Erntedank in Satrup - eine volle Kirche, ein Jubiläum, eine Eröffnung und ein Brunch am Gemeindehaus

04.10.2026

Bestes Ernte- und Erntedankwetter - 200 Gäste von klein bis groß besuchten heute unsere St. Laurentiuskirche und kamen anschließend noch zum Brunchen ins Gemeindehaus

Reich geschmückt war der Chor- und Altarraum an diesem schönen Sonntag. Pastor Daniel Karstens dankte den vielen Fleißigen, die in diesem Jahr aus Ausackerbrück kamen und gestern die Kirche mit vielen Früchten, Gemüsesorten, Korn, Mais, Stroh, Sonnenblumen und einer großen Erntedank-Krone so feierlich geschmückt haben!

Und es gab noch zwei weitere Anlässe für besondere Dankbarkeit die an diesem Tag:

Seit 30 Jahren "lebt" Christiane Andresen für die Kirchenmusik in unserer Gemeinde. Zu - so möchte man meinen - "unendlich" vielen Anlässen hat sie seither immer zuverlässig und creativ in ihrer stets bescheidenen zurückhaltenden Art unsere Gottesdienste musikalisch begleitet, mal stimmungsvoll, mal Trost spendend, häufig mit einem ihrer Chöre! Pastor Daniel Karstens würdigte ihr Wirken und dankte für Ihre Treue und Hingabe, der Kirchengemeinderat überbrachte eine kleines Geschenk - ein gemeinsamer Besuch des Musicals Dr. Jekyll und Mr. Heyde im Flensburger Theater mit anschließender Stärkung in der Roten Straße.

Außerdem wurde die neue Fairteiler-Hütte der Bürgerinitiative "foodsharing" gebührend eingeweiht, deren Bau von der Aktivregion gefördert, von Fachschülern der Eckener-Schule entworfen und u.a. von unserem Gemeindemitarbeiter Jesper Gralitzer und den Ehrenamtlichen von "foodsharing" gebaut wurde. Sie steht hinter dem Gemeindehaus und ermöglicht den Tausch und somit die Rettung von Lebensmitteln, die sonst in den Abfall gelangen würden. "foodsharing" ludt zu diesem Anlass alle Gottesdienstbesucher/innen zu einem großen kalten und warmen Buffet ein. Der Andrang war groß - etwa 120 kamen, alle Stühle im Gemeindehaus und im Garten waren belegt!

 

In seiner Predigt sprach Daniel Karstens über die Speisung der 4.000 (Markus 8) und wie Jesus unsere menschliche „Mangel-Mentalität“ überwindet: „Jesus zeigte, dass Gott unsere ganz realen, alltäglichen Bedürfnisse sieht und mitfühlt. Statt auf das zu schauen, was uns fehlt, lädt er dazu ein, Jesus das eigene „Wenig“ zu bringen, das Danken neu zu lernen und im Vertrauen mutig loszugehen – um so zu erleben, wie Jesus letztlich nicht nur unseren körperlichen, sondern auch unseren tiefsten geistlichen Hunger nach Liebe, Vergebung und Identität stillt."

Lesen Sie hierzu auch gern den weiteren Bericht!

 

Der Predigttext am Erntedank-Gottesdienst 04.10.2026 zum Nachlesen - und Nachdenken:

