Ein Liebesbrief!

14.04.2026

Ein Liebesbrief!

Du bist der schönste Mensch, der mir je be gegnet ist. Wenn ich dich sehe, beginnt mein Herz zu flattern wie ein junger Vogel, der flie gen lernen will. Wenn du in der Nähe bist, dann werde ich gleichzeitig schüchtern und wagemutig. Dein Lächeln erhellt noch den grauesten Tag!

Liebesbriefe sind etwas Wun derbares. Wer solche Sätze in der Hand hält und liest, kann gar nicht anders, als einen halben Zentimeter größer zu werden, oder? Selbst, wenn wir die Liebe nicht erwidern, ist es doch schmeichelhaft, dass etwas an uns einen an deren Menschen so sehr be rührt, oder? Das wir in den Augen eines anderen so wertvoll, so hochgeschätzt sind?

Wenn ich Kinder taufe, wenn ich ihnen die Bibelverse vorlese, die ihre El tern Ihnen mit auf den Weg geben, dann denke ich manchmal, dass diese Verse auch ein bisschen wie Liebesbriefe sind, die die Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben. Liebesbriefe, in denen sie ihnen sagen, wie wertvoll sie sind, in denen sie ihren Kindern Mut zusprechen oder ihnen sagen: Wir wünschen dir, dass du nie alleine kämpfen musst. Wir wollen für dich da sein. Wie schön, oder?

Und dazu kommt ja, dass diese Taufverse nicht allein von den Eltern kommen.

Sie sind Worte Gottes. Sie drücken seine Liebe zu die sen Taufkindern aus, sind seine Liebesbriefe an diese Kinder. „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir“. „Ich stelle deine Füße auf weiten Raum“. „Ich habe dich wunderbar gemacht“. „Meine Engel werden dich begleiten“. „Ich habe dich beim Na men genannt, du ge hörst zu mir“.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre die Taufe ein einziger Liebesbrief. Von den Eltern an ihr Kind – und vielleicht sogar noch mehr von Gott: an sein einzigartiges, wertvolles Geschöpf. Ein Versprechen, auf das wir uns verlassen können. Wie ist das bei Ihnen? Können Sie sich an Ihre Taufe erinnern? Kennen Sie ihren Taufvers?

Ihre und Eure Pastorin

Henrike Koberg