Pröpstin gewählt.

Am 1.12.2021 übernimmt sie das Amt von Pröpstin Carmen Rahlf, die am 27.11.2021 in den Ruhestand verabschiedet wird. Mit ihrem Amtsantritt wird sie die geistliche Leitung von 38 Pastor*innen in 25 Kirchengemeinden der Propstei Flensburg übernehmen. Außerdem ist sie dann für die Dienste und Werke – also die übergemeindlichen Einrichtungen - zuständig. Derzeit ist Rebecca Lenz Pastorin der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Segeberg.

Vor der eigentlichen Wahl im Gemeindehaus von St. Jürgen zu Flensburg begründete Bischof Gothart Magaard als Vorsitzender des Pröpstewahlausschusses den Vorschlag der Findungskommission. Er führte aus, dass Pastorin Lenz eine aufmerksame und wache Geistliche sei, die ansprechen, ermutigen und begeistern könne, dabei vielfältige Erfahrungen, einen klaren Leitungsstil und hohe kommunikative Kompetenzen habe. Sie sei eine Pastorin, die gut und sensibel hin- und zuhören könne.

Eigentlich hätte der Pröpstewahlausschuss der Synode zwei Wahlvorschläge unterbreiten wollen. Dies war nicht umsetzbar, weil keiner der anderen Bewerber*innen die nötige Zweidrittelmehrheit des Gremiums bekommen hatte – für Rebecca Lenz hingegen votierten sie einstimmig.

Die 54-jährige Pastorin strukturierte ihre Vorstellungsrede anhand von Lebens- und Glaubensgeschichten. Getragen von der Überzeugung, dass Kirche eine „Erzählgemeinschaft“ sei, führte sie aus, woher sie kommt, wo sie steht und wohin sie als Pröpstin der Propstei Flensburg mit den Synodalen und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen gehen möchte.

Unter anderem erzählte sie von ihrem Vater, einem Hindu aus Indien, der sich im Alter von 67 Jahren von ihr taufen ließ sowie von ihren prägenden Erfahrungen im kirchlichen Kindergarten. Sie sagte: „Ich war damals in der Kleinstadt am Rand von Hamburg das einzige Kind mit Migrationshintergrund. Ich fiel damals überall auf und überall raus. Außer im evangelischen Kindergarten. Die Kindergärtnerinnen haben mich einfach so genommen, wie ich war und haben mich spüren lassen, dass ich ein wertvoller Mensch bin. „Du bist Gottes Kind!“ haben sie gesagt.“

Als Konsequenz aus ihrer Biographie steht Rebecca Lenz für Toleranz und Offenheit im interreligösen und interkulturellen Dialog. Sie hat das Bild einer einladenden Kirche, die die Sehnsucht der Menschen wahrnimmt, ihre Sprache spricht, sie aufsucht, wo sie sind, sie nicht drängt, sondern die Arme öffnet. So wünscht sie sich eine Vielfalt an präsenten und digitalen Glaubens- und Gottesdienstformen mit dem Ziel, dass Gottes Wort in all seinen verschiedenen Facetten die Menschen in traurigen und freudigen Zeiten begleitet.

Gottes Wort diene dem Leben der Menschen und damit sei der Gottesdienst eine „Dienstleistung“ im besten Sinne des Wortes, so Lenz in ihrer Vorstellungsrede während der Synodentagung. Und sie steht für Aufbruch und Zuversicht, will mit Mut und Kreativität daran mitwirken, die Kirche zukunftsfähig zu gestalten.

Am 5.12.2021 wird sie in einem festlichen Gottesdienst in St. Marien zu Flensburg in ihr Amt eingeführt.