Andacht - für Sonntag, d. 28.06.2020 3. Sonntag nach Trinitatis

Leserinnen und Leser,

wie auch in der vergangenen Woche

schicken wir Ihnen wieder eine Andacht zu.

So können wir verbunden bleiben.

 

Andacht für den 28.6.2020                              Start der diesjährigen Sommerkirche

 

In der diesjährigen Sommerkirche, die wir gemeinsam mit unserer Nachbargemeinde auf der Rude feiern, geht es um Mutmachgeschichten.

An jedem der insgesamt 7 Sonntage stehen Menschen im Mittelpunkt, die anderen Menschen auf die eine oder andere Weise Mut gemacht haben oder noch Mut machen. Sie kommen aus der Bibel oder aus der jüngeren bis heutigen Zeit.

Jetzt am 1. Sonntag geht es um den Apostel Paulus. Der Gottesdienst fand in der Pauluskirche statt und passt gut zum dortigen 60. Jubiläum der Kirche, deren Namensgeber ja Paulus ist.

Er war einer der wichtigsten Männer in der damals noch jungen christlichen Gemeinde, der das Evangelium weit in der damaligen Welt verbreitet hat. Ohne ihn wüssten wir heute wahrscheinlich nichts davon.                                                                                                                                                          Dabei war Saulus, wie er eigentlich hieß, anfangs ihr erbittertster Gegner. Als überzeugter Jude und Schriftgelehrter verfolgte er die Christen, wo er nur konnte, um sie möglichst auszurotten.

Als er mit dieser Absicht auf dem Weg nach Damaskus war, hatte er kurz vor der Stadt ein einschneidendes Erlebnis. Er wurde von hellem Licht überrascht, sodass er zu Boden ging, und eine Stimme sagte: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Als er fragte, wer da mit ihm spreche, antwortete die Stimme: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Geh nach Damaskus, dort wird man dir sagen, was du tun sollst.“ Als er aufstand, merkte er, dass er blind war. Sie brachten ihn in die Stadt, und am 3. Tag besuchte ihn ein Christ namens Hananias, den Gott zu ihm schickte und der ihm die Hände auflegte, sodass er wieder sehen konnte. Saulus sollte von da an die Botschaft von Jesus und der Liebe Gottes verkünden – v.a. denen, die keine Juden waren.

Und das tat er für den Rest seines Lebens!

Denn bei diesem Erlebnis vor Damaskus brach so ziemlich alles in ihm zusammen, wofür er bis dahin gekämpft hatte. Von da an war Jesus Christus der Mittelpunkt seines Lebens, denn er hatte erkannt, dass er Gottes Sohn und der Heiland und Erlöser der Welt ist. Wer an ihn bzw. Gott glaubt, wird ein Kind Gottes. Er hatte erkannt, dass wir uns Gottes Liebe nicht durch gute Werke verdienen müssen, sondern dass allein der Glaube, das Vertrauen zu ihm reicht. Weil Gott uns liebt! Er vergibt uns unsere Schuld, wenn wir ihn bitten, und will uns seine Liebe, seinen Frieden und Leben in seiner Ewigkeit schenken.

Dies hat viele Jahrhunderte später Martin Luther wieder entdecket und uns neu vermittelt. Denn der Glaube ist der Weg zu Gott, den Jesus uns geöffnet und gezeigt hat.

Von dieser Liebe war Saulus oder Paulus, wie er bald hieß, so überwältigt, dass es sein ganzes weiteres Leben geprägt hat.

Er traf sich in Jerusalem mit Petrus und den anderen Aposteln und unternahm dann im Lauf der Jahre 3 Missionsreisen. Diese Reisen führten ihn nach Syrien, in das Gebiet der heutigen Türkei und nach Griechenland, wo er viele neue Gemeinden gründete. Namen wie Ephesus, Korinth und Philippi haben Sie bestimmt schon gehört. Bis nach Rom kam er, wo er aber wahrscheinlich getötet wurde. Aber durch seine Briefe an diese und andere Gemeinden wissen wir vieles aus seiner Tätigkeit. Mit diesen Briefen hat er die christlichen Gemeinden damals und bis heute maßgeblich geprägt, denn sie wurden weiterverbreitet. In ihnen geht es um grundsätzliche Fragen, die auch in den anderen Gemeinden auftauchten, und so hat er zu vielen Themen des Glaubens grundlegende Dinge geschrieben. In diesen vielen Jahren erlebte Paulus auch immer wieder heftige Anfeindungen und Verfolgung. Doch ebenso erlebte er Bewahrung, Freundschaft und Hilfe in großer Not. All das hat sein Vertrauen zu Gott immer mehr gestärkt.                                                                                                                                                          Aus den Briefen stammen oft Sprüche, die zu Taufen, Konfirmationen etc. gewählt werden, z.B. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden das Böse mit Gutem.“ oder „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“

Im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth stehen 2 wichtige Texte, von denen ich kurz erzählen möchte. Im 12. Kapitel vergleicht Paulus die Gemeinde mit dem menschlichen Körper. Er beschreibt, dass jeder Teil im Körper eine wichtige Funktion hat. Kein Teil ist wichtiger als ein anderes und keins darf fehlen. Das Auge ist nicht wichtiger als das Ohr. Oder die Hand ist nicht wichtiger als der Fuß. Auf nichts können wir verzichten. Alles ist genau am richtigen Fleck. So, schreibt er, ist es auch in der Gemeinde. Jede und jeder ist ein wichtiger Teil der Gemeinde und kann etwas besonders gut. Alle werden gebraucht. Einige leiten, andere kümmern sich um Menschen in Not, einige sind für Kinder und Jugendliche da und andere für wieder etwas anderes.

Wir alle haben Gaben und Fähigkeiten, die gebraucht werden in unserer Gesellschaft, da, wo wir leben, und in unseren Gemeinden. Setzt sie ein, sagt Paulus, und seid v.a. füreinander da. Das ist etwas ganz Wichtiges gerade in unserer Zeit. Bleibt zusammen, gibt er uns auch mit auf den Weg. Auch wenn alle verschieden sind und es vielleicht manchmal Meinungsverschiedenheiten gibt, haltet zusammen, denn Ihr seid eine Gemeinschaft.

 

Im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes schreibt Paulus von der Liebe. Sie ist das wichtigste in allem, und sie hält uns zusammen. „Die Liebe

 

ist langmütig und freundlich. Sie sucht nicht das Ihre, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern an der Wahrheit. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Diesen Vers kennen Sie bestimmt auch.

 

Glaube, Hoffnung, Liebe, das waren die großen Themen in seinem Leben. Der Glaube und das Vertrauen zu Gott, zu Jesus, die uns

durchs Leben tragen. Die Hoffnung auf das

Gute, auch wenn vieles dagegen spricht. Die Hoffnung, dass es immer wieder aufwärts geht und dass nach jeder Nacht ein neuer Morgen kommt. Die Hoffnung auf Gott.                                                                                          

Und die Liebe! Die Liebe unter uns Menschen, die unserem Leben Sinn und Wärme gibt und die uns auch die Menschen neben uns sehen lässt. Gottes Liebe, die uns umfasst und umgibt, die uns leben lässt, was auch kommt.

So macht Paulus auch uns heute noch Mut! Zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Dies sind nur ein paar Einblicke in sein Wirken, das natürlich noch viel umfassender war. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

 

Dieses Irische Segenslied singt eine Sängerin im Gottesdienst für uns:

1. Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben, und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand

über dir halten.

2. Möge warm die Sonne auch dein Gesicht bescheinen, Regen sanft auf deine Felder fallen. Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

Dies wünsche ich Ihnen und wünsche Ihnen ganz viel Segen in dieser Woche!

 

Bleiben Sie gesund und behütet!

Herzliche Grüße auch von Pastorin Schulze-Kösterke

 

Ihre Pastorin Heike Baran

 

Nächsten Sonntag, 5. Juli, 10 Uhr, findet die Sommerkirche in der Friedenskirche Weiche statt. Pastorin Schulze-Kösterke erzählt vom Gründer der Christoffel Blindenmission. Herzliche Einladung!

 

Rufen Sie uns auch gerne an, wenn Sie mögen.

Pastorin Heike Baran, Tel. 0461 95145

Pastorin Simone Schulze-Kösterke, Tel. 0461 1603301

Andachten für Zuhause

Gebet (gleicher Text an jedem Tag – eine*r betet für sich oder alle, die in Wohnung/Haus sind beten gemeinsam laut)

Gott. Ich bin hier. Und Du bist hier. Ich bete zu Dir. Und weiß: Ich bin verbunden. Mit Dir. Mit anderen, die zu Dir beten. Genau jetzt. Ich bin hier. Und Du bist hier. Das genügt. Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf mein/unser Gebet. Amen

Weitere Ideen:

Bibeltext des Tages Lied des Tages oder ein anderes vertrautes Lied (Text lesen oder in Hausgemeinschaft miteinander singen) Eventuell Verkündigungsimpuls (Text lesen oder eine*r in der Hausgemeinschaft liest vor)

· Vertiefung, passend zum Tag: Impuls zum Weitertragen in die Welt (z.B.: Hoffnungssteine bemalen und „aussetzen“ (#ostersteine), siehe u.a. hier: https://www.kirche-hamburg.de/nachrichten/details/ostersteine-zeichen-der-hoffnung.html ) (Emilia Handke, Kirche im Dialog – Nordkirche) oder Botschaften gegen die Furcht schreiben / malen (#mutinfarbe) und in der Welt aufhängen, siehe u.a. hier: https://sebastiants.de/mut-fuer-die-fastenzeit)

· Fürbitten:

Gott. Wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Stille. Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille. Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille. Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille. Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

·   Vater Unser

·   Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

(Elisabeth Rabe-Winnen, Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik Michaeliskloster, Hildesheim)