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Wort zur Woche: "Jetzt kann’s losgehen!"

07.08.2020

Wort zur Woche von Pastorin Mirjam Steinebach, Evangelische Kirchengemeinde Handewitt

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Am Montag ist es wieder so weit: ein neues Schuljahr beginnt und die Vereine starten in eine neue Saison. Egal ob an einer neuen Schule oder zusammen mit der alten Klasse: die Karten sind neu gemischt, die Noten vom letzten Schuljahr bereits Geschichte. Aufbruchsstimmung liegt in der Luft. Und die ist ansteckend, auch für mich. Auf meinem Sofa grübele ich: Was, wenn wir uns alle eine Schultüte packen würden für diesen Neustart?

Ich lege los und packe einen schönen Stift hinein. Damit kann ich die Erlebnisse von gestern und auch die Träume vom Morgen aufschreiben. Nervennahrung zum Durchhalten zwischen den Bergen von Aufgaben packe ich dazu. Ein Kartenspiel darf nicht fehlen, um auch die Freizeit mit den Freund*innen zu genießen. Wichtig ist mir auch die Uhr, um meine Verpflichtungen nicht zu verpassen.

Und während ich die Uhr in meine imaginäre Schultüte packe, merke ich ihn: den Erwartungsdruck. Da sind ganz schön viele, die etwas von mir erwarten. Prüfungen sind zu bestehen, Freundschaften zu pflegen, im Verein gilt es, sich zu engagieren. In diesem Durcheinander frage ich mich: „Wie kann ich diesem Erwartungsdruck gerecht werden?“

Ich kann doch nur verlieren, denke ich langsam. Frustriert laufe ich am Spiegel vorbei. Und während ich diesen kurzen Moment in mein Spiegelbild schaue, erinnere ich mich, dass Gott mir schon einen Wert geschenkt hat, noch bevor ich das Licht der Welt erblickt habe. Dieser Wert hängt von keiner Prüfung, keinem Verein und keinem anderen Menschen ab. Auch wenn ich diesen Wert nicht sehe, wenn ich in den Spiegel blicke, kann ich mir sicher sein, dass Gott bei meinem Anblick ganz genau weiß, wie unendlich wertvoll ich bin.

Ich stecke also einen kleinen Handspiegel mit in die Schultüte und binde sie mit einer großen Schleife zu. Jetzt kann’s losgehen.