Friedensengel

Andacht zum Wochenspruch Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr

Anja Telkamp (8. November 2020) 07.11.2020

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Matthäus 5,9 (Bergpredigt)

Frieden- wer wünscht ihn sich nicht? Der Weltfrieden ist eine ständige Sehnsucht. Gott sei Dank leben wir in einem Land, in dem Frieden herrscht. Aber wie sieht es in unserer eigenen kleinen Welt aus? In unseren Beziehungen, in unseren Familien oder an unseren Arbeitsplätzen?

Die meisten mögen es gerne ruhig und friedlich. Ich mag es gerne, wenn sich alle lieb haben. Als Jugendliche bin ich aus diesem Grund mal „zwischen die Fronten geraten“, als zwei Freunde einen handfesten Streit austrugen und ich „Frieden stiften“ wollte. Wer lag wohl anschließend auf dem Bürgersteig?

Selig sind, die Frieden stiften.

Was ist meine Rolle in diesem Satz von Jesus?

Wie kann ich die Welt ein bisschen friedlicher machen und so ein Kind Gottes werden?

Mittlerweile weiß ich, dass ich anderen Menschen den Frieden nicht aufzwingen kann, wenn sie Konflikte miteinander haben. Es bringt wenig, zu sagen „Nun vertragt euch mal wieder!“ Auch wenn es z.B. noch so schmerzt, wenn die eigenen Kinder im Streit miteinander sind.

Das ist genau das, was nicht selig macht.

Und nur um des lieben Friedens willen mit seinen eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Meinungen hinterm Berg zu halten, aus Angst vor Konflikten zurückzustecken, macht unzufrieden, unglücklich und sogar krank.

Auch kein Weg zur Seligkeit.

Menschen sind unterschiedlich.

Menschen haben unterschiedliche Meinungen und Interessen und auch unterschiedliche Gründe für das, was sie tun oder sagen. Deswegen passiert es so oft, dass sie sich gegenseitig verletzen, oft sogar unwissentlich.

Andere Menschen mit ihrer Andersartigkeit anzunehmen, ihnen ehrlich mit Liebe, Wohlwollen und Wertschätzung zu begegnen, kann Frieden stiften.

Vergebung kann tiefsitzende Streitigkeiten auflösen und bewirken, dass wir uns auch wieder miteinander versöhnen und tatsächlich wieder selig und glücklich fühlen können.

Das ist es vermutlich, was Jesus in der Bergpredigt meint: Durch unsere Worte und durch unser Handeln Versöhnung herbeizuführen. Versöhnung, die wieder zu Frieden führt. Zu Frieden zwischen uns und Anderen und letztendlich auch zu unserem inneren Frieden.

Denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Dann sind wir Gottes Kinder und machen einen Unterschied in dieser unfriedlichen Welt!

Friede sei mit Ihnen und Euch!

Herzliche Grüße Anja Telkamp