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Fridays for Future am 25.01.2018 in Berlin (Foto: Jörg Farys / Fridays for Future)

Wort zur Woche: "Keine Sache nur für Profis."

16.03.2019

Wort zur Woche von Pastor Kai Hansen, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Haddeby

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich denke, er hätte seine Freude an ihnen. Mag sein: Er hätte ihnen zugehört, hätte sie noch viel öfter auf die Bühne gebracht als nur an manchen „Fridays for Future“ und hätte ihnen alle Achtung gegönnt.

Es heißt, Jesus hat die Kinder umarmt – das machte damals keiner! – und sie so auf Augenhöhe gehoben: „Hier, Leute, hier kommt es mal nicht auf Status und Zertifikate an – die Kinder sind genauso wichtig wie die Großen!“ Es heißt, Jesus hat Kinder immer wieder in die Mitte gestellt, als Vorbild: „So sollt Ihr Gottes Reich aufnehmen!“ – staunend und impulsiv, ohne Bedenken und Taktik, voll Sehnsucht und auch voll Zorn und Leidenschaft, wenn etwas nicht stimmt. Wie Kinder eben sind.

Kindermund tut Wahrheit kund, schonungslos, und sie treffen ja gelegentlich präzise ins Mark, wenn sie sagen, was Sache ist. Profis tun sich manchmal schwer damit, Zorn und Leidenschaft wachzuhalten, abgeklärt und erfahren, wie sie sind – es ist zum Beispiel ganz etwas anderes, wenn Jugendliche predigen und erzählen, wofür ihr Herz schlägt und was sie umtreibt. Ich weiß nicht: Ich stelle mir Jesus dann immer leise lächelnd vor; ein Pastor könnte dasselbe predigen: Ihm als Profi würde man nicht annähernd so gut zuhören...

Ich denke, er hat seine Freude an Kindern und Jugendlichen, die sich den Mund nicht verbieten lassen und die Erwachsenen zwingen zu reagieren. Er hat sicher auch seine Freude an Profis, die wissen, was sie tun – und vor allem, wenn sie dann auch etwas tun! Und ich denke, Jesus hat noch größere Freude an denen, die nicht nur streiken oder lustige Plakate malen, sondern bei sich selber anfangen, etwas zu ändern, im Alltag; das ist ja immer das Schwerste. Aber kommt: Wir machen ihm die Freude!