ÖkoFaire Kita werden: Wieso, weshalb, warum - und wie?
16.03.2026
Im März wurden die Kita Handewitt und das Familienhaus Weiche als "ÖkoFaire Einrichtungen" ausgezeichnet. Im Mai folgten nun die Kitas in Wallsbüll und in Harrislee. Das kann doch kein Zufall sein! Ist es auch nicht: Das Projekt "ÖkoFaire Kitas" ist angelaufen - zunächst mit Fokus auf die 48 Kitas des Kitawerks. Das Klimaschutzbüro begleitet die Kitas auf dem Weg hin zu einem ökologisch nachhaltigen und sozial fairen Kita-Alltag. Aber was haben die Kitas davon und wie können sie mit dem Prozess starten?
Hat man als kirchliche Einrichtung eigentlich eine Verantwortung, so zu wirtschaften, dass es Umwelt und Menschen möglichst wenig schadet und im besten Fall sogar Gutes bewirkt? Unsere Kirchenkreis-Synode hat sich 2022 klar positioniert und beschlossen: Alle Einrichtungen im Kirchenkreis sollen "ÖkoFaire Einrichtung" werden. 7 Einrichtungen im Kirchenkreis (Kirchberg, FBS Kappeln, Regionalzentrum, Jugendkirche Flensburg, Kirchenkreis-Verwaltung, Geschäftsstelle des Kitawerks und die Kita in Husby) sind in den letzten Jahren bereits ökofair geworden. In diesem Jahr liegt der Fokus auf unserer größten Gruppe an Einrichtungen: Den Kitas des Kitaswerks.
Aber warum ist das sinnvoll? Und wie startet ihr als Kita in den Prozess?
5 gute Gründe, ÖkoFaire Einrichtung zu werden
1. Weil es hilft, das Thema Nachhaltigkeit strukturiert anzugehen
Wo fängt man, den Kita-Alltag nachhaltig zu gestalten, ohne den Überblick zu verlieren? Es hilft, geleitet durch den ÖkoFair-Maßnahmenkatalog strukturiert zu schauen, welche Aspeke schon nachhaltig und fair umgesetzt werden - und wo noch Luft nach oben ist. Zunächst ist es wichtig, die 5 Pflichtmaßnahmen umzusetzen:
- Für alle Kopier- und Druckerzeugnisse wird Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen Blauer Engel genutzt.
- Zählerstände werden monatlich oder vierteljährlich erfasst und dokumentiert. Energieberichte werden mindestens jährlich beraten.
- Alle Hygienepapiere (wie Toilettenpapier, Papierhandtücher, -taschentücher, Arztrollen) tragen das Umweltzeichen Blauer Engel.
- Von der Kita bereitgestellte Windeln tragen das Umweltzeichen Blauer Engel.
- Es sind Lebensmittel festgelegt, die grundsätzlich aus Fairem Handel bezogen werden (Siegel beachten): Mindestens Kaffee, Tee und Schokoladenprodukte, wenn möglich auch Bananen, Gewürze, usw.
Wenn die 5 Pflichtmaßnahmen erfüllt sind, gilt es, sich die anderen Maßnahmen anzuschauen. Welche sind schon erfüllt, welche bisher nur teilweise oder gar nicht? Wenn mindestens ein Drittel der ca. 70 möglichen Maßnahmen aus dem ÖkoFair-Katalog erfüllt sind, darf die Einrichtung ausgezeichnet werden.
2. Weil es der Sache hilft, wenn Kitas, die Gutes tun, auch darüber reden
ÖkoFair ist auch ein Tool der Öffentlichkeitsarbeit: Kitas, die engagiert sind, werden öffentlich als solche sichtbar und können so im besten Fall auch andere Einrichtungen "anstecken". Denn das Berichten darüber, was wo schon gut läuft und dass es machbar ist, ist ein wichtiger Multiplikator für sozial-ökologischen gesellschaftlichen Wandel.
3. Weil Vernetzung einen selbst motiviert und bestärkt
Sich nicht allein fühlen, sondern gemeinsam mit anderen an einem Strang ziehen: Für ÖkoFaire Einrichtungen gibt es freiwillige Vernetzungstreffen, in denen sich ÖkoFaire Kitas sich untereinander austauschen können, wenn gewünscht: Und was sind Hürden, mit denen man nicht allein ist? Was verfolgen andere für spannende Ansätze? Was kann abgeschaut werden?
4. Weil es hilft, am Ball zu bleiben
Zum Zeitpunkt der Auszeichnung wird mindestens ein Drittel der Maßnahmen erfüllt. Aber was ist mit den verbleibenden Maßnahmen - mit den anderen Möglichkeiten, den Kita-Alltag verantwortungsvoll zu gestalten? Und was ist, wenn durch Personalwechsel oder andere Gründe, plötzlich z. B. das Papier doch nicht mehr mit Blauem Engel (also zu 100 % aus recycelter Faser) gekauft wird? Dabei hilft es, dass nach der Auszeichnung im jählichen Abstand ein Telefonat / Gespräch zu dem Thema durchgeführt wird. So bleibt man automatisch am Ball und das Thema gerät nicht in Vergessenheit.
5. Weil die Maßnahmen wirklich etwas bewirken
Das war eine Auswahl an Gründen, aber jede Kita bringt ihre eigene Motivation und ihre individuellen Gründe mit. Und das ist auch gut so!
Los geht's! Wann werdet ihr ÖkoFaire Kita?
Nur wer den ersten Schritt geht, nähert sich dem Ziel! Deswegen: Keine Angst - lasst euch nicht von den vielen Maßnahmen überwältigen, sondern seht sie als Chance: Sich erst auf die 5 Pflichtmaßnahmen zu konzentrieren und dann den Blick auf die anderen Maßnahmen aus den verschiedenen Bereichen zu weiten und zu schauen: "Aha, das machen wir schon!" oder "Nagut, das können wir nächstes Jahr noch mal schauen" oder "Das passt nicht zu uns". Jede Kita ist individuell und ganz sicher tut ihr auch in eurer Kita schon etwas für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit - selbst wenn es euch noch nicht bewusst ist!
Wo meldet man sich? Wie geht es los?