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Foto: Johannes Ahrens

Wort zur Woche: "Igelig - und weiter?"

28.09.2019

Wort zur Woche von Regina Waack, Pastorin im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und der ev.-methodistischen Gemeinde Flensburg

Wenn Igel sich in Gefahr fühlen, stellen sie ihre Stacheln auf und machen eine Kugel aus sich. Auch ich werde „igelig“, wenn ich mich genervt fühle oder Angst habe, schon wieder krank oder überfordert zu werden – und bin damit nicht allein. Ich finde, „igelig“ zu sein ist ein zutiefst menschliches Verhalten. Das soll davor schützen, dass wir ausgenutzt werden.

Doch als Kugel können Igel nur irgendwo rumliegen. „Igelig“ sein hält mich in der Situation fest. Was kann helfen? In der Bibel heißt es: „Die Liebe kennt keine Angst. Wahre Liebe vertreibt die Angst.(1. Joh 4,18) Wenn jemand liebevoll mit mir scherzt und mich ermutigt, verschwindet das „Igelige“ – oft mache ich dann sogar das, wovor ich Angst hatte. Großeltern überwinden aus Liebe zu ihren Enkeln die Furcht vor den sozialen Medien. Letzten Freitag sah ich an der Hafenspitze „grandparents for future“; alte Leute saßen sogar in der Sitzblockade, obwohl sie sich sonst kaum auf den Boden setzen. Alles aus Liebe zu den Jugendlichen, die den Klimawandel fürchten.

Ja, die Jugendlichen sind jetzt „igelig“. Aber wir als Gesellschaft sind schon lange „igelig“, wenn es um Änderungen in unserem Wirtschaften und Leben geht, damit alle eine Zukunft auf unserer guten Erde haben. Wie können wir zur Liebe kommen?

Sie ist schon da, sagt die Bibel: „Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.“ (1. Joh.4,19) Wenn ich an all die Gifte und Gefahren in unserer Umwelt denke, bin ich überzeugt, dass wir in unseren mehr oder minder schwachen Körpern nur deswegen leben, weil Gott das will. Die Liebe ist schon in uns und will unsere Stacheln öffnen, damit wir und unsere Erde blühen können.