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"... da geht auch noch was" (Foto: Tim Mossholder @ Unsplash)

Wort zur Woche: "Menschen-Bilder"

09.03.2019

Wort zur Woche von Pastor Ingo Gutzmann, Leiter des Regionalzentrums

Wieder aus dem Kreuzworträtsel: “Darf man sie ‘männliches Rippchen‘ nennen?”, drei Buchstaben: EVA. Wir leben im Jahr 2019 n.Chr. und noch immer lebt dieses Bild. Weil die Frau als dem Mann nachgeordnet dargestellt wird. Weil die vorgeordneten Männer daran ein Interesse haben.

Und die andere Schöpfungserzählung: „Gott schuf den Menschen … als Mann und Frau.“ (Luther, 2017). Reihenfolge ist Rangfolge, nicht nur wegen der Sache mit der Rippe.

Auch in der Grammatik: männlich, weiblich, sächlich. Das prägt sich ein, von Kindheit an.

Wir beschreiben unsere Wirklichkeit mit Worten und Bildern und: Diese Worte und Bilder prägen auch unser Bild von der Wirklichkeit.. Stellen Sie sich bitte einmal einen Augenblick „einen Idioten“ vor – na? - sicher ein Mann. Und jeder Sprachwissenschaftler wird Ihnen versichern, der Idiot sei nur grammatikalisch männlich, nicht aber im wirklichen Leben. Haha.

Übrigens, die Gegenprobe hilft immer: „und sie schuf sie als frau und mann“. Wie? - Gott ist doch keine Frau! Na klar, er ist ja auch kein Mann... 

Solche Überlegungen fallen bei manchen unter „Gedöns“ und damit teilen sie die Menschen in wichtig und unwichtig. Das kenne ich aus der Bibel so nicht.

Jesus schaute sich die Menschen, denen er begegnete, genau an, bisweilen berührte er sie oder er fragte sie: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Sie waren ihm wahrhaftiges Gegenüber,

jede und jeder einzelne und in ihrer Gesamtheit: „alle Menschen“.

Es ist also nicht egal, wen wir wie beschreiben oder auch nicht. Es ist nicht egal, ob wir eine Sprache verwenden, in der Menschen nur „mitgemeint“ sind, aber eben nicht benannt werden.

Denn Gott schuf die Menschen als göttliches Bild.

Und: Sonntag, 10 Uhr, St. Johanniskirche Flensburg, Gottesdienst zum Internationalen Frauentag. Gesegneten Sonntag!