Andacht 1. Sonntag n. Epi.

Die Liebe Gottes, die Gnade Jesu Christi und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Andacht zum 9.1.22

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

haben Sie/habt Ihr schon mal absolute Dunkelheit erlebt – in der es kein Licht gab, auch keine Straßenlaternen oder ähnliches?

Als Jugendliche habe ich einmal an einer Nachtwanderung teilgenommen, und bei der Vorbereitung zu dieser Andacht fiel es mir wieder ein.

Wir waren im Wald unterwegs, und es war stockfinster! Man konnte die Hand nicht vor Augen sehen. Niemand hatte eine Lampe dabei, und so tasteten wir uns vorwärts. Wie stolperten immer wieder über Baumwurzeln und versuchten, uns gegenseitig Halt zu geben, aber es war schon mulmig mit der Zeit.

Bis plötzlich jemand ganz vorne eine Taschenlampe anmachte!

Es war nur eine Lampe, weit weg, aber wir wussten plötzlich wieder, wohin es ging. Wir sahen die Richtung, und die Unsicherheit war weg!

Eine einzige Lampe in der Dunkelheit hatte dies bewirkt, hatte Orientierung und Sicherheit gegeben, und auch wenn wir direkt vor den Füßen immer noch kaum etwas sahen, reichte es, um uns sicher ans Ziel zu bringen. Schon damals hat mich das fasziniert!

Um Licht geht es auch jetzt in dieser Zeit um Weihnachten und Epiphanias ganz viel.

Am 6. Januar war das Fest der Heiligen 3 Könige, dieses Fest, an dem in manchen Ländern erst Weihnachten gefeiert wird!

Die 3 Weisen aus dem Morgenland, wie sie in der Bibel genannt werden, waren wahrscheinlich Sterndeuter aus Babylon. Sie hatten diesen neuen und besonderen Stern am Himmel entdeckt, der eigentlich eine Sternkombination war und der auf einen neugeborenen König in Israel hindeutete. Doch nicht auf irgendeinen, sondern auf den Messias, den Heilsbringer, auf den die Juden seit Jahrhunderten warteten!

Da diese Entdeckung so etwas Besonderes war, machten sie sich auf die weite Reise, um dem nachzugehen. Sie fanden tatsächlich, was sie gesucht hatten, das spürten sie, obwohl dieses Kind im Stall sicher nicht das war, was sie erwartet hatten. Deshalb waren sie ja auch zuerst zum Palast in Jerusalem gegangen.

Jedoch alle Umstände drumherum und die Begegnung selbst mit dem Kind muss sie im Herzen bewegt und überzeugt haben, dass dieses Kind etwas ganz Besonderes war!

Der Stern von Bethlehem, der sie dorthin geführt hatte, wies daraufhin, dass hier etwas Großes geschehen war, und ich kann mir vorstellen, dass dies ihr Leben völlig verändert hat.

„Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt“, so hat es der Prophet Jesaja geschrieben und so wird es uns jetzt am Ende der Weihnachtszeit noch einmal zugerufen.

Doch die Kerzen und Lichterketten werden allmählich wieder verstaut und der Alltag hat wieder begonnen.

Epiphanias am 6. Januar erinnert uns noch einmal daran, dass Gott im Kind in der Krippe zu uns auf die Erde gekommen ist. Er will uns begegnen und uns berühren.

Denn das meinen die Worte des Jesaja: „Dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ So wie jeden Morgen die Sonne aufgeht und das Licht des neuen Tages erstrahlt, will Gottes Herrlichkeit es hell werden lassen in unserem Leben.

Unser Leben ist jedoch leider oft von Sorgen und Nöten geprägt. Gerade jetzt in dieser Zeit treibt uns die Sorge um, wie es weitergeht und was noch auf uns zukommt.

In alldem aber ist Gott bei uns und will uns Licht bringen.

Jesus ist in unsere Welt gekommen als dieses Licht, das alles Dunkel hell machen kann!

Er sieht uns voller Liebe an und will uns helfen. An ihn können wir uns halten. Zu ihm können wir jederzeit kommen mit allem, was uns beschäftigt. Sein Licht will er uns schenken, sodass wir neue Hoffnung und neuen Mut bekommen.

Auch im Blick auf das vor uns liegende Jahr! Was es auch bringt und was uns im Blick darauf Sorgen macht, wir können voller Zuversicht darauf zugehen, denn Gott geht mit uns!

Das heißt nicht, dass nicht auch schweres kommen kann, aber gerade dann ist Gott bei uns. Er hat seinen Sohn gesandt, um uns das zu sagen: Gott ist für dich da! Er liebt dich und du bist niemals allein! Darum hab keine Angst, denn er geht mit, egal was kommt! Du kannst ihm vertrauen!

Diese Zuversicht lasst uns mitnehmen in diesen Tag und in das neue Jahr!

Und lasst uns sein Licht weitergeben, damit es sich in unserer Welt ausbreite und sie heller mache!

Bleiben Sie/bleibt behütet und gesund!

Liebe Grüße auch von Frau Schulze-Kösterke schickt

Ihre/Eure Pastorin Heike Baran

 

 

 

 

 

 

Andachten für Zuhause

Gebet (gleicher Text an jedem Tag – eine*r betet für sich oder alle, die in Wohnung/Haus sind beten gemeinsam laut)

Gott. Ich bin hier. Und Du bist hier. Ich bete zu Dir. Und weiß: Ich bin verbunden. Mit Dir. Mit anderen, die zu Dir beten. Genau jetzt. Ich bin hier. Und Du bist hier. Das genügt. Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf mein/unser Gebet. Amen

Weitere Ideen:

Bibeltext des Tages Lied des Tages oder ein anderes vertrautes Lied (Text lesen oder in Hausgemeinschaft miteinander singen) Eventuell Verkündigungsimpuls (Text lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

· Vertiefung, passend zum Tag: Impuls zum Weitertragen in die Welt (z.B.: Hoffnungssteine bemalen und „aussetzen“ (#ostersteine), siehe u.a. hier: https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/ostersteine-zeichen-der-hoffnung.html ) (Emilia Handke, Kirche im Dialog – Nordkirche) oder Botschaften gegen die Furcht schreiben / malen (#mutinfarbe) und in der Welt aufhängen, siehe u.a. hier: https://sebastiants.de/mut-fuer-die-fastenzeit)

· Fürbitten:

Gott. Wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Stille. Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille. Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille. Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille. Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

·   Vater Unser

·   Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

(Elisabeth Rabe-Winnen, Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik Michaeliskloster, Hildesheim)