Pastorin Kristina Lowenstrom bei Ansprache Foto Pfaff
Pastorin Kristina Löwenstrom bei der Ansprache (Foto: Pfaff)

Segen at home

07.09.2020

Seit Ende August ist Aidan aus Tarp konfirmiert. Den göttlichen Segen hat ihm Pastorin Kristina Löwenstrom zuhause zugesprochen, in einem Privat-Gottesdienst im Garten mitten im Tarper Neubaugebiet.

Aidan erlebte damit Ende August eine Konfirmation von vielen, die derzeit nachgeholt werden, nachdem sie Corona-bedingt im April und Mai alle abgesagt werden mussten. Auch jetzt, circa vier Monate nach den eigentlichen Terminen, gilt es für die Kirchengemeinden wegen der Corona-Auflagen, kreative Formen für das Fest zu finden. In der Kirchengemeinde Tarp beispielsweise konnten die Konfirmanden selbst entscheiden, ob sie ihren Segen entweder in einer Kleingruppe vor bzw. in der Kirche zugesprochen bekommen wollten oder zuhause im eigenen Garten.

Zuhause sei doch was ganz Besonderes, fand Aidan, und damit war seine Entscheidung klar. Für die Garten-Konfirmation kommt die Pastorin schon im Talar angefahren, denn Aidans Konfirmation ist ihre zweite an diesem Tag, umziehen lohnt kaum. Mit dabei ein mobiler Altar mit Kreuz, eine Kniebank für Aidan und ein Team mit fünf weiteren Personen: Der Musiker Olaf Peters baut in Aidans Garten den Verstärker auf, um den Gottesdienst mit der Gitarre zu begleiten, die Sängerin Emily Höpner (19) sorgt für Live-Gesang, zwei jugendliche Teamerinnen assitieren im Gottesdienst und Anke Gall aus dem Kirchengemeinderat reist mit, um im Gottesdienst ein Grußwort für Aidan zu sprechen und ihn offiziell in der Kirchengemeinde willkommen zu heißen.


Pastorin Kristina Löwenstrom und Sängerin Emily Höpner am mobilen Altar (Foto: Pfaff)

Locker geht’s zu im Garten mit Blick in die Natur: Der kleine Bruder von Aidan spielt in der Sandkiste, hier und da gibt es Kindergeschrei oder zwischendrin ein paar Seifenblasen. Nach dem Segen, den Pastorin Löwenstrom Aidan zuspricht, während er die Hand von seinen Eltern aufgelegt bekommt, applaudieren Familie, Nachbarn und Gäste. Ganz besonders auch: Eine ganz persönliche Predigt nur für den Konfirmanden und zu seinem Konfirmationsspruch.

Und dann geht´s auch gleich weiter für die Pastorin: Einpacken und den nächsten Garten ansteuern, denn acht der insgesamt 24 Jugendlichen haben sich für ein Gartenfest entschieden. Es gibt viel zu tun. „Das ist ein Riesenaufwand“, sagt die Pastorin. „Aber für mich lohnt es sich, denn es ist jedes Mal warmherzig, freundlich, persönlich und ich fahre aus jedem Garten erfüllt wieder ab.“


Open-Air-Konfirmation an der Treene in Treia (Foto: Pfaff)

Im letzten Jahr feierten die Kirchengemeinden im Kreisgebiet und der Stadt Flensburg insgesamt 113 Konfirmationsfeiern – in diesem Jahr sind es bei ungefähr gleichbleibenden Konfirmand*innenzahlen mit knapp 400 mehr als das Dreifache, denn: Die Gemeinden, die nicht einzeln konfirmieren, feiern in der Regel mehrere Gottesdienste für jeweils kleine Gruppen, um den Corona-Vorgaben gerecht zu werden. In Steinberg beispielsweise sind es 20 Konfirmationen und in Harrislee und Handewitt je 13. Wo möglich, finden die Feiern häufig open-air statt bzw. unter mitgebrachten oder von der Kirchengemeinde angeschafften Zelten für die einzelnen Familien – und zum Teil an wunderbaren Andachtsplätzen, wie in Haddeby direkt am Haddebyer Noor oder in Treia direkt an der Treene.