Kennt ihr das: Der Magen knurrt, der Blutzuckerspiegel sinkt in den Keller und man reagiert plötzlich gereizt?
Auf Englisch gibt es dafür das Wort: hangry – eine Mischung aus hungry (hung-rig) und angry (wütend).
Ein bekannter Schokoriegel-Hersteller hat das perfekt auf den Punkt gebracht mit einer Werbung, die ihr vielleicht kennt: Da verändert sich die liebe Oma beim Zelten plötzlich zur meckernden Diva, oder der Freund auf dem Fußball-platz benimmt sich wie ein bockiges Kleinkind. Bis ihm jemand diesen Riegel zusteckt. Nach dem ersten Biss verwandelt er sich zurück und der Slogan blendet ein: „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“
Was soll ich sagen - das ist absolut wahr.
Hunger verändert uns. Er raubt uns die Geduld, den Fokus und die Freude. Und genau in so einer Situation finden wir uns heute im Predigttext wieder.
Stellt euch das mal vor: Jesus ist mit einer riesigen Menschenmenge unterwegs. 4.000 Menschen – wir reden hier also von einer Kleinstadt – die zusammen unterwegs sind.
Und dann steht in Vers 2: Sie sind bereits seit drei Tagen bei ihm. Drei Tage Open-Air-Gottesdienst. Kein Restaurant, Bäcker, Dönerladen oder Supermarkt um die Ecke. Die Brotdosen, die sie von zu Hause mitgebracht haben, sind schon seit gestern komplett leer. Da stehen also ein paar tausend Menschen mitten in der heißen Sonne – und sie sind hangry. Die Stimmung droht zu kippen. Kinder quengeln, Erwachsene sind gereizt. Aber wie reagiert Jesus?
Er reagiert nicht genervt. Er sagt nicht: „Mensch Leute, warum habt ihr euch denn nichts eingepackt? Selber schuld, seht zu, wie ihr nach Hause kommt.“
Nein, in Vers 2 steht dieser eine, wunderschöne Satz, den wir uns ganz tief in unser Herz schreiben müssen: „Mich jammert das Volk.“
Es ist ein tiefer Schmerz, den Jesus empfindet, als er die Not der Menschen sieht. Er sieht ihren ganz realen, körperlichen Hunger – und es lässt ihn nicht kalt.
Das ist für mich die erste wichtige Botschaft für heute:
Jesus sieht deine ganz realen, alltäglichen Bedürfnisse. Ihm ist dein Alltag nicht egal. Er ist keiner, der sich nur für deine „geistlichen“ Probleme interessiert, wenn du sonntags im Gottesdienst bist. Er sieht deine Erschöpfung am Montagabend. Er sieht deine finanziellen Sorgen am Monatsende. Er sieht deine Einsamkeit. Er sieht deinen Hunger.
Aber jetzt kommt die Reaktion der Jünger. Und ich bin ehrlich: Ich erkenne mich in ihnen so oft wieder.
Jesus konfrontiert sie mit dem Problem und zeigt ihnen die hungernden Menschen. Und was tun die Jünger? Sie gehen sofort in den Mangel-Modus. In Vers 4 antworten sie: „Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen?“
Merkt ihr: Die Jünger machen sofort eine Bestandsaufnahme des Defizits, des Mangels. Sie schauen auf das, was nicht da ist. Sie sehen die Einöde – Sand und Steine.
Und das Krasse ist ja: Wenn man das Markus-Evangelium liest, stellt man fest, dass sie zwei Kapitel vorher, in Markus 6, genau dasselbe schon einmal erlebt haben! Da waren es fünftausend Menschen, und Jesus hat sie satt gemacht. Aber in dem Moment, in der akuten Krise, ist diese Erfahrung wie weggewischt. Wir Menschen leiden oft an einer chronischen, tiefsitzenden Mangel-Mentalität. Wir schauen auf unser Leben, auf unsere Herausforderungen und sagen sofort: „Ich habe nicht genug Zeit für dieses neue Projekt. Ich habe nicht genug Kraft, um diese Woche durchzustehen. Ich habe nicht genug Liebe und Geduld, um diesem anstrengenden Kollegen oder Menschen aus der Klasse noch einmal zu begegnen. Meine Ressourcen reichen einfach hinten und vorne nicht.“
Und was macht Jesus? Er steigt überhaupt nicht darauf ein. Er stellt ihnen eine ganz einfache, fast schon banale Frage: „Wie viele Brote habt ihr?“ Ihr Lieben, merkt euch diese Frage!
Jesus fragt nicht nach dem, was ihnen fehlt. Er fragt nicht: „Wie viele tausend Brote braucht ihr, um das Problem zu lösen?“ Er fragt nach dem, was da ist. Er lenkt ihren Blick weg vom Mangel hin zu den Dingen, die sie haben – so klein und wenig sie auch sind.
Die Jünger suchen also in ihren Taschen, kramen alles zusammen und die ernüchternde Antwort lautet: „Sieben Brote.“ – für 4.000 Menschen! Das ist ein Witz, ein Tropfen auf den heißen Stein. Das reicht nicht mal für die erste Reihe.
Und jetzt passiert das Wunder. Aber das Spannende ist: Es passiert nicht durch einen Zauberspruch, nicht durch eine spektakuläre Lichtshow. Es passiert etwas ganz Einfaches: Nehmen – Danken – Teilen.
1. Jesus nimmt das Wenige. Er verachtet die sieben Brote nicht. Er nimmt das Kleine, das Unscheinbare, das absolut Unzureichende bereitwillig an. Er arbeitet mit dem, was da ist.
2. Jesus dankt dafür.
Stellt euch das mal vor: Da steht Jesus mitten in der staubigen Einöde. Vor ihm eine riesige, erschöpfte, hungernde Menschenmenge. In seinen Händen hält er sieben kleine Brote. Er schaut nach oben und spricht das Dankgebet.
Wisst ihr: Danken verändert unseren Blick. Es schaut nicht auf das, was fehlt, sondern preist Gott als Geber aller Gaben für das, was jetzt gerade da ist.
3. Jesus teilt es aus. Er bricht das Brot und gibt es den Jüngern, und die Jünger geben es an die Leute weiter.
Mir ist folgender Gedanke gekommen: Vielleicht hat sich das Brot nicht in den Händen von Jesus vermehrt, sondern als die Jünger anfingen, es auszuteilen. Und am Ende passiert das Unfassbare: Alle werden satt. Und nicht nur das – als sie die Reste einsammeln, sind es sieben Körbe voll mit Brocken.
Was bedeutet das ganz praktisch für dein Leben?
Liebe Gemeinde, wir leben in einer Zeit, die uns einredet, unsere Ressourcen müssen gigantisch sein, um etwas zu bewirken. Und wenn wir dann in Phasen der Überforderung, der Trauer, der inneren Leere kommen, dann geben wir auf.
Deshalb lade ich dich heute zu einem Perspektivwechsel ein.
1. Bring Jesus dein „Wenig“.
Vielleicht sitzt du heute hier und denkst: „Ich habe Gott im Moment überhaupt nichts zu bieten. Mein Glaube fühlt sich total vertrocknet an. Meine Geduld mit meinen Kindern oder meinem Partner ist auf dem Nullpunkt. Ich habe nur noch sieben winzige Brote an Kraft übrig.“ Weißt du was? Das ist genug. Bring Jesus das Wenige. Halte es ihm im Gebet ganz ehrlich hin und sag: „Jesus, hier ist meine kleine Kraft. Hier ist meine begrenzte Zeit. Hier ist meine Unvollkommenheit. Es reicht eigentlich nicht, aber ich gebe es dir.“
2. Lern das Danken.
Wenn wir anfangen, Gott für das zu danken, was wir haben, anstatt darüber zu klagen, was uns fehlt, verändert sich etwas in unserem Herzen.
Wenn du das nächste Mal in einer stressigen Situation bist, ändere etwas. Statt zu sagen: „Ich schaffe das alles nicht“, sag: „Herr, danke für die Kraft, die ich JETZT gerade für die nächste Stunde habe. Danke für die Menschen, die mich unterstützen.“
3. Geh im Vertrauen los.
Manchmal müssen wir den ersten Schritt machen und Teilen und Schenken, obwohl wir noch gar nicht sehen, wie es am Ende reichen soll.
- Schenk das ermutigende Wort an den Kollegen, auch wenn du selbst Bestätigung bräuchtest.
- Nimm dir die Zeit für ein Gebet oder ein Gespräch, auch wenn dein Terminkalender voll ist. Wer teilt, wird reich beschenkt.
Am Ende dieser Geschichte geht es um viel mehr als nur um gefüllte Mägen. Jesus sättigt den Hunger der Menschen, weil er sie liebt. Aber er nutzt dieses Wunder als einen Hinweis/ einen Wegweiser für eine noch viel tiefere Realität unseres Lebens.
Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen einen Hunger in uns haben, den kein Brot, kein Schokoriegel, kein Döner, kein höheres Gehalt, kein größeres Haus und kein noch so schöner Urlaub jemals dauerhaft stillen kann. Es ist der Hunger nach tiefer Identität, nach bedingungsloser Liebe, nach Vergebung und nach echter Heimat.
Jesus sagt an einer anderen Stelle im Johannes-Evangelium:
„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Johannes 6,35).
Du bist nicht du selbst, wenn du geistlich ausgehungert bist. Wenn wir versuchen, unser Leben unabhängig von Gott zu führen, werden wir innerlich unruhig, getrieben, dauerhaft unzufrieden – hangry auf das Leben.
Und so lädt Jesus dich heute ganz neu ein:
Komm an seinen Tisch.
Bring ihm deinen Mangel.
Bring ihm dein Wenig.
Fang an zu danken.
Und erlebe, wie er deinen Hunger stillt.
Amen.

gez. D. Post