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Foto: Lynda Hinton, Unsplash

Wort zur Woche: "Bald ist Weihnachten"

21.08.2020

Wort zur Woche von Pastorin Anja Stadtland, Ev.-Luther. Kirchengemeinde St. Petri/Flensburg

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Es ist heiß. Über 30 Grad. Endlich Sommer. Die Ferien sind vorbei, die SchülerInnen schwitzen im Präsenzunterricht. Und ich liege in der Sonne an meinem freien Tag. Schrecke plötzlich hoch aus einem Hitze-Halbschlaf: Weihnachten! Bald ist Weihnachten! Nächste Woche: Schoko-Weihnachtsmänner im Supermarkt! Mein Herz rast: Panik!

Und dann, wenn der Sommer sich dann tatsächlich neigt, kommt Wehmut: Ich will nicht verzichten auf Melonen und Eis, auf das Zirpen der Grillen und den Geruch von Sonnenmilch, das Geräusch von Rasenmähern und den lauen Wind am Abend. In diesem Jahr gesellt sich zur Wehmut auch Unmut: Ich sehe mich Schlange stehen im Schnee vor dem Bäcker mit Maske und Gummistiefeln. Treffe niemanden mehr, weil es draußen mit Abstand einfach zu ungemütlich ist.

Doch ich sehe ein: Ein Sommer kann nicht ewig dauern. Und ich will auch nicht verzichten auf Kuschelsocken, Kastanien sammeln, Apfelkuchen, Glühwein. Es ist gut, wie es ist: Der Sommer geht, Herbst und Winter kommen und bringen ihre eigenen Geschenke mit! Und dann ist Weihnachten! Das Fest, bei dem es um Gemeinschaft geht! Um Gottes Mit-Menschlichkeit. Ein Fest mit Tradition und mit Ritualen: Familien sind eng zusammen, auf dem Weihnachtsmarkt sind alle eng zusammen, in den Geschäften sind alle eng zusammen. Kirchen sind voll in den Gottesdiensten mit Systemrelevanz!

Doch: In diesem Jahr wird nichts so sein wie immer. Eng geht nicht! Siedend heiß überkommt mich diese Erkenntnis in der Sommersonne. Vielleicht werde ich am Heiligabend von morgens bis abends Gottesdienste für jeweils 40 Menschen halten. Vielleicht wird es andere Lösungen geben. Hier in der Sommersonne habe ich schon jetzt einen Weihnachtswunsch: Wenn alles anders wird, auf Wärme lasst uns nicht verzichten! Vor der Krippe lasst uns eng zusammen stehen und Gott für seine Nähe danken!