Andacht - für Sonntag, d. 22.03.2020 Lätare

Liebe Gemeindemitglieder!

Momentan herrscht überall auf der Welt Angst und Sorge. Es stellen sich Fragen, z.B. wie wird es weitergehen, wie breitet sich das Coronavirus aus, was können wir für unsere Mitmenschen und uns tun?

Wir möchten Ihnen auf unserer Homepage in kurzen Andachten Mut und Hoffnung für die kommenden Tage und Wochen mit auf den Weg geben. Dazu werden wir jeden Donnerstag auf dieser Seite eine neue Andacht veröffentlichen. Wir können uns zwar nicht mehr persönlich treffen, aber wir sind nicht allein, Gott begleitet uns.

 

Andacht für Sonntag, 29.3.2020

 

In einem Text aus dem Hebräerbrief für diesen Sonntag steht:

 

„Als Jesus noch auf der Erde lebte, hat er sich im Gebet mit Bitten und Flehen an Gott gewandt, der ihn vom Tod retten konnte. Weil er treu zu Gott hielt, ist er schließlich auch erhört worden.“ (Hebräer 5)

 

Zu diesem Text möchte ich nun einige Gedanken mit Ihnen teilen.

In diesem Abschnitt begegnet uns Jesus wirklich als Mensch! Wir sehen einen Menschen, der immens leidet und der das, was vor ihm liegt, kaum noch tragen kann. Er erduldet es jedoch nicht schweigend, sondern schreit es heraus. Gemeint ist die Szene am Abend vor seinem Tod im Garten Gethsemane. Mich rührt dieses sehr an. Es zeigt, dass Jesus auch die Tiefen und Schattenseiten des Lebens erlebt und durchlebt hat. Er weiß, wie denen zumute ist, die Schweres durchmachen müssen.

Er kennt das Gefühl, völlig am Rande zu sein und nicht mehr weiter zu wissen.

Darum versteht er uns, wenn wir schwere Zeiten durchmachen.

 

Die Coronaepidemie bewegt uns alle im Moment.

Sie stellt uns  vor große Herausforderungen und verunsichert uns, weil wir nicht wissen, was da auf uns und unsere Lieben zukommt.

Für viele Menschen ist sie auch mit der Angst um ihre Existenz verbunden.

Der Bibeltext aus dem Hebräerbrief macht uns Mut, uns mit all dem an Gott zu wenden. Wir müssen all das nicht nur mit uns selbst abmachen, sondern können es Gott sagen. Wir können weinen und klagen, wenn uns danach ist. Auch Jesus hat das getan. Und wenn wir in den Psalmen lesen, hören wir Ähnliches. „Gott, sei nicht fern, sondern eile, mir zu helfen!“ lesen wir da.

Oder: „Aus tiefer Not schreie ich zu dir, Gott.“ Auch Zweifel hält Gott aus.

Für mich ist das Beten ganz wichtig. Ich kann Gott sagen, was mir auf der Seele liegt. Ihm kann ich anvertrauen, was ich vielleicht niemandem sonst sagen möchte. Und wenn ich es ausgesprochen habe, geht es mir schon besser. Das (Mit)Teilen tut einfach gut. Und oft habe ich erlebt, dass sich dadurch schon eine neue Sichtweise aufgetan hat. Haben Sie so etwas auch erlebt? Ich möchte es Ihnen ans Herz legen, es einfach auszuprobieren.

Jesus bekam damals durch sein Gebet die Kraft, seinen Weg anzunehmen und zu gehen. 

 „Gott hat ihn erhört“, heißt es, doch es kam nicht so, wie wir es vielleicht erwartet hätten, sondern Jesus ging seinen Weg zu Ende bis zum Tod.

Er ging ihn bewusst und  tat es für uns.

So baute er für uns eine neue Brücke zu Gott.

Und indem Gott Jesus vom Tod wieder auferweckte, hat das Leben gesiegt! Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. Damit öffnete Gott auch für uns den Weg zum Leben und zum ewigen Heil bei ihm, und dafür sei ihm Lob und Dank!

 

So wie Jesus neue Kraft für seinen Weg bekam, so können auch wir durch Gottes Hilfe immer wieder neue Kraft und neues Vertrauen schöpfen, um auch schwere Zeiten durchzustehen.

Denn Gott verlässt uns nicht. Er ist an unserer Seite, was auch kommen mag. Wir können niemals tiefer fallen als in Gottes Hand, hat einmal einer gesagt, und ich finde, das ist ein ganz tolles Bild.

Lassen Sie dieses Bild einmal auf sich wirken. Und dann lassen Sie sich davon immer neu inspirieren. Es gilt auch jetzt in

unserer Zeit. Ähnlich klingen die Worte von Dietrich Bonhoeffer:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir

getrost, was  kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

 

Diese Gedanken können wir auch mit anderen teilen und ihnen Mut machen.

Gottes Segen begleite und behüte Sie jeden Morgen neu!                                                                                   Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben, dass Sie gesund durch diese Zeit kommen!

 

Gebet

Gott, wir bitten dich um deine Hilfe in dieser schweren Zeit.

Bewahre uns und unsere Lieben.

Hilf denen, die um ihre Existenz oder um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Steh allen bei, die voller Sorge in die Zukunft schauen.

Hilf den Kranken und ihren Familien.

Gib den Ärzten und Pflegekräften die Kraft, die sie brauchen.

Schenke uns allen deinen Segen.

Amen

 

Wenn Sie sonntags, 10 Uhr, die Glocken unserer Kirche hören, dann zünden wir dort eine Kerze für Sie an und sprechen ein Gebet. Wir laden Sie ein, es zuhause auch zu tun, und so können wir verbunden bleiben.

 

Mit herzlichen Grüßen auch von Pastorin Schulze-Kösterke

Ihre Pastorin Heike Baran

 

Rufen Sie uns an, wenn Sie mögen, oder schreiben Sie eine Mail.

Andachten für Zuhause

Gebet (gleicher Text an jedem Tag – eine*r betet für sich oder alle, die in Wohnung/Haus sind beten gemeinsam laut)

Gott. Ich bin hier. Und Du bist hier. Ich bete zu Dir. Und weiß: Ich bin verbunden. Mit Dir. Mit anderen, die zu Dir beten. Genau jetzt. Ich bin hier. Und Du bist hier. Das genügt. Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf mein/unser Gebet. Amen

Weitere Ideen:

Bibeltext des Tages Lied des Tages oder ein anderes vertrautes Lied (Text lesen oder in Hausgemeinschaft miteinander singen) Eventuell Verkündigungsimpuls (Text lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

· Vertiefung, passend zum Tag: Impuls zum Weitertragen in die Welt (z.B.: Hoffnungssteine bemalen und „aussetzen“ (#ostersteine), siehe u.a. hier: https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/ostersteine-zeichen-der-hoffnung.html ) (Emilia Handke, Kirche im Dialog – Nordkirche) oder Botschaften gegen die Furcht schreiben / malen (#mutinfarbe) und in der Welt aufhängen, siehe u.a. hier: https://sebastiants.de/mut-fuer-die-fastenzeit)

· Fürbitten:

Gott. Wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Stille. Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille. Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille. Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille. Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

·   Vater Unser

·   Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

(Elisabeth Rabe-Winnen, Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik Michaeliskloster, Hildesheim)