Die Pauluskirche wird 60: Jubiläum unter Corona-Bedingungen

 27.10.2020
Am Sonntag, dem 25.10.2020 hat die Ev.-Luth. Paulusgemeinde den 60. Geburtstag ihrer Kirche auf der Flensburger Rude gefeiert – liebevoll vorbereitet und mit Bedacht an die Corona-Bedingungen angepasst.

Für festliches Ambiente von Anfang an sorgten Thorben Ribbert an der Orgel und Matthias Ott mit seiner Trompete. Statt Gemeindegesang waren die Lieder stimmungsvoll von Sängerin Leonie Albers zu hören, begleitet von Max Wichmann am Flügel. Ehrengäste waren Carmen Rahlf, Pröpstin im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg, sowie die ehemaligen Pastoren Gundolf Semmler, Michael Carstens und Fritz Pudimat-Rahlf.

Predigt von Pröpstin Carmen Rahlf

Pröpstin Carmen Rahlf beleuchtete in ihrer Predigt unter anderem, was eine Kirche ausmacht. Für einige sei sie ein Stück Heimat, weil er oder sie hier geheiratet, Kinder getauft und konfirmiert oder Trost in Trauerzeiten gefunden haben. Für andere sei das Besondere die Schlichtheit des Raumes oder die Ruhe, die Abstand zum Alltag bietet. Und: Kirche lade zwar ein in ihren besonderen Raum, letztlich sei sie aber gebaut aus lebendigen Steinen. Sie sagte: „Kirche geschieht da, wo Menschen den Mut finden, sich in den Dienst der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit, des Friedens und der Versöhnung nehmen zu lassen – dort, wo der Nachbarin eine Suppe gereicht wird, wo die Kleiderkammer geöffnet oder jemand hereingebeten wird.“

Pastor Gundolf Semmler war 23 Jahre Gemeindepastor
Wie dies in Paulus gelebt wird, berichtete Pastor Gundolf Semmler, der auf 23 Jahre als Gemeindepastor in Paulus zurückblicken konnte. Für ihn sei es immer besonders gewesen, dass Paulus alles unter einem Dach vereint: Vom Gottesdienst über Sitzungen und die Kleiderkammer bis hin zu Angeboten für Kinder und dem Altenclub. „Alles hat mit allem zu tun, es gibt keine Trennung zwischen heilig und profan“, sagte Semmler, denn Gott sei nicht nur für Arme und Fromme da, sondern für alle. Mit einem Schmunzeln erinnerte er sich an die Polonaise, die Kita-Kinder zum Fasching durch die Kirche tanzten und an eine Krippenspielprobe, in der sich der Verkündigungsengel auf der Empore im Kinder-Gewusel Gehör verschaffte, indem er laut rief: „Verdammt noch mal, ihr Ärsche, könnt ihr nicht mal die Klappe halten, ich soll Euch eine frohe Botschaft verkündigen!“

Besonderes Erlebnis zu Weihnachten 2014

Auch Michael Carstens erinnerte sich an ein besonderes Erlebnis, das mit Weihnachten zu tun hat: 2014 hatte die Gemeinde zu „Weihnachten in Gemeinschaft“ mit 120 Gästen gerechnet – aber die Menschen hörten nicht auf zu strömen. Zum Schluss waren es über 200. Er sagte: „Es war eine tolle Veranstaltung, alle haben geteilt, was sie hatten, jeder und jede hat angepackt und das gemacht, was er bzw. sie kann. Paulus ist eine große Gemeinschaft.“

Pastorin Heike Baran führte durch den gesamten Gottesdienst

Wie es zu dieser kam, fasste Pastorin Heike Baran zusammen, die auch durch den gesamten Gottesdienst führte. Ursprünglich gehörte die Kirchengemeinde zu St. Nikolai. Als sich nach dem zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge auf der Rude angesiedelt hatten, wurde schnell der Ruf laut nach einem eigenen Treffpunkt und Versammlungsort im Stadtteil. Die damalige Aufgabe für den Hamburger Architekten Otto Andersen: Entwirf ein geistliches, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum, in dem Kirche und Gemeinderäume in einem Haus unterkommen – und eine Wohnung für den Kirchenvogt sollte es obendrein geben. Bis auf viele Treppen, die manchen den Zugang erschweren, sei das wunderbar gelungen, so Heike Baran. Der Altar kam aus Italien. Besonders beeindrucken sie die zwölf Fenster, die damals Ernst-Günther Hansig gestaltet hat. „Sie geben ein wunderschönes Licht und erinnern daran, dass Licht das Dunkel überstrahlt“, so die Pastorin der Paulusgemeinde. Ein Grund, warum der Kirchengemeinderat als Leitungsgremium die Fenster in der dunklen Jahreszeit während der Woche von innen beleuchten will - und am Wochenende soll dann der Turm im Licht erstrahlen.

(Foto u. Bericht: Anja Pfaff, Referentin für Presse und Kommunikation im Ev.-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg)

Aktueller Hinweis

Liebe Gemeinde,
wir freuen uns sehr, das wir seit dem 10. Mai wieder Gottesdienst feiern können. 
Es werden alle Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten, und Masken müssen beim Rein- und rausgehen getragen werden. Leider ist das Singen zur Zeit untersagt, doch wir sind froh, dass es überhaupt weitergeht, und laden Sie ganz herzlich in die Gottesdienste ein! Nur Menschen mit Grippesymptomen bitten wir, zuhause zu bleiben, um die anderen nicht zu gefährden.

Für die, die nicht kommen können, verschicken wir Andachten per Post – wenn Sie sie haben möchten, melden Sie sich bitte im Kirchenbüro. Sie finden sie auch auf dieser Seite Link: (Kontakte).

Gruppen können leider noch nicht wieder stattfinden.

Das Hoffnungsläuten war eine Aktion, die mit Pfingsten zu Ende ging.

Pastorin Heike Baran können Sie per Telefon oder E-Mail erreichen, denn wir wollen für Sie da sein! Auch das Kirchenbüro ist zu den gewohnten Zeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar. Es kann nur in dringenden Fällen und nach vorheriger Absprache (telefonisch oder per E-Mail) aufgesucht werden.

 „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

(Dietrich Bonhoeffer)

Dies wünschen wir Ihnen und Euch allen! Bleibt gesund und behütet!
Ihre/Eure Kirchengemeinde

 

 

Neu: Wöchentliche Andachten zum Mitnehmen am Kircheneingang.
(mehr... auf das Bild klicken). 

Ev.-Luth. Paulus-Kirchengemeinde Flensburg
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