Ein Baumfrieden in Medelby

Die Urnenbestattung wird immer häufiger der Erdbestattung vorgezogen. Können Angehörige die Grabpflege zeitlich nicht leisten oder wohnen zu weit weg vom Bestattungsort, kann die Pflege zwar dem Friedhof übertragen werden. Dennoch gibt es in der Gesellschaft die Tendenz, sich gegen eine eigene Grabstätte zu entscheiden und das Interesse an anderen Möglichkeiten der Bestattung wächst. Am Fuße eines alten Baumes Ruhe finden zu können, ist für viele ein großer Wunsch. Mit der Realisierung des Baumfriedens erweitert der Friedhof Medelby sein Bestattungsangebot um eine neuartige Methode und kombiniert das Konzept des Bestattungswaldes mit den Vorteilen eines Friedhofs. Unter der Leitung der Architektin Sarah Philipp konnte das Projekt im Oktober fertiggestellt werden. Da der ursprünglich ausgewählte Ahorn wegen eines Befalls als Zentrum der Anlage nicht mehr in Frage kam, befindet diese sich nun im Westen des Friedhofes, an der Ecke zwischen der Friedhofsmauer und dem Erinnerungswall. Der Baumfrieden besteht aus einer Sitzbank, die sich halbrund an den Stamm der Schwarzkiefer anschmiegt. Der Trauernde kann, mit dem Baum als symbolischer Stütze im Rücken, Platz nehmen und seines Verstorbenen gedenken. Dort sitzend hat man Blick auf ein Gestell, das vertikale Lärchenholzplatten beinhaltet. Auf diesen sind Plexiglasscheiben mit Gravur der Namen der Verstorbenen befestigt. Zu jedem ist in der oberen Führung des Gestells ein Ring für eine Grabvase angebracht. So wird den Hinterbliebenen die Möglichkeit geboten, Blumen mitzubringen. Von der Kirche aus auf das Gestell blickend ist der Spruch von Paul Tillich zu lesen: „Mensch und Natur gehören zusammen in ihrer erschaffenen Herrlichkeit, in ihrer Tragik und in ihrem Heil“. Bank und Gestell sind aus Stahl in Rostoptik und Lärchenholz gefertigt. Zur optischen Vervollständigung wurden zwei weitere Bäume gepflanzt.

Es können bereits Reservierungen vorgenommen werden.