Geschichte vom „Der Chamäleonvogel“

Erzählerin:

Was damals zu Ostern passierte, wollen wir jetzt hören und zwar erzählt es uns der Chamäleonvogel 

Chamälonvogel:

(bunten Chamäleonvogel hochhalten)

Hallo, ich bin der Chamäleonvogel. Warum ich so heiße?

Achtet auf meine Federn, sie verändern sich.

Wenn ich froh bin, sind sie ganz bunt.

 

Wenn ich traurig bin

(dunklen Vogel hochhalten)

sind meine  Federn grau und schwarz.

An meinen Federn könnt ihr ablesen,

wie es mir geht und was ich erlebe.

(bunten Vogel hochhalten)

Ihr feiert hier Ostern, nicht wahr?

Ostern hat mit Jesus zu tun.

Ich will euch erzählen, was ich mit Jesus erlebt und erfahren habe. Denn ich habe oft zugehört, wie er mit den Menschen gesprochen hat. Er hat ihnen von Gott erzählt.

Er sagte zu ihnen:

„Gott liebt euch Menschen. Er ist gut zu euch. Er will, dass ihr glücklich seid. Er will, dass ihr eine Gemeinschaft seid und Frieden haltet. Er will nicht Gewalt, sondern Liebe. Er will nicht das Böse, sondern das Gute.“

Viele Menschen haben aufmerksam zugehört, was Jesus zu sagen hatte. Einige folgten ihm auf seinem Weg. Sie wurden seine Jüngerinnen und Jünger.

Und auch ich bin mitgeflogen und habe gesehen und gehört, was mit diesem Jesus war. Und mir taten seine Worte gut.

Ich war ganz fröhlich. Und natürlich ganz bunt, denn ich bin ja der Chamäleonvogel.

Erzählerin::

Wo Jesus hinkam, kamen viele Menschen zusammen.

Kranke waren da, und Jesus half ihnen.

Blinde waren da, und sie lernten wiedersehen.

Lahme waren da, und sie konnten wieder gehen.

Einmal waren viele Menschen zusammen. Sie hatten Hunger, denn der Weg war weit. Da nahm Jesus Brot und teilte es aus. Alle wurden satt.

„So wird es sein“, sagte Jesus, „wenn Gottes Reich da ist. Alle haben mehr als genug. Alle sind eine Gemeinschaft.“

 

Chamälonvogel: (hält bunten Vogel hoch)

Meine Federn leuchteten im Sonnenlicht: rot und gelb, grün und blau. Alle Farben waren in meinem Federkleid versammelt.

So eine Freude ging von Jesus aus. So eine Hoffnung. So eine Kraft und Stärke.

 

Erzählerin:

Doch das blieb nicht so. Nicht alle Menschen hörten auf Jesus. Einige glaubten nicht an das, was er sagte.

Einige wurden sogar zu seinen Feinden und wollten ihn töten. Sie sandten Soldaten aus, um Jesus gefangen zu nehmen.

Die Freunde von Jesus bekamen Angst und liefen weg.

 

Chamälonvogel:

Und meine Federn wurden grau und matt.

Nichts leuchtete mehr. Voll Kummer verkroch ich mich in eine Ecke, kauerte mich zusammen und blickte auf das, was weiterhin geschah.

Erzählerin:

Die Soldaten fesselten Jesus. Sie schlugen ihn und setzten ihm eine Dornenkrone auf den Kopf. Dabei lachten sie über ihn und fragen: „Was bist du für ein komischer König?“

Chamälonvogel:

Ich zitterte vor Angst und Mitleid. Und meine Federn?

Die wurden ganz schwarz.

Erzählerin:

Aber es kam noch schlimmer.

Jesus musste sein Kreuz tragen. Die Soldaten führten ihn aus der Stadt hinaus. Dort kreuzigten sie ihn. Jesus stirbt am Kreuz.

Grauen Vogel wird hochgehalten

Chamälonvogel:

Die ganze Zeit saß ich still auf einem Baum.

Ich sah, wie einige der Jüngerinnen und Jünger Jesu kamen und Jesus vom Kreuz abnahmen.

Erzählerin:

Nicht weit war ein Höhlengrab. In das legten sie Jesus und rollten den schweren Stein wie eine Tür davor.

Am Morgen des dritten Tages machten sich drei Frauen auf den Weg zum Grab von Jesus. Sie waren traurig und bedrückt.

„Wer wird uns den schweren Stein vor der Grabkammer wegwälzen?“, dachten sie. Während sie noch unterwegs waren, wurde es langsam hell. Bald würde die Sonne aufgehen.

Chamälonvogel:

Und: Einige meiner Federn begannen im Morgenlicht zu glänzen und wurden wieder bunt.

( bunten Vogel wieder hochhalten)

Welche Überraschung: Als ich zum Grab blickte, war der schwere Stein bereits weggerollt – noch bevor die Frauen ankamen. Auch sie waren erstaunt. Sie schauten in das Grab. Doch Jesu sahen sie nicht. Die Frauen waren ganz verwirrt: Was war hier geschehen? Wer hatte den Grabstein weggerollt? Und wo war Jesus?

Erzählerin:

Da leuchtete es aus der Grabkammer – heller als die Morgensonne, die in diesem Augenblick im Osten am Himmel erschien. Zwei Männer in leuchtenden Gewändern standen in der Grabkammer. Sie sagten: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Jesus ist nicht tot. Er lebt! Gott hat ihm neues Leben geschenkt.“

 

Jesus lebt! Lasst uns das große schwarze Tuch wieder wegnehmen

Die Frauen machten sich schnell auf den Weg zurück zur Stadt. Sie wollten all ihren Freunden davon erzählen. Sie wollten den Jüngern berichten, dass Jesus lebt. Gott hat ihm neues Leben geschenkt.

Chamälonvogel:

Ich sah an mir herunter und wunderte mich. Meine Federn leuchteten wieder in allen Farben. Nichts war mehr schwarz und grau, alles strahlte in bunten Farben: rot und gelb, grün und blau.

Auch ich fliege jetzt los und möchte allen davon erzählen:

„Wir brauchen nicht mehr traurig zu sein, sondern können uns freuen: Jesus ist nicht tot. Er lebt. Er ist auferstanden!“

Erzählerin:

Der Chamäleonvogel hat es miterlebt, Jesus ist auferstanden. Und sein Federkleid leuchtete wieder in allen Farben.

Frohe Ostern!

 

 

 

 

Andachten für Zuhause

Gebet (gleicher Text an jedem Tag – eine*r betet für sich oder alle, die in Wohnung/Haus sind beten gemeinsam laut)

Gott. Ich bin hier. Und Du bist hier. Ich bete zu Dir. Und weiß: Ich bin verbunden. Mit Dir. Mit anderen, die zu Dir beten. Genau jetzt. Ich bin hier. Und Du bist hier. Das genügt. Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf mein/unser Gebet. Amen

Weitere Ideen:

Bibeltext des Tages Lied des Tages oder ein anderes vertrautes Lied (Text lesen oder in Hausgemeinschaft miteinander singen) Eventuell Verkündigungsimpuls (Text lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

· Vertiefung, passend zum Tag: Impuls zum Weitertragen in die Welt (z.B.: Hoffnungssteine bemalen und „aussetzen“ (#ostersteine), siehe u.a. hier: https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/ostersteine-zeichen-der-hoffnung.html ) (Emilia Handke, Kirche im Dialog – Nordkirche) oder Botschaften gegen die Furcht schreiben / malen (#mutinfarbe) und in der Welt aufhängen, siehe u.a. hier: https://sebastiants.de/mut-fuer-die-fastenzeit)

· Fürbitten:

Gott. Wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Stille. Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille. Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille. Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille. Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

·   Vater Unser

·   Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

(Elisabeth Rabe-Winnen, Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik Michaeliskloster, Hildesheim)