Insa Krempin Foto Pfaff
Insa Krempin (Foto: Pfaff)

Vernetzung und Verantwortung für Schöpfung und die Menschen

Neue Stelle im Kirchenkreis mit Insa Krempin besetzt 07.01.2018

Insa Krempin (27) ist die neue Klimaschutzbeauftragte im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Mit ihrem Master-Abschluss in Nachhaltigkeitswissenschaften sowie praktischen Erfahrungen für eine australische Umweltorganisation und in der Klima- und Küstenforschung im Helmholtz-Zentrum in Gesthacht, wo sie als Studentin arbeitete, ist sie hochqualifiziert. Ihren Master-Abschluss schrieb sie zu "Netzwerken im kommunalen Klimaschutz" in Kooperation mit der Uni Flensburg und der Leuphana Universität in Lüneburg.“

Mindestens so wichtig wie das Wissen aus der Uni ist Insa Krempin für ihre erste Stelle nach ihrem Studium aber auch der praktische Umgang miteinander. "Klimaschutz ist doch für die Leute da, nicht gegen sie", sagt sie. Ihr Ziel: Dazu beizutragen, dass künftige Generationen genauso gut leben können wie wir heute.

Dafür braucht es laut Krempin zum einen ein Konzept, das fundiert auf zwei Beinen steht, zum anderen aber auch Netzwerke und die Menschen mit im Boot. "Wir dürfen die Menschen auf diesem Weg nicht verlieren", sagt Insa Krempin, für die Klimaschutz von der Zivilgesellschaft ausgehen muss. Deshalb steht für sie Vernetzung mit den Abteilungen im Kirchenkreis, den Kirchengemeinden und außerkirchlichen Akteuren hoch im Kurs. Es gehe immer darum, eine Win-Win Situation zu schaffen - für die Schöpfung und für die Menschen, so Krempin.

Inhaltlich wird ihre Arbeit von einem Lenkungskreis begleitet, organisatorisch gehört sie zum Regionalzentrum des Kirchenkreises. Dessen Leiter, Pastor Ingo Gutzmann, sagt: "Wir freuen uns über die Mitarbeit von Insa Krempin mit ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer hohen Fähigkeit zum Netzwerken."

Die Stelle der kirchlichen Klimaschutzbeauftragten ist in Schleswig-Flensburg - wie in anderen Kirchenkreisen der Nordkirche auch - neu geschaffen worden. Sie ist ein Baustein auf dem Weg, dem 2015 im Klimaschutzgesetz der Landeskirche formulierten Ziel ein Schritt näher zu kommen: Klimaneutral bis 2050.

Was die Mobilität angeht, ist Insa Krempin Vorbild: Ihren Arbeitsweg vom Wohnort Flensburg ins Kappelner Regionalzentrum legt sie mit dem Bus zurück, ansonsten fährt sie Fahrrad oder läuft zu Fuß. An einer nachhaltigen Mobilität in ländlicher Struktur mitzuarbeiten, hat für sie hohe Priorität. Zu Gute kommt ihr, dass sie im Kreis Schleswig-Flensburg aufgewachsen ist und sich hier gut auskennt.

Auch um Beschaffung soll es in ihrem Arbeitsfeld gehen: Welche Produkte kann man vermeiden, welche durch umweltfreundlichere ersetzen? Welche Neuanschaffungen können klimafreundlich getätigt werden? Um auf diese Fragen Antworten parat zu haben und möglichst einfach umsetzbare Vorschläge für Veränderungen zu machen, hat sie recherchiert. Ein erstes Ergebnis: Bald wird ein praktischer Einkaufsratgeber für umweltverträgliche Reinigungsmittel fertig sein.

Und: Videotechniken für Konferenzen statt Autofahren wird sie vorschlagen oder die Zertifizierung von ökofairen Gemeinden - einem Siegel für klimafreundliche Kirchengemeinden. Auch das Thema Umweltbildung hat sie als einen Arbeitsschwerpunkt auf ihrer Liste - in Kitas genauso wie für Konfirmand*innen und Erwachsene.

Und: Bei all diesen Ideen steht für Insa Krempin erst einmal wieder die Vernetzung im Vordergrund, denn Klimaschutz gehe nur gemeinsam mit den Menschen in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis. Sie sagt: "Die Schöpfung zu bewahren und dabei gleichzeitig die Menschen im Blick zu behalten, steht für mich im Mittelpunkt. Da haben wir als Kirche eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung. Mein Part ist es, zu beraten und Handlungsmöglichkeiten auf diesem gemeinsamen Weg aufzuzeigen